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Sinnlose und grausame Fuchsjagd in Salzburg

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.01.2006)

Wien, 05.01.2006

Die Salzburger Jägerschaft kündigt unter dem beschönigenden Namen "Nacht des Fuchses" für 6. bis 8. Jänner 2006 (sowie 10. - 12.2) groß angelegte revierübergreifende Fuchsbejagungen im Tennengau, Flachgau und sogar im Salzburger Stadtgebiet an.

Salzburg - Die Salzburger Jägerschaft kündigt unter dem beschönigenden Namen „Nacht des Fuchses“ für 6. bis 8. Jänner 2006 (sowie 10. - 12.2) groß angelegte revierübergreifende Fuchsbejagungen im Tennengau, Flachgau und sogar im Salzburger Stadtgebiet an. Die Organisationen Verein gegen Tierfabriken und RespekTiere.at registrieren in den letzten Tagen deshalb verstärkt besorgte Anrufe aus der Bevölkerung, da Spaziergänger (und ihre Haustiere) speziell am späteren Nachmittag (Füchse sind dämmerungs- und nachtaktiv) um ihre Sicherheit besorgt sind.

Begründet wird diese Maßnahme mit „Niederwildhege, sowie der Hege des Auer- und Birkwildes“. „Im Grunde bedeutet das, dass die Jäger im Fuchs einen Konkurrenten um Hasen, Kaninchen, Fasane, Enten usw. sehen, der Ihnen den Jagdspaß vermiest, weil er für sein eigenes Überleben, gerade jenes Niederwild braucht, das die Jäger doch so gerne selbst schießen würden.“, meint dazu Harald Balluch, Geschäftsführer des Verein gegen Tierfabriken (VGT). „So soll massiv in die Natur eingegriffen und die Fuchspopulation möglichst stark reduziert werden, mit dem aus der Sicht der Jäger zusätzlichen schönem Nebeneffekt, zu Fuchsabschüssen zu kommen. Mit ökologischer Notwendigkeit hat das absolut nichts zu tun. Auch das Auer- und Birkwild wurde von den Jägern selbst aus Trophäengier fast ganz ausgerottet und wird jetzt als zusätzlicher Vorwand für die Fuchsmassaker herhalten.“

Wildbiologisch steht fest, dass die Fuchsjagd keinen Sinn macht. Selbst dem Jagdprüfungsbehelf ist zu entnehmen, dass eine dauerhafte Bestandsregulierung mittels Bejagung bei Füchsen nicht möglich ist. Aus jahrzehntelangen Erfahrungen ist in Fachkreisen bekannt, dass selbst beispiellose Vernichtungsschlachten, etwa die Vergasung der Füchse zur Tollwutbekämpfung, die angestrebte Dezimierung der Füchse verfehlten. Auf erstaunliche Weise hilft sich dann nämlich die Natur: Werden Füchse nicht bejagt, bleiben die Familiengemeinschaften von bis zu zehn Tieren stabil, weil nur die älteste Füchsin Kinder zur Welt bringt. Werden die Füchse stark bejagt, dann werden die sozialen Verhältnisse zerstört, der starke Jagddruck führt zu weitaus größerer Vermehrung der Füchse, wie z. B. der anerkannte Fuchsexperte Dr. Eric Zimen bestätigt. Bei stark bejagter Fuchspopulation müssen die Tiere umso mehr auf Reviersuche lange Wanderungen zurücklegen, so dass sich dadurch sogar die Tollwut leicht stärker ausbreiten kann.

„Wenn man mit Jägern über Fuchsjagd diskutiert gehen ihnen schnell die Argumente aus. Bevor sie aber zugeben, dass es die reine Lust am Töten ist, kommen sie noch mit Tollwut und Fuchsbandwurm. Die Wahrscheinlichkeit mit Fuchsbandwurm infiziert zu werden ist allerdings kleiner als die vom Blitz getroffen zu werden und die Tollwut wurde in Österreich durch Impfungen ausgerottet und sicher nicht durch die Jagd - also reine Panikmache! Aus ökologischen, gesundheitlichen und ethischen Gründen ist es falsch Füchse als Beutegreifer zu bejagen“, so Harald Balluch, Geschäftsführer des VGT.

Bei der Jagd kommt es häufig zu qualvollen Verstümmelungen und zu großer Todesangst der Tiere. Der Buchautor und Fuchsexperte Dag Frommhold nennt die Fuchsjagd aus ethischer Sicht „verurteilenswert und anachronistisch“. Er nennt es eine Milchmädchenrechnung, die Populationsdynamik der Füchse mit der Jagd durchbrechen zu wollen.

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