Teilen:

BSE: Werden nun auch Vegetarier und Bio-Konsumenten zur Kasse gebeten?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.01.2001)

Laaben, 05.01.2001

Mythos von der "Insel der Seligen" gerät zunehmend ins Wanken.

Vorgestern entnahm ich mit einigem Staunen der Zeit im Bild, daß sich AK und SPÖ dafür einsetzen, daß "der Staat" (sprich Steuerzahler) die Kosten für die BSE-Tests übernehmen solle. Ich war ehrlich gesagt verblüfft, mit welcher Selbstverständlichkeit das eingefordert wurde, wie z.B. durch die Umweltsprecherin der SPÖ,  die behauptet hat, daß die Kosten für die BSE-Tests in Österreich - mindestens 1 Milliarde öS - keinesfalls auf die KonsumentInnen übertragen werden dürften.

Als Vegetarier (seit 12 Jahren) - und mit mir wohl auch 250.000 andere Personen in Österreich, die sich ohne tote Tiere ernähren - sehe ich keinen Grund, weshalb ich die von Massentierhaltung und Profitgier der Agrarindustrie verursachte Misere mitfinanzieren soll, an der ich mich nicht beteiligt habe. "Schuld" an der Geschichte sind doch wohl - neben der jahrzehntelangen verfehlten Agrarpolitik in Richtung zu noch mehr Intensivierung anstatt Biologisierung - v.a. diejenigen Konsumenten, die jahrelang nur immer nach dem billigsten Stück Fleisch im Supermarkt gegiert und somit das ausbeuterische System geschürt haben.

Ein Umdenken kann aber letztlich nur dann nachhaltig einsetzen, wenn diesem toten Stück "Lebens"-Mittel endlich jener Preis zukommt, den es durch seinen durchschnittlich 10x höheren Energieaufwand als bei pflanzlichen Lebensmitteln auch verdient! Abgesehen davon ist es geradezu absurd, daß ausgerechnet in diesem Bereich das "Verursacherprinzip" nicht gelten soll: Schließlich wurde das Kadavermehl noch bis vor kurzem von allen offiziellen Stellen als unabdingbar und völlig unbedenklich für die Tierernährung angepriesen und von der Futtermittelindustrie in alle Ställe verbreitet. Und die Bauern haben dieses grausliche Tiermehl freiwillig, also ohne die geringste gesetzliche Veranlassung dazu, an ihre Rinder, Schweine und Hühner verfüttert!

Ein Diätassistent beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) sagt es ganz klar heraus: "... BSE-ungefährlich ist nur pflanzliche Nahrung. ... Sämtliche Nutztiere sind schließlich mit Tiermehl gefüttert worden." Deutsche Wissenschaftler schließen ja mittlerweile sogar nicht mehr aus, daß auch Schweine mit BSE infiziert sein können. Und das Berliner Robert-Koch-Institut hat BSE-Tests auch für alle geschlachteten Schafe gefordert. "Es besteht überhaupt kein Grund anzunehmen, daß Schafe gegen diese Erkrankung gefeit sein können", sagte der Direktor des Bundesinstituts der "Bild am Sonntag ". Denn Rinder und Schafe haben nach seinen Angaben im Großen und Ganzen das gleiche Tiermehl bekommen. Es sei davon auszugehen, daß diese Krankheit nicht groß gemeldet werde. "Das bedeutet, daß die Überwachung miserabel schlecht ist".

Inzwischen wurde bekannt, daß der Hafen von Koper (Kroatien), von wo bislang die meisten Schiffstransporte mit Lebendrindern aus der EU in den Nahen Osten zu ihrer Todesfahrt aufbrachen, wegen BSE gesperrt sei. Und Jordanien soll jetzt lebende Schafe aus Neuseeland importieren !! Obwohl der österreichischer Zoll seit dem Importverbot von deutschem Rindfleisch fast täglich illegale Fleisch-Transporte entdeckt, bemüht man hierzulande noch immer gebetsmühlenartig das offizielle Mantra "Österreich ist BSE-frei". Könnte es sein, daß der zögerliche Anlauf der BSE-Tests für Rinder über 30 Monate nicht nur mit der bislang ungeklärten Finanzierung zusammenhängt, sondern viel mehr mit der Angst, bei der längst überfälligen genauen Kontrolle könnte es schon sehr bald vorbei sein mit dem Mythos der "Insel der Seligen"?

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung

07.10.2026, Wien

VGT-Aktion: Tintenfische schützen, nicht essen

Morgen ist Welt-Oktopus-Tag. Brutale Methoden beim Fang sind weithin unbekannt

06.10.2026, Wien

Handelsgericht urteilt in SPAR-Klage gegen VGT: SLAPP weitgehend bekräftigt

Richterin bestätigt OGH-Urteil und 6 Verbote der EV zu Schweine-Vollspalten, verbietet dem VGT aber zusätzlich, wissenschaftliche Studien zu Mortalität und Tierwohl-Preisen zu zitieren

06.10.2026, Wien

Welt-Oktopus-Tag: VGT-Aktion am Stephansplatz

Tierschutz-Aktion in Wien soll tierquälerische Aspekte bei der Fischerei von Tintenfischen in den Fokus rücken

06.10.2026, Wien

Tierschutzlauf 2026 stellt Rekorde auf

Am Sonntag, 4. Oktober 2026 – dem Welttierschutztag – fand der 15. Tierschutzlauf auf der Prater Hauptallee statt. Bei bestem Wetter wurde ein neuer Besucher:innen- und Teilnehmer:innenrekord aufgestellt.

05.10.2026, Wien/Neutillmitisch(Stmk.)

VGT kritisiert Greenwashing bei Insekten-Hundefutter

Neue Studie stellt Umweltvorteile von Insektenprotein in Frage

01.10.2026, Wien

VGT vor dem Landwirtschaftsministerium: nicht vergessen, Schweine brauchen Stroh

Jahr 2026 neigt sich dem Ende zu: laut Tierschutzgesetz MUSS 2027 ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung festgelegt werden!