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FM4 Protestsongcontest: §278a-Song unter 25 besten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (03.02.2009)

Wien, 03.02.2009

VGT-Mitarbeiter als Liedermacher gegen Polizeirepression

VGT-Mitarbeiter als Liedermacher gegen Polizeirepression

Jedes Jahr gibt es einen Protestsongcontest der ORF-Radiostation FM4. Und was lag für TierschützerInnen näher, als die ungeheuerliche staatliche Repression gegen den Tierschutz auf Basis des §278a StGB im Rahmen eines Liedes zu thematisieren und für diesen Songcontest einzureichen? Tatsächlich gab es laut Angaben der OrganisatorInnen insgesamt 3 Nennungen von Liedern, die §278a und die Tierschutzrepression thematisierten.

In der Vorausscheidung kam "Leo" mit seinem Lied unter die besten 25 Songs, die am 30. Jänner 2009 im Haus der Begegnung Rudolfsheim in Wien 15 vorgeführt und von einer 3-köpfigen Jury bewertet wurden.

Die Live Performance wurde von einer "Demo" gegen §278a eingeleitet, danach wurde das Lied im Stil des klassischen Liedermachers mit 2 Gitarren und einer Trommel vorgetragen. Einer der Juroren sagte spontan danach wie wichtig der Song sei und dass er unbedingt unter die besten 10 weiterkommen müsse. Die anderen beiden JurorInnen äußerten sich zwar auch erfreulich positiv zum vorgebrachten Anliegen, d.h. sie betonten ihre Solidarität und schlossen sich der Meinung an, dass §278a StGB abgeschafft bzw. stark geändert gehört. Allerdings zeigte schon die unmittelbare Reaktion des weiblichen Jurymitglieds, woher der Wind weht. Sagte sie doch tatsächlich, dass ihr Sprechchöre einer Demonstration Angst machen.

Eines von drei Jurymitgliedern eines Protestsongcontests findet also Sprechchöre an sich erschreckend! Und tatsächlich wurde das Lied auch nicht unter die besten 10 gewählt. Dem unbedarften Beobachter stellt sich die Frage, wie eine Jury Protestsongs bewerten will, die Proteste - und die klassische Ausformung des Protests ist nun einmal die Demonstration und der Sprechchor - an sich ablehnt. Stattdessen kamen Songs, die z.B. vom Übel von Spinat oder vom elektrischen Widerstand handeln, ins Finale. Die meisten dieser Lieder hatten überhaupt keinen politischen Gehalt geschweige denn ein Protestpotential, sie waren bestenfalls unterhaltsam oder ganz lustig.

Resume: von der Kunst und von Kunstschaffenden ist eben leider nicht viel Protestpotential zu erwarten. Man flüchtet sich in die Nische der unpolitischen Unterhaltung und sieht keine Notwendigkeit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. "Protestsongcontest" ist jedenfalls der falsche Titel für diese Veranstaltung.

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