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Linz 2007: 14. Kongress über Alternativen zu Tierversuchen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.10.2007)

Wien, 01.10.2007

VGT-Obmann hält Vortrag über Menschenaffenrechts-Prozess

VGT-Obmann hält Vortrag über Menschenaffenrechts-Prozess

Der regelmäßig in Linz stattfindende "Congress on Alternatives to Animal Testing" ist der zweitgrößte Kongress zu Tierversuchs-Alternativen weltweit. ForscherInnen, hauptsächlich aus Europa, aber auch von allen anderen Kontinenten, treffen hier zusammen um ihre neuesten Forschungsergebnisse vorzutragen.

Thematische Schwerpunkte des Kongresses waren REACH, Toxikologie und das "7th cosmetics amandment", das ein Ende für Tierversuche für Kosmetika festsetzt. Es wurde deutlich, dass der Großteil der Fortschritte im Alternativenbereich derzeit über Forschungsprojekte erzielt wird, die durch die öffentliche Hand finanziert werden. Die Privatwirtschaft sieht derzeit offenbar keine oder nur wenig Veranlassung in Forschung für Alternativen zu Tierversuchen zu investieren. Einzig Kosmetikkonzerne machen da eine Ausnahme. Diese werden aber auch durch die gesetzliche Lage (mit 2013 sollen Tierversuche für Kosmetika verboten werden) dazu gezwungen.

Hiasl-Prozess

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch hielt im Rahmen des Kongresses einen Vortrag über den derzeit laufenden Gerichtsprozess bzgl. des Schimpansen Hiasl. Hiasl wurde als Kind in den 1980er Jahren in Afrika gefangen und nach Österreich gebracht, um hier für Tierversuche herzuhalten. Dank beherzter TierschützerInnen, die ihn trotz gerichtlicher Anordnung nicht an das Tierversuchslabor auslieferten, lebt er bis jetzt unbehelligt im Wiener Tierschutzhaus. Als Hiasl aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten des Tierschutzhauses eine unsichere Zukunft bevorstand, wurde für ihn ein Sachwalter beantragt. Dieser Sachwalter sollte ihm ermöglichen, dass seine Interessen juridisch vertreten werden.

Sollte Hiasl von Gerichts wegen ein Sachwalter beigestellt werden, würde das einem gewaltigen juridischen Paradigmenwechsel gleich kommen. Derzeit ist Hiasl vor dem Gesetz eine Sache, die einen Besitzer hat und die verkauft werden kann. So bestünde im Prinzip die Möglichkeit, dass er im Falle eines Konkurses von einem Masseverwalter an ein Tierversuchslabor verkauft werden könnte. Hätte Hiasl einen Sachwalter wäre er davor geschützt, denn das würde bedeuten, dass er vor dem Gesetz eine Person ist. Personen sind aber nicht das Eigentum anderer, sondern der Staat anerkennt ihre Interessen und respektiert ihre Autonomie. Dementsprechend können Personen auch niemals verkauft werden.

Future Food

Mit einem Poster stellte sich die Initiative "Future Food" vor. Diese von Mag. Kurt Schmidinger, einem Vorstandsmitglied des VGT, getragene Gruppierung beschäftigt sich mit tierfreien Alternativen zu Produkten wie Milch, Fleisch und Eiern (siehe www.futurefood.org). Das am Kongress präsentierte Poster machte auf die verheerenden Auswirkungen des rasch steigenden Fleischkonsums aufmerksam (Umweltzerstörung, Klimawandel, Intensivtierhaltung, Gesundheitsprobleme, Tierversuche, etc.) und stellte als mögliche Alternative zu Massentierhaltungsfleisch die Idee vor, Fleisch in Zellkulturen wachsen zu lassen. (Poster als pdf (102 kb))

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