Teilen:

Fasane aus Kistln vor Jägern ausgelassen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21.11.2005)

21.11.2005

Tierrechts-AktivistInnen verhindern das Abschlachten von "Kistlfasanen" auf Fasanjagden bei Würmla, NÖ

Tierrechts-AktivistInnen verhindern das Abschlachten von „Kistlfasanen“ auf Fasanjagden bei Würmla, NÖ

mehr Bilder

Am 18. und 19. November sollten die sogenannten Europameisterschaften für Retrieverhunde in Würmla, NÖ, stattfinden. Dabei werden Hunde dazu angehalten, verletzte flugunfähige Vögel zu fangen und im Maul zu apportieren. Da das Bundestierschutzgesetz das vorsätzliche Verletzen von Tieren und das Hetzen von Hunden auf verletzte Vögel verbietet, wurde diese Europameisterschaft als Treibjagd auf Zuchtfasane angemeldet. Dadurch kann das Bundestierschutzgesetz umgangen werden, weil „die Ausübung der Jagd“ nach §3 (4) explizit aus diesem Gesetz ausgenommen ist.

Am 18. November fanden sich daher auch 25 TierrechtlerInnen zu dieser Treibjagd ein. Und sie staunten nicht schlecht, als sie die JägerInnen dabei überraschten, wie diese Fasane aus kleinen Kisten zum unmittelbaren Abschuss freilassen wollten. Die AktivistInnen fanden insgesamt 6 Kistln mit jeweils 8 Fasanen im von den JägerInnen umstellten Kukuruzfeld! Das nö Jagdgesetz kennt zwar keinen Tierschutz, aber schreibt im §95a (2) aus Gründen der Waidgerechtigkeit das Aussetzen von Zuchtfasanen bis spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schusszeit vor. Die von den TierrechtsaktivistInnen gerufene Polizei sah sich die Fasankistln an und konnte deren Beobachtungen bestätigen. Nach Angaben einer Beamtin würden die zuständigen JägerInnen wegen diesem Vergehen möglicherweise die Jagdkarte verlieren.

Die Präsenz der AktivistInnen mit aufgespannten Regenschirmen direkt vor den JägerInnen verhinderte sowohl am 18. als auch am 19. November den Abschuss dieser Zuchtfasane durch die Jagdgesellschaft in Würmla. Lediglich 1 Fasan wurde beim Eintreffen der TierrechtlerInnen am 19. November von der Jägerschaft getötet. Aus Rache wurden den TierrechtlerInnen von den JägerInnen die Autoreifen aufgestochen und ein Aktivist wurde angegriffen und zu Boden gestoßen.

Ebenfalls am 19. November besuchten weitere rund 35 AktivistInnen eine Treibjagd auf „Raubzeug“ – Füchse und Marder – bei Böheimkirchen in NÖ, 12 km südlich von Würmla. Auch diese Jagd konnte verhindert werden, auch wenn die JägerInnen vor Eintreffen der TierrechtlerInnen bereits 1 Fuchs und 1 Marder getötet hatten. Selbst das Handbuch zur Jagdprüfung gibt an, dass es keinen ökologischen Grund zur Jagd auf Fuchs und Marder gibt, da diese Raubtiere niemals natürliche Feinde hatten und daher ihre Anzahl selbst regulieren.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch kommentiert: „Durch die explizite Herausnahme der Jagd aus dem Tierschutzgesetz können sich die JägerInnen in einer Weise aufführen, die in der heutigen Zeit längst keinen Platz mehr haben dürfte. Zuchtfasane werden zu hunderten in Kistln herangekarrt, um vor den wartenden JägerInnen als sogenannte „Kistlfasane“ ausgelassen zu werden! Ein Jäger hat im Gespräch argumentiert, dass die Zuchtfasane in freier Wildbahn kaum lebensfähig wären und sehr bald den Füchsen zum Opfer fielen, weshalb die teuer gekauften Zuchtfasane am besten erst direkt vor dem Abschuss ausgelassen werden sollten. Außerdem müssten für die Europameisterschaft der Retrieverhunde zur rechten Zeit für jeden Hund Apportieropfer zur Verfügung stehen. Das lässt sich eben nur durch Kistlfasane bewerkstelligen. Ein derartiger Umgang mit Tieren darf nicht toleriert werden. Die Jagd muss als eine Tiernutzung unter vielen dem Tierschutzgesetz unterstellt sein. Weg mit §3 (4) des Bundestierschutzgesetzes, der die Jagd aus dem Gesetz ausnimmt!“

23.04.2026, Wien

Geheime Grausamkeit – Wer versteckt die „Versuchstiere“?

Der 24. April ist der Welttag für Versuchstiere: Allein in Österreich leiden und sterben hunderttausende Tiere jedes Jahr für Tierversuche. Kontrollen und Transparenz fehlen.

23.04.2026, Wien

Nach Anfragen Informationsfreiheitsgesetz: Tierversuche sollen Staatsgeheimnis bleiben

Keine inhaltlichen Antworten der Landesregierungen; ca 500.000 Versuchstiere sterben jedes Jahr in Österreich, 7184 Versuchstiere zur Effizienzsteigerung von Tierfabriken 2025 genehmigt

22.04.2026, Wien

Tierversuche als Staatsgeheimnis: Einladung

Anlässlich des Welttags für Versuchstiere am 24. April fragt der VGT: Wer hält die Tiere versteckt?

22.04.2026, Salzburg

Mahnwache für Stadttauben vor dem Salzburger Schloss Mirabell

Um die 30 Salzburger:innen versammeln sich heute vor dem Sitz der Salzburger Stadtregierung, um auf das Leid der Stadttauben aufmerksam zu machen.

21.04.2026, Wien

Großes Interesse bei den Tierrechtstagen in Wien

Mit 80 Teilnehmer:innen beging der VGT letztes Wochenende die Tierrechtstage in Wien Das große Interesse zeugt davon, dass der brutale Umgang mit Tieren in Tierfabriken längst schon der Vergangenheit angehören sollte.

17.04.2026, Salzburg

Tauben hungern – auch wenn Stadt Salzburg es weiterhin leugnet

Tote Tauben mit Körnerfutter im Kropf zeigen nicht, dass sie genug Futter in der Stadt finden, sondern eher durch Futter von Privatpersonen vor dem Hungertod bewahrt wurden

16.04.2026, Wien/Dänemark

VGT präsentiert neues Videomaterial von Vollspaltenboden Mindeststandard ab 2034/2038

Neue Aufnahmen aus Dänemark, dem größten Schweineproduzenten Europas, wo der Österreichische Mindeststandard ab 2034/2038 bereits seit 2015 gilt, zeigen unendliches Tierleid

16.04.2026, Wien

Tierschutz-Aktion zum „Muttertag“

Am 8. Mai zeigen Tierschützer:innen von VGT und Vienna Animal Save die Ausbeutung von Tiermüttern auf.