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Behördliche Kontrolle der Fiaker - VGT war vor Ort

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (28.07.2009)

Wien, 28.07.2009

Am 22. Juli gab es eine behördliche Kontrolle der Fiaker am Stephansplatz. Der Verein Gegen Tierfabriken war vor Ort, um sich die Umstände genauer anzusehen und mit den VetreterInnen der Behörden zu sprechen.

Am Mittwoch, den 22. Juli 2009, wurden JournalistInnen zu einer Kontrolle der Fiaker am Standplatz Stephansplatz eingeladen. AktivistInnen des Verein Gegen Tierfabriken waren ebenfalls vor Ort.

Was wurde kontrolliert?
PolizistInnen kontrollierten den Zustand der KutschfahrerInnen, die MA 65 überprüfte die Kutschen sowie das Geschirr und Amtstierärzte der MA 60 nahmen die Tiere unter die Lupe.

Normalerweise sind behördliche Kontrollen nicht vorangekündigt, aber an diesem Kontrolltag ist die bevorstehende Prüfung schon bis zu den KutscherInnen vorgedrungen.
Bei den Alkoholkontrollen der LenkerInnen bliesen alle brav ins Röhrchen und siehe da - es gab keine Beanstandungen; wobei zu beachten ist, dass KutscherInnen mit bis zu 0,79 Promille noch als fahrtauglich gelten. BusfahrerInnen und TaxilenkerInnen dürfen beim Ausführen ihrer Arbeit kein Schlückchen Alkohol getrunken haben; AutolenkerInnen dürfen nur bis 0,5 Promille ein Fahrzeug führen. Obwohl FiakerlenkerInnen die Verantwortung über Menschen in der Kutsche und zwei Pferden haben, ist die Toleranzgrenze und somit auch die erlaubte Alkoholgrenze deutlich höher als bei anderen FahrzeuglenkerInnen.

Die MA 65 prüfte die Kutschen und die Geschirre auf Verkehrssicherheit, d.h. ob Lichter, Bremsen und Co. für den Straßenverkehr geeignet sind.

Die Amtstierärzte von der MA 60 begutachteten die Pferde. Zuerst wurde mit einem Gerät die Chipnummer der Pferde abgelesen, dann überprüften sie die Füße, die Hufe und den Gesamteindruck des Pferdes.

Bis jetzt hat es drei Kontrollen gegeben; wobei 22 Anzeigen gemacht wurden. Bei den Anzeigen handelte es sich um Probleme bei den Fahrzeugen. Wenn es Probleme bei den Pferden gab, hat es bis jetzt nur Abmahnungen gegeben, aber keine Anzeigen. Alle vier bis acht Wochen sollen nun Kontrollen stattfinden.

Keine gesetzlichen Änderungen in naher Zukunft
Auf die Frage, ob es in naher Zukunft auch gesetzliche Veränderungen z.B. bzgl. der immens langen Arbeitszeiten - 14(!) Stunden täglich ohne Urlaubstage - oder andere Gesetzesänderungen geben wird, hat die Pressesprecherin der MA 65 geantwortet, dass zwar immer wieder darüber gesprochen würde, aber im Moment keine Änderungen angedacht wären. Sie meinte weiter, dass die KutscherInnen die Pferde als Arbeitsgerät sehen würden, das funktionieren müsse und daher wären wenige Fiaker so lange unterwegs wie es das Gesetz erlaubt.
Das von Tierschutzstadträtin präsentierte "Schutzpaket" für Fiakerpferde beinhaltet zwar auch Verbesserungen, allerdings werden diese wohl die größten Probleme bzw. Belastungen für die Pferde - wie z.B. die langen Arbeitszeiten - nicht beseitigen.

Zwistigkeiten in der Fiakerbranche
Interessant ist, dass die FiakerfahrerInnen untereinander Streitigkeiten haben und sich daher gegenseitig anschwärzen. Ein Betrieb hat laut Aussage eines Fiakers furchtbar schlecht ernährte Pferde und eine zusammengestückelte Ausrüstung. Der Fiaker meinte, dass nicht er immer alles ausbaden möchte, wenn Fiaker im Allgemeinen kritisiert werden.

 

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