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JETZT: TierschützerInnen besetzen Grazer Landwirtschaftskammer

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.12.2011)

Wien, 15.12.2011

In Büro angekettet – Protest gegen die dubiose Rolle des steirischen Kammerpräsidenten Wlodkowski und die undemokratischen Blockadepolitik der ÖVP zu Schweine-Kastenstand

In Büro angekettet – Protest gegen die dubiose Rolle des steirischen Kammerpräsidenten und die undemokratischen Blockadepolitik der ÖVP zu Schweine-Kastenstand

„Wir fordern, dass eine Tierschutzvertretung in die Verhandlungen über ein Verbot der Kastenstandhaltung von Mutterschweinen einbezogen wird“, pochen die BesetzerInnen auf ein Mindestmaß an Demokratie. Deshalb haben sie heute Vormittag ein Büro der steirischen Landwirtschaftskammer in der Hamerlinggasse 3 in Graz besetzt und sich dort angekettet. Eine weitere Gruppe von AktivistInnen blockiert, in Stahlrohre gekettet, die Einfahrt in den Hof. Vor der Tür am Opernring protestieren zahlreiche TierschützerInnen in Solidarität mit den BesetzerInnen.

Seit September 2010 schon ist die Missstandsfeststellung der Volksanwaltschaft bekannt, nach der die Kastenstandhaltung tierschutzgesetzwidrig ist

SPÖ-Tierschutzminister Stöger hat Anfang März eine Neuregelung vorgeschlagen, die die Zeit für die Mutterschweine im Kastenstand auf 1 ½ Monate pro Jahr reduziert. Doch ÖVP-Landwirtschaftsminister Berlakovich blockiert diese Verordnung mit seinem Veto. Der steirische Landwirtschaftskammerpräsident diktiert dabei seinem Minister aus derselben Partei, wie er sich zu verhalten habe. Den Tierschutz als Interessensvertretung der betroffenen Schweine hat man von vornherein aus der Diskussion ausgeschlossen.

Der steirische VGT-Kampagnenleiter David Richter ist selbst vor Ort: „Wir haben monatelang wissenschaftliche Stellungnahmen und praktische Alternativen zu Kastenständen vorgebracht und eine seriöse Diskussion gesucht. Leider blockiert die ÖVP und allen voran der steirische Landwirtschaftskammerpräsident jedes vernünftige Gespräch. Offenbar mangels Argumente versucht man die demokratische Diskussion zu umgehen und per Diktat, gegen den Willen einer 80%-Mehrheit für ein Kastenstandverbot in Österreich, Fakten zu schaffen. Deshalb müssen wir leider zu so drastischen Mitteln greifen, um gehört zu werden.“

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