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Morbide Messe zu einer zweifelhaften Freizeitgestaltung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.03.2009)

Wien, 02.03.2009

VGT demonstrierte 2 Tage bei der ?Hohen Jagd"

VGT demonstrierte 2 Tage bei der „Hohen Jagd"

Am Wochenende des 28. Februar und 01. März 2009 fand am Messegelände in Salzburg eine Kundgebung gegen die „Hohe Jagd und Fischerei" statt – österreichweit die größte einschlägige Messe zu diesem Thema. Aktivst_innen des Verein Gegen Tierfabriken und RespekTiere protestierten und informierten kritisch zur Jagd. Insgesamt wurde somit mit mehr als 20 Aktiven auf über 30 Metern von jeweils von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr am Nachmittag für die Rechte der Tiere und gegen die Jagd und Fischerei demonstriert.

Im Inneren der Messehalle herrschte am Samstag großes Gedränge. Angeboten wurde von Jagdreisen über Waffen, optische Geräte, Jagdbekleidung, Fallen, Off-Road-Fahrzeugen bis zu Fellen, Filmen und Büchern alles, was das jagende oder fischende Herz begehrt. An den Ständen liefen teils makabere Videos, in denen man sehen konnte, wie etwa Wildschweine bei einer Treibjagd mehrmals beschossen, jedoch nicht von den Jägern erlöst wurden, sondern sich schwer verletzt von dannen schleiften. Eine Nachsuche war in dem Video nicht zu sehen. Anwesende Jäger, die in Trauben rund um den Bildschirm standen, lachten und grölten bei jedem Schuss.

 

„Gschossn hätt i den aa gern ..."
Ein anderes Video zeigte, wie im Gebirge ein kapitaler Hirsch erlegt wurde. Ebenfalls wurde das arme Tier nicht sofort tödlich getroffen, sondern musste sich in steilem Gelände schwer getroffen hinwegschleifen, rutschte aber aufgrund der Steilheit des Hanges immer wieder zurück, bis endlich seine Häscher bei ihm angelangten und es mit dem tödlichen Schuss aus nächster Nähe erschossen. Danach wurden die Enden des Geweihs unter Gelächter und Gegröle gezählt. Einer der anwesenden Jäger meinte dazu: „Gschossn hätt i den aa gern, aber zahln hätt i ned mögn!"

 

Erschreckend die Anzahl ausgestopfter Tiere
Vor einem Diorama, welches einen Fuschsbau mit sieben sich davor befindlichen Fuschswelpen zeigte, kamen Aktivist_innen mit einem Jäger ins Gespräch. Die Aktivist_innen gaben sich als solche jedoch nicht zu erkennen, um genügend Informationen aus dem Gespächspartner herauszulocken. Der Jäger meinte auf die Frage hin, warum hier sogar tote Baby-Füchse ausgestellt werden, dass die gezeigten Exemplare „eh schon mindestens 7 Monate alt" seien.

Er erzählte weiters, dass die Jagd und die Jäger in Österreich nicht besonders gut angesehen seien, obwohl die Jäger sogar in Schulen und Kindergärten gehen, um den Kindern die Natur und die Jagd näher zu bringen. Aktionen von „schwarzen Jäger-Schafen" jedoch würden immer wieder positive Tendenzen zunichte machen. Hierbei sprach er zum Beispiel das Erschießen von Haustieren an.

Neben Nashörnern, Giraffen, Scheeziegen, Steinböcke, Gemsen, Bären, Löwen, Schneeleoparen, Nilpferden, Pavianen, Birk-, Hasel- und Auerhühnern waren fast alle Tiararten zu sehen, auf die Jäger_innen für gewöhnlich schießen. Oftmals fand man auch grotesk verunstaltete Wesen als „Woipertinger" wieder.

 

Am Sonntag fanden sich weit weniger Besucher_innen auf der Messe ein, wohl teils wegen dem wunderbaren Wetter und auch wegen der Landtagswahlen.
Aktivist_innen von RespekTiere lieferten an beiden Tagen – so auch sonntags – kurze Show-Einlagen indem sie sich als Jäger verkleidet vor dem Eingang der Messe "selbst erschossen, weil sie die Schande, ein Tiermörder zu sein, nicht länger ertragen konnten".

An beiden Tagen wurden die Aktivist_innen mit veganem Mittagessen verköstigt. Am Samstag mit einer Gemüselasagne, Chiabatta und Aufstrich und am Sonntag mit einer Gemüsesuppe, Apfelstrudel und selbst gemachten Trüffeln. Für das wunderbare Essen möchte der VGT sich auf diesem Wege nochmals ganz herzlich bedanken – ebenso bei den Aktivist_innen, die teilweise sogar aus Wien anreisten.

 

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