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Worldwatch-Institut: Tierhaltung ist Klimakiller Nr. 1

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.10.2009)

Wien, 27.10.2009

Das renommierte Worldwatch-Institut behauptet in einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie, dass die Tierhaltung - oder anders formuliert der weltweite Konsum von Fleisch, Milch und Eiern - mit 51% an der Klimaveränderung beteiligt ist

Pressemitteilung der Initiative Future Food:

 

Das renommierte Worldwatch-Institut behauptet in einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie, dass die Tierhaltung – oder anders formuliert der weltweite Konsum von Fleisch, Milch und Eiern – mit 51% an der Klimaveränderung beteiligt ist

Hauptgründe dafür sind die Zerstörung des Regenwaldes für Futtermittelanbau und Weideflächen sowie die Gasausscheidungen der Tiere.

Die beiden World Bank Group Mitglieder Robert Goodland und Jeff Anhang zeichnen für das Worldwatch-Institut dieses dramatische Bild, und üben auch scharfe Kritik an der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der UNO. Die FAO hat ihrerseits 2006 in ihrem Bericht "Der lange Schatten der Tierhaltung" eindringlich auf die unterschätzte Problematik Tierhaltung für den Klimawandel aufmerksam gemacht. Goodland und Anhang kritisieren nun die FAO, dass diese wesentliche Faktoren vergessen oder falsch zugeordnet habe, und der Klimaeffekt durch die Tierhaltung noch deutlich höher sei als von der FAO angenommen.

Worldwatch kritisiert, dass die FAO die Atmung der Tiere nicht berücksichtigt habe, ebenso das Klimaschutzpotential, wenn Flächen, die heute Weideland oder Futteranbauflächen sind, für Wiederaufforstung oder den Anbau von Biosprit genutzt würden. Worldwatch kritisiert zudem eine ihrer Meinung nach falsche Umrechnung von Methan aus der Tierhaltung in die gesamte Klimabilanz, sowie veraltete Zahlen, die die FAO in ihren Berechnungen 2006 verwendet habe.

Für den Geophysiker Kurt Schmidinger von Future Food Österreich ist diese Kritik von Worldwatch an der FAO teilweise berechtigt: "Die FAO hat tatsächlich nur Emissionen gemessen, und nicht berücksichtigt, was wir mit den freiwerdenden Flächen für den Klimaschutz tun könnten, wenn wir Tierhaltung und Fleischkonsum reduzieren würden". In anderen Punkten verteidigt Schmidinger die FAO: "Die Umrechnung von Methan zum Klimaeffekt ist seit Jahren umstritten, die FAO hat sich hier an die aktuell gültigen Standards gehalten. Und die Atmung der Tiere steht in einem CO2-Gleichgewicht mit den Futterpflanzen und ist keine Netto-Quelle für CO2".

Alles in allem ist der Anteil der Tierhaltung am Treibhauseffekt aber enorm. "Schon die FAO stellt fest, dass die Tierhaltung mehr Anteil an der Klimaveränderung hat als der gesamte Verkehr weltweit. Und Worldwatch zeigt, dass diese Zahlen noch deutlich nach oben korrigiert werden müssen", so Schmidinger.

Link zur Studie von Worldwatch:
http://www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf

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