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Sponsoren für Freikauf der Zirkustiere gesucht

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.02.2001)

Laaben, 14.02.2001

Zirkus Louis Knie wird versteigert: Ungewisse Zukunft für Zirkustiere?

Seit Dezember des Vorjahres ranken sich die Gerüchte um den Konkurs des Zirkus Knie, seit kurzem ist es fix: Der Zirkus, gegen den v.a. der "Verein gegen Tierfabriken" wegen seiner tierquälerischen Wildtierhaltung seit Jahren demonstriert hat, wird endgültig versteigert. Am Montag, dem 19. Feber sollen Sachwerte, wie Zelte, Lkws und auch fahrende Käfige unter den Hammer kommen. Der Masseverwalter hofft dadurch rund 3,2 Millionen einnehmen zu können - bei rund 40 Mio. Schilling Schulden wohl nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein; die etwa 200 Gläubiger werden wohl das Nachsehen haben. Ein "Prominentenkomittee"  will den Zirkus Knie angeblich retten. Ginge es nach ihnen, sollte der Zirkus weiterlaufen wie bisher, wenn auch unter einem anderen Namen. Die Schulden wäre der Zirkus damit jedenfalls los...

Doch was soll mit den ca. 60 Tieren geschehen, die sich noch im Eigentum des Zirkus befinden und deren "Mietvertrag" im Winterquartier in Schloßhof (Bezirk Gänserndorf) Ende Feber ausläuft, da weder Miete, noch Futter mehr bezahlt werden können? Aus diesem Grund sind nun auch Tierschützer an der Konkursmasse interessiert, um die Tiere vor einem billigen Schnäppchen-Zuschlag eines anderen Zirkus oder vor weiteren trostlosen Jahren im "neuen" Zirkus Knie zu bewahren. Für eben diese Tiere zeigen wir ja seit Jahr und Tag Einsatz - Einsatz, den wir sogar mit Beschimpfungen, Sachbeschädigungen, Raub und Schlägen, die wir von seiten der Zirkusleute erhalten haben, bezahlen mußten.

Der "Verein gegen Tierfabriken" würde daher einige der Tiere (Wildrinder, Kamele, Lamas, Emus, Ponys etc.) übernehmen, für die es großteils schon Zusagen zur Übernahme, z.B. vom Safaripark Gänserndorf, der sich zu einer Auffangstation für hilfsbedürftige Wildtiere gemausert hat, gäbe. Auch Dr. Pechlaner vom Zoo Schönbrunn hat sich bereit erklärt, notfalls Tiere zu übernehmen. Nur der veranschlagte Preis von ca. 350.000,- öS könnte nicht vom Tierschutz allein getragen werden, nochdazu, wo ja nachher erst für die artgemäße Unterbringung und Verpflegung zu sorgen wäre. Doch wenn sich so viele "Promis" für die Erhaltung eines bankrotten, Tierquälerei betreibenden Zirkus finden, warum dann nicht auch welche für die Rettung der Tiere? Diese hätten es sich nach all den Jahren des Streß` und lebenslangen Tiertransports in engen Wägen verdient, einen Lebensabend ohne Peitschen, Dressur und grellem Scheinwerferlicht zu verbringen. Für die etwa 20 Pferde (Araber, Palomino, Friesen u.a.) werden noch gute Plätze außerhalb eines Wanderzirkus gesucht, sie werden allerdings nochmal mit einer Summe von 850.000.- veranschlagt.

Überraschenderweise zeigt selbst der Masseverwalter Interesse daran, daß die Tiere endlich einen guten Platz finden - mit Hilfe der Tierschützer! Im Jahre 2005 werden ja Wildtiere in Zirkussen österreichweit gänzlich verboten sein, mit der seltsamen Ausnahme für Löwen und Tiger! Wenn die Tiere des Zirkus Knie nun endlich an geeignete Plätze kommen würden, wäre dies ein Zeichen, richtungsweisend für eine humanere Zukunft im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen.

Für den Kauf dieser Tiere werden nun Sponsoren gesucht, die sich an der Summe beteiligen möchten, zum einen, um den geschundenen Kreaturen in diesem speziellen Fall zu helfen, zum anderen um ein Zeichen zu setzen, gegen Ausbeutung von Lebewesen nur zum Zweck der Volksbelustigung.

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