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"Garantiert vom Bauernhof" - Dramatische Zustände in Österreichs Schweinefabriken

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (31.05.2010)

Wien, 31.05.2010

Das alte Lied, aber brandaktuell: Das millionenfache Leid der Schweine

Seit Jahren beinahe unverändert ist das Bild hinter den Mauern der österreichischen Schweinefabriken (im Volksmund "Bauernhöfe" genannt). Spaltenböden, Platzmangel, zu wenig Licht und Luft, unerträglicher Gestank durch ein Leben über der Gülle, Stress, mittelalterlich anmutende, körperenge Käfige ("Kastenstände") für weibliche Schweine.

Schweine als die großen Verlierer des Bundestierschutzgesetzes müssen in ihrem kurzen Leben Unglaubliches ertragen

Das Gesetz: 0,7 (Null Komma Sieben!) Quadratmeter Platz für ein Schwein mit einem Gewicht von 110 Kilogramm, Dunkelheit, lediglich acht Stunden pro Tag eine Lichtstärke von 40 Lux (Dämmerlicht), Zähne abschleifen, Schwänze kupieren, Kastration männlicher Schweine (in den ersten Lebenstagen ohne Narkose, ohne Anwendung schmerzstillender Mittel).

So gering die gesetzlichen Auflagen auch sind, werden sie dennoch laufend unterschritten

Ein Beispiel: Beschäftigungsmaterial müsste allen Schweinen zur Verfügung stehen, "in ausreichenden Mengen", "z. B. Stroh, Heu, Holz, [...]". De facto hängt ein Stück Holz von der Decke, oder es gibt überhaupt nur eine Eisenkette für oftmals mehr als 50 Tiere; oder nicht einmal das. Beschäftigungsmaterial fehlt in einer Unzahl von Betrieben. Tagtäglicher Gesetzesbruch unter den Augen der Behörden.

Fehlende Kontrollen, überforderte Kontrolleure

Überbelegung, Kannibalismus, kein oder unzureichendes Beschäftigungsmaterial, Verletzungen. Landwirtschaftliche Betriebe werden im Schnitt alle fünfzig Jahre kontrolliert. Das führt naturgemäß zu Nachlässigkeiten. Wo lediglich wirtschaftliche Argumente zählen, Tiere zu Maschinen degradiert werden und die externe Überwachung nicht ausreichend funktioniert, sind Auswüchse nicht verwunderlich. Zu kritisieren ist einerseits die niedrige Kontrollfrequenz, andererseits der Umgang mit aufgedeckten Übertretungen: Schwammige Formulierungen im Gesetz werden allzu oft zulasten der Tiere und zugunsten der Tierhalter ausgelegt.

Kein Monat ohne Skandal der österreichischen Schweinehaltung - wertlose Qualitätssiegel

Erneut dokumentiert aktuelles Bild- und Filmmaterial die fürchterlichen Zustände in der österreichischen Schweinehaltung. Und wieder handelt es sich um in der Werbung hochgelobte Zulieferbetriebe österreichischer Supermärkte. Abgebissene Ohren, Kastenstände, die den Schweinen keinen Millimeter Bewegungsspielraum lassen, bauliche Mängel bringen akute Verletzungsgefahren für die Tiere.

Sinnbildlich für den alltäglichen Wahnsinn und die Gleichgültigkeit gegenüber intelligenten, leidensfähigen Lebewesen: Ein Schwein liegt schwer verletzt tagelang sterbend in einer Pfütze von Sekret, das ihm aus dem Unterleib rinnt, das Fleisch fault vom Körper, man sieht einen blanken Knochen. Fliegenlarven rundherum. Unvorstellbare Schmerzen, schwere Tierquälerei, in einem österreichischen Bauernhof.

Bitte kaufen Sie kein Fleisch aus konventioneller Tierhaltung. Sogenannte Qualitätssiegel oder Herkunftsgarantien geben keinerlei Auskunft über die Haltung der Tiere, die Einhaltung besonderer tierschutzrelevanter Standards oder Kontrollen. Die Macht der Konzerne ist groß, die Werbung zeichnet ein Bild, das fernab der Realität liegt. Doch in letzter Konsequenz haben es die KonsumentInnen in der Hand, die Realität zu verändern.

 

 

 

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