Teilen:

Großdemo in München gegen Krebsmaus

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.11.2001)

Laaben, 06.11.2001

VGT bei Neuverhandlung des Patentantrages vom 6.-8. November im Europäischen Patentamt München

Mit der noch nicht vollzogenen Umsetzung der umstrittenen EU-Patentrichtlinie 98/44/EG ("Rechtlicher Schutz biotechnologischer Erfindungen") in österreichisches Recht gibt es immer noch Unklarheit im Parlament. Die Richtlinie ist von den europäischen Tierschutz- und Umweltorganisationen sowie den Grünen jahrelang massiv bekämpft worden, da sie grundsätzlich Patente auf Tiere, Pflanzen, Teile des menschlichen Körpers und das Genom aller Lebewesen zuläßt. Diese EU-Richtlinie ist bisher nicht in österreichisches Recht umgesetzt worden, FPÖ/ÖVP machten zwar im Juni 2000 einen Versuch, die Implementierung im Wirtschaftsausschuß des Parlaments anzugehen, nach Protesten von Tierschutzorganisationen und Grünen wurde dieser Punkt jedoch wieder abgesetzt. In den nächsten Monaten ist wohl mit einem neuen Anlauf zu rechnen. 1995 wurde die Anhörung im Europäischen Patentamt (EPA) ohne Ergebnis abgebrochen, damals war die Rechtslage eindeutig, Patente auf Pflanzen und Tiere wurden nicht mehr erteilt; aber 1999 wurde die EU-Richtlinie vom EPA adaptiert und somit werden seit September 1999 wieder Pflanzen und Tiere patentiert! Wie ging es weiter? Im Jahre 2000 wollte das EPA endgültig entscheiden, aber die Kammer war inzwischen aufgelöst worden. Status quo: Es muß neu verhandelt werden.

Worum geht es genau? Das Europäische Patentamt in München erteilte 1992 ein Patent auf die an der Harvard-Universität entwickelte Krebsmaus ­ eine Maus, der zu Forschungszwecken ein Krebsgen eingepflanzt wurde (EP 0169672, Anmeldenummer: 8530-1190,7 Inhaber: The President and Fellows of Harvard College). Diesen Mäusen wurde die Thymusdrüse weggezüchtet, sie erkranken somit nach Verabreichung krebserzeugender Stoffe an Krebs, diese Maus und alle ihre Nachkommen sterben den unweigerlichen und grausamen Krebstod.

Das Patent auf die Krebsmaus hatte in Europa Signalwirkung: Bis Mitte 1995 waren bereits etwa 300 weitere Patentanträge auf Tiere am Europäischen Patentamt eingegangen, bis 1998 hat sich die Zahl der Anmeldungen noch einmal verdoppelt. Die meisten Anträge beziehen sich auf Versuchstiere. Viele dieser Tiere sind, wie die Krebsmaus, durch die Genmanipulation so verändert, daß ihre Existenz unausweichlich mit Leiden und Schmerzen verbunden ist.

Unter den Patentanträgen sind aber auch Kühe zu finden, die mehr Milch geben, oder Schweine und Mastputen, die noch schneller wachsen sollen. Das zeigt: Die "Krebsmaus" ist nur der "Fuß in der Tür", die Wegbereiterin für einen ganzen Zoo von gentechnisch manipulierten Tieren, welche die Gewinnerwartungen der Industrie erfüllen sollen. Der Ausschluß der Patentierung von Erfindungen, die gegen die "guten Sitten" und die"öffentliche Ordnung" (§ 53a EPÜ) verstoßen, erhält hier eine neue Aktualität. Im Hinblick auf die Dynamik, die das Patentrecht auf Tierversuche ausübt, würden die "guten Sitten" ein grundsätzliches Verbot der Patentierung von Tieren verlangen.

Marion Löcker, Gentechnik-Expertin beim "Verein gegen Tierfabriken" (VGT): "Mit der Patentierung von Tieren wird eine Tierquälerei legalisiert, die zu verhindern und aufzuzeigen noch schwieriger sein wird, da dies alles hinter verschlossenen Türen geschieht, in Hochsicherheitslabors und nochdazu im Eigentum von gefühl- und gewissenlosen Wissenschaftlern."

Am 6. November wird ab 10.00 Uhr vor dem EPA eine internationale Großdemo stattfinden, bei der auch der VGT ein Zeichen im lange währenden Kampf der Krebsmaus-Patentierung setzen wird.

09.06.2026, Wien/Linz

Skandalreform zum oberösterr. Singvogelfang: VGT-Stellungnahme

Die geplante Reform ist unionrechts- und verfassungswidrig, die Vogelschutzrichtlinie wird lächerlich gemacht, Bescheide über 6 Jahre sollen Beschwerden verunmöglichen

09.06.2026, Wien

Ein veganer Start in den Sommer

Das war die Veganmania MQ 2026!

08.06.2026,

Lush Prize: Internationale Verleihung zu tierfreien Forschung 2026

08.06.2026, Wien

Kinovorführung „Future Science – Das Ende der Tierversuche?“

Danach diskutierten der Regisseur, Ärzte gegen Tierversuche aus Deutschland, eine Forscherin zu Alternativen von der Med Uni Innsbruck und der VGT über den Film

05.06.2026, Linz/OÖ Salzkammergut

Singvogelfang: OÖ Landesregierung will Urteil Landesverwaltungsgericht aushebeln

Das Recht soll der Politik folgen, nicht die Politik dem Recht: diesem Kickl-Sager folgend ändert die Regierung die Singvogelfangverordnung, sodass alles erlaubt ist, was bisher verboten war

03.06.2026, Graz

Steirischer Landtag fordert von Bundesregierung: Tierqual soll vertuscht werden!

Während Österreich bei Schweinen EU-weit am miesesten ist, der Vollspaltenboden bleibt und alle Schweinefabriken das Gesetz brechen, soll Aufdeckung von Missständen kriminalisiert werden

02.06.2026, Gerersdorf

Bürgermeister von Hafnerbach zeigt Schweinebetrieb Hubmann wegen Tierleids an

Er habe in den Schweineboxen die Ferkel auf einem Haufen liegen gesehen (was sie immer tun!) und gemeint, manche könnten vor Kälte zittern – Anzeige!

01.06.2026, Baden

Erstes Pflanzenmilchfest in Baden macht Lust auf mehr

Am Samstag, dem 30. Mai 2026, fand am Hauptplatz in Baden bei Wien das erste Pflanzenmilchfest statt.