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Kanadische Robbenjagd-Delegation auf Besuch in Österreich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.04.2007)

Wien, 05.04.2007

VGT-Obmann zu veganem Arbeitsessen in kanadische Botschaft geladen

VGT-Obmann zu veganem Arbeitsessen in kanadische Botschaft geladen

Das Abschlachten der Robben in Kanada hat wieder begonnen, obwohl in diesem Jahr durch die dünne Eisdecke sehr viele der jungen Robbenkinder, die nach der Geburt noch nicht schwimmen können, ertrinken müssen. Dieser Jagd fallen jährlich 300.000 Tiere zum Opfer. Sie werden etwa zur Hälfte mit Gewehren geschossen und zur Hälfte mit Prügeln, sogenannten Hakapiks, erschlagen. Amerikanische Tierschutzgruppen haben die Jagd dokumentiert und erzählen, dass zahllose Tiere bei lebendigem Leib gehäutet werden, oder verletzt ins Wasser entkommen, um dort langsam zu sterben.

Bereits Anfang der 1980er Jahre wurde der Import der weißen Babyrobbenfelle nach Europa verboten, was die Jagd zunächst beendete. Seit den 1990er Jahren lebt sie allerdings wieder auf. Die Populationen hatten sich erholt, und das Exportverbot von Robben nach Europa wurde dadurch umgangen, dass die Robben erst älter als 12 Tage – und damit ohne weißes sondern bereits graues Fell – erschlagen werden.

Allerdings haben die Grünen nach unseren jahrelangen Protesten gegen diese Jagd nach dem Vorbild von Belgien einen Gesetzesantrag ins Parlament eingebracht, dass der Import aller Robbenpelze jeglichen Alters nach Österreich verboten werden soll. In Kanada läuteten die Alarmglocken zu dieser Entwicklung, und so reiste jetzt eine Delegation nach England, Deutschland, Belgien, Holland und zuletzt Wien, um hier TierschützerInnen zu treffen und die ParlamentarierInnen zu überzeugen.

Die Delegation bestand aus dem kanadischen Minister für Fischerei (und Robbenjagd), einem Wissenschaftler mit Spezialgebiet Meeressäugetiere vom Ministerium, einem Robbenjagdsprecher, einer Frau vom Ministerium, die die Lizenzen zur Robbenjagd ausstellt und überwacht, und einer weiteren Mitarbeiterin. Am 4. April sprach der VGT-Obmann und andere TierschutzvertreterInnen bei einem edlen veganen Essen in der kanadischen Botschaft mit den KanadierInnen.

Die Robbenjagd sei keine Gefährdung der Art, das Erschlagen mit dem Prügel wäre human, und die lokalen Inuits würden vom Export dieser Robbenfelle abhängen, waren die wesentlichsten vorgebrachten Gründe für die Jagd. Man könne ja gegen jede Tötung von Tieren sein, aber das sei Privatsache. Wenn man sich dafür entscheidet, Tiere zu töten, dann müsse das human geschehen, aber das wäre bei der Robbenjagd eben der Fall.

Der VGT-Obmann betonte dazu gegenüber der kanadischen Delegation, dass die gängige Tierschutzsicht allerdings die ist, dass sowohl die Tötung von Tieren als auch Tierleid nur dann zulässig sind, wenn das notwendig wäre. In Österreich haben wir aber entschieden, durch das Fallenfangverbot und das Pelzfarmverbot, dass Pelzproduktion nicht als "notwendig" in diesem Sinn gelten kann. Egal wie gut ein Pelztier gehalten wird, man darf es nicht für die Pelzproduktion halten und töten. Und deshalb wollen wir auch den Import von Pelzen verbieten, weil wir derartige Tötungen der Robben als nicht notwendig betrachten. Abgesehen davon ist eine derartige Massentötung weitab von der Zivilisation im Packeis in nur wenigen Tagen unmöglich zu kontrollieren und unmöglich human durchzuführen.

Der kanadische Fischereiminister meinte dazu, diese Ansicht sei menschenfeindlich, weil sie die Tiere über die Menschen stelle. Menschen seien wichtiger, und deshalb müssten wir ÖsterreicherInnen akzeptieren, dass manche Menschen Pelz produzieren und dass wir diesen Pelz auch kaufen müssen, wenn diese Menschen das so wollen. Abgesehen davon seien künstliche Jacken viel umweltfeindlicher. Und überhaupt hätte Österreich das Welthandelsabkommen unterschrieben, und deshalb wäre es ein Gesetzesbruch, den kanadischen Robbenpelz nicht zu importieren.

Beim späteren Besuch derselben Delegation im Parlament, wurden dieselben Argumente einigen Abgeordneten vorgetragen. Am 5. April hielt die kanadische Botschafterin dazu eine Pressekonferenz ab. Die Parteien scheinen aber einhellig der Meinung zu sein, sich in dieser Frage am Mehrheitswillen der österreichischen Bevölkerung orientieren zu wollen, und der ist eindeutig für ein Robbenpelzimportverbot. Wir werden sehen, wie die Abstimmung im Parlament dazu ausgehen wird.

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