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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.09.2011)

Wien, am 26.09.2011

"Retz gegen Kastenstände!"

Auch beim Weinlesefest im nördlichen Weinviertel wurde Landwirtschaftsminister Berlakovich nicht erspart, mit seinen Unterlassungssünden in der Schweinehaltung konfrontiert zu werden

Das Weinlesefest in Retz: Tausende BesucherInnen, eine VIP-Bühne, Medien, und Landwirtschaftsminister Berlakovich hält eine Begrüßungsansprache. Weit nördlich von Wien im Weinviertel direkt an der tschechischen Grenze gelegen, wähnte sich der ÖVP-Minister in Retz möglicherweise außer Reichweite der Tierschutzkritik an seiner Einstellung zu den körpergroßen Käfigen für Mutterschweine, die er als tiergerecht bezeichnet hat. Berlakovich und sein Ministerium haben ja bis heute, 9 Monate nach Veröffentlichung des neuen Vorschlags für eine Schweinehaltungsverordnung (fast) ohne Kastenstände durch Gesundheitsminister Stöger, noch keinen einzigen eigenen Kompromissvorschlag in dieser Frage eingebracht. Die Diskussion über zumindest eine Einschränkung der Kastenstände in der Abferkelbucht, der sogenannten Abferkelgitter, war und ist für Berlakovich ein Tabu.

Deshalb mobilisierten die TierschützerInnen in Retz beim Weinfest und hielten dem Minister bei seiner Ansprache ein Transparent vor die Nase: „Retz gegen Kastenstände!“

Eine weitere Person trug ein Plakat mit der Aufschrift „Wein statt Schwein“. Der Bevölkerung gefiels, sie solidarisierte sich. Berlakovich ertrug die „Störung“ in stoischer Ruhe. In Wien hatte er noch erklärt, dass es mittlerweile wieder Gespräche zwischen Stöger und ihm für eine Kompromisslösung gebe. Allein, laut Gesundheitsministerium ist das nicht der Fall. Tatsächlich gibt es weiterhin keinen Vorschlag des Landwirtschaftsministers außer seinem sturen „Nein“, eingeflüstert von den LobbyistInnen der Schweineindustrie. Leidtragend sind nicht nur die Mutterschweine, die momentan lebenslang in diesen winzigen Käfigen stecken, sondern auch die Schweinebetriebe, weil es keine Rechtssicherheit mehr für Stallumbauten oder -neubauten gibt.

Nachdem die TierschützerInnen aus Retz ihre Botschaft dem Landwirtschaftsminister unter die Nase gehalten hatten, verließen sie den Podiumsbereich freiwillig und ohne Aufforderung, sodass dem Weinfest nichts mehr im Wege stand. Wir alle warten jetzt darauf, dass im Landwirtschaftsministerium der Lobbyismus durch Vernunft ersetzt wird.

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