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Tiertransporter an Raststation Golling (A10) von VGT-Tierschützern gestoppt!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.08.1998)

30.08.1998

Am 29. August um 3.00 Uhr morgens trafen sich erneut ca. 50 Aktivisten des "Verein gegen Tierfabriken" (VGT), um - bereits zum zwölften Mal seit Bestehen des Tiertransportgesetzes-Straße - ein Zeichen gegen die grausamen Schlachtviehtransporte in die nordafrikanischen Länder zu setzen. Gegen 5.00 Uhr konnte ein LKW, beladen mit 34 jungen Stieren aus Bremen, auf der Raststation Golling an der A10 gestoppt werden. Er war bereits seit ca. 20 Stunden unterwegs auf dem Weg über Koper (SLO) nach Beirut. Wie die von den Tierschützern verständigte Gendarmerie feststellte, hatte dieses Fahrzeug keinerlei technische Mängel. Einige Tiere hatten allerdings geschwollene Gelenke, ein Bulle konnte - offenbar wegen einer transportbedingten Verletzung - sein rechtes Auge nicht öffnen. Dennoch wollten die Behörden den Tiertransporter weiterfahren lassen, ohne den armen Geschöpfen eine Ruhepause zu gönnen. "Ein Tiertransporter ist kein Stall, er muß rollen", lautete der Slogan des Amtstierarztes.

Wir Tierschutzidealisten konnten dies aber nicht zulassen. Es war uns wichtig aufzuzeigen, daß es für die Tiere eine unerträgliche Strapaze bedeutet, quer durch Europa transportiert zu werden, auch wenn dies ausnahmsweise in funkelnagelneuen, sündteuren Fahrzeugen der millionenschweren Fleischlobby geschieht. Denn durch äußerlich schöne LKWs wird die eigentliche Tragödie des tage- und wochenlangen Lebendtransports zum alleinigen Zweck des Porfites nur verdeckt und beschönigt: Denn ab den Adriahäfen Triest bzw. Koper müssen diese Tiere auf dem langen Weg über das Meer nach Libyen, Ägypten oder in den Libanon und vor allem auch beim Entladen und bei der Schlachtung unvorstellbares Leid erdulden.

Es ist den Tieren kaum damit geholfen, sie innerhalb der EU-Grenzen möglichst kostenaufwändig zu transportieren, wenn sie dadurch weiterhin an eine Situation ausgeliefert werden, in der sie höllische Qualen erleiden müssen.

Anstatt der Forderung der Tierschützer nachzukommen, und den Wagen entsprechend des österreichischen Tiertransportgesetzes (max. 6 Stunden Fahrtzeit und nur bis zum nächstgelegenen inländischen Schlachthof) zu exekutieren, haben die Behörden wieder einmal den Spieß umgedreht, den illegalen Tiertransporter in Schutz genommen und friedliche Tierschützer zu Rechtsbrechern gemacht: ca. 20 VGT-Aktivisten wurden vorübergehend festgenommen, und jene 6 Tierschützer, die sich an den LKW angekettet hatten, um dem Verbot der grausamen Tiertransporte - auch der in modernst aufgerüsteten Fahrzeugen - symbolisch Nachdruck zu verleihen, wurden mit der Flex losgeschnitten und weggetragen. Danach setzte der Todestransporter seine Fahrt in Richtung Beirut fort.

Während der stundenlang dauernden Aktion standen unzählige Beamte (ca. ein Beamter pro Tierschützer) völlig untätig herum, ohne die anderen vorbeifahrenden, zum Teil völlig veralterten Tiertransporter zu stoppen und zu überprüfen. Und dann heißt es, es gäbe zu wenig Geld und zuwenig Beamte, um die Transporter kontrollieren zu können.

Die EU sollte dem Unmut in der Bevölkerung (es liegen bereits Millionen von Unterschriften im Büro von Agrarkommissar Fischler) über diese von der Brüsseler Bürokratie verursachten Tierquälereien endlich Rechnung tragen. Besonders in Hinblick auf das EU-Agrarministertreffen am 20. September in St. Wolfgang fordern wir, daß der Lebendtransport von Schlachtvieh über längere Strecken verboten und die Subventionen für Lebendviehexporte abgeschafft werden müssen. Auch die Herodesprämie zur "Entsorgung" neugeborener "Überschußkälber" muß eingestellt werden.

Dr. Franz-Joseph Plank und
Dr. Friedrich Landa, Verein gegen Tierfabriken

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