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Hunderte Tierschützer:innen bei Demozug gegen Tiertransporte in Wien

Wien, 01.09.2026

Am Samstag, dem 29. August 2026, dem Welttag für das Ende des Speziesismus, marschierten etwa 200 Tierschützer:innen über die Wiener Mariahilfer Straße, um gegen qualvolle Tiertransporte zu demonstrieren.

Ein Transportfahrzeug mit Bannern von Schweinen und Kälbern im Tiertransporter führte den Demozug an. Aus Lautsprecherboxen ertönten Hilfeschreie von Rindern und Schweinen, die in Tiertransportern gefangen sind. Einigen Teilnehmer:innen kamen beim Zuhören die Tränen. Manche Aktivist:innen verkleideten sich als Schwein oder Rind und informierten die Öffentlichkeit mithilfe von Flyern über Rinder-Versteigerungen und Tiertransporte.

Welttag für das Ende des Speziesismus

Der Welttag für das Ende des Speziesismus findet jedes Jahr am letzten Samstag im August statt. Speziesismus ist die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit: eine Ideologie der Ausbeutung und der Unterdrückung von nicht-menschlichen Tieren. Manche von ihnen werden vor allem von Menschen, die aus ihren Körpern Profit schlagen wollen, als „Nutztiere“ bezeichnet. Diese anthropozentrische Benennung dient allein der Rechtfertigung von grausamen Praktiken, die Tieren durch Menschen angetan werden. Dazu zählt auch der Transport von Individuen zum Schlachthof oder von einer Tierfabrik zu einer anderen, oft unter Überschreitung mehrerer Staatsgrenzen oder sogar Kontinenten. Unterdrücker:innen von Tieren argumentieren oft, die Nutzung von Tieren durch Menschen sei in Ordnung, da es sich ja um „Nutztiere“ handle. Dass dieser Begriff aber selbst unter der unterdrückenden Spezies (Mensch) höchst umstritten ist, wird dabei außer Acht gelassen.

Demozug über Mariahilfer Straße

Der Demozug führte vorbei an vielen Restaurants und Kaffeehäusern, die über Sitzgelegenheiten und Tische direkt in der Fußgängerzone verfügen. Durch die milde Temperatur saßen einige Gäste draußen und konnten die Botschaften, die von den Tierschützer:innen verbreitet wurden, nicht übersehen und überhören. Mit Sprechgesängen wie „Fleisch ist Mord, Milch ist Mord – Stoppt, stoppt den Tiertransport!“ wurden Passant:innen und Zuschauer:innen über die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens informiert. Auch Flugblätter, die den Zusammenhang zwischen Milchproduktion und Kälbertransporten erklären, wurden verteilt. Weiters wurden Tiertransporte bei Hitze und die viel zu lange maximale Transportdauer, durch lautstarke Parolen kritisiert. Zum Beispiel beträgt diese Höchstdauer von Transporten bei ausgewachsenen Rindern derzeit 29 Stunden, dann muss eine Pause von 24 Stunden eingehalten werden, nach der sie erneut 29 Stunden transportiert werden dürfen (in Endlos-Schleife). Viele Passant:innen solidarisierten sich mit der Demo, manche schlossen sich sogar spontan an.

Abschlusskundgebung

Zum Schluss gab es eine Abschlusskundgebung am Platz der Menschenrechte. Ann-Kathrin Freude vom Investigativ-Verein „The Marker“ hielt eine Rede über die Erfolge seitens des Tierschutzes bei Kälbertransporten und welche Maßnahmen die Gegenseite setzte, um ihre Geschäfte auf Kosten der Tiere möglichst ungestört weiterführen zu können. Danach informierte noch VGT-Campaignerin Isabell Eckl über Tiertransporte schwangerer Kalbinnen per LKW und Schiff nach Algerien. Der VGT hat im Juni ihren Transport von Versteigerungshallen in Österreich bis zum slowenischen Hafen Koper nachverfolgt, wo sie auf das marode Tiertransportschiff „Darla“ verladen wurden. Schon 2024 veröffentlichte The Marker Aufnahmen von Schlachtungen von Rindern in Algerien. Betäubungen vor der Tötung der sensiblen Wiederkäuer sind dort nicht üblich.

Ich bin überwältigt von der Stimmung und der Energie, die am Samstag auf der Tiertransporte-Demo zu spüren war. Hunderte Menschen schrien sich ihre Wut und ihre Trauer über das unermessliche Tierleid, das tagtäglich auf Tiertransporten stattfindet, aus der Seele. Es tut gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist. Uns alle eint die unerschütterliche Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt, in der Tiere nicht mehr quer durch die Weltgeschichte gekarrt werden. Eine Welt, in der Tiere nicht mehr als Waren betrachtet werden, sondern als das, was sie wirklich sind: fühlende Individuen, die unseren Respekt und unseren Schutz verdienen.

Isabell Eckl, VGT-Tiertransport-Campaignerin

Der VGT fordert unter anderem ein Ende der Tiertransporte in Tierschutz-Hochrisiko-Staaten wie Algerien, ein Ende von Transporten von Kälbern, die noch nicht von ihrer Muttermilch entwöhnt sind und ein Ende von qualvollen Tiertransporten per Schiff.