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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.09.2014)

Wien, am 18.09.2014

Cesar Millan Zitate

In Hannover ist der ,,Hundeflüsterer" bei einer Hundeprüfung durchgefallen und durfte deshalb bei seinem Auftritt keine Hunde trainieren

Cesar Millan hat es nicht leicht in Europa, wohin er aufgrund zunehmender Kritik in den USA ausgewichen ist. In Wien hielt er sich unter den Argusaugen der MA 60, sowie zahlreichen HundetrainerInnen und TierschützerInnen in der Stadthalle sehr zurück und wandte auch sein eigens entwickeltes, EUR 75 teures Würgehalsband ,,Illusion" nicht an. Er präsentiere sich sehr zahm und mehr als Entertainer statt Hundetrainer. In Hannover in Deutschland wurde ihm vor seinem Auftritt aufgetragen, eine Hundeprüfung zu bestehen. Er fiel aber prompt durch und musste sein Programm abändern, wie folgender Artikel schildert.

Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie gefährlich Cesar Millans Erziehungsmethoden für Hunde sind. Bei seinem Auftritt in Wien wurden Broschüren verkauft, die zeigen, wie sich ein nach seinen Vorstellungen erzogener Hund dem Menschen annähern soll, nämlich unterwürfig (wie das Bild rechts vom Text zeigt).

Ab einer Nähe von 3,6 m muss er sich zu ducken beginnen, unter 1,2 m den Schwanz einziehen und ,,unterordnungsbereit" sein.

Zur Unterwerfung wird das Würgehalsband ,,Illusion" empfohlen, von dem Millan in seinem Buch ,,Du bist der Rudelführer" auf Seite 129 wörtlich schreibt: Ist die Leine dagegen [wie beim Illusion-Würgehalsband] an der obersten Stelle des Halses angebracht, setzen Sie am empfindlichsten Teil an. Dann brauchen Sie nur wenig Kraft, um mit Ihrem Hund zu kommunizieren, ihn zu führen und zu korrigieren. [...] Darüber hinaus trägt das Illusion-Halsband dazu bei, die Körpersprache eines Hundes zu verändern, sodass er aussieht, als sei er stolz auf sich. Das von gewaltfreien HundetrainerInnen empfohlene Brustgeschirr bei Hunden lehnt er ab, weil es nicht zur besseren Kontrolle der Tiere entwickelt wurde. [...] Allerdings werden Sie sich auf diese Weise nie den Respekt Ihres Hundes verdienen (Zitat aus seinem Buch Seite 131). Dagegen sei ein Stachelhalsband unschätzbar wertvoll (Seite 139).

Das in Österreich verbotene Elektroschockhalsband erachte ich als eine Möglichkeit, die in der Tat den Unterschied zwischen Leben und Tod für Ihr Tier ausmachen kann (Seite 141). Die Tierschutzkritik wischt er weg: Weshalb sehen wir dann, dass Hunde auch beim korrekten Einsatz des Elektrohalsbands infolge des Stromstoßes hochspringen, erschrecken oder gar aufjaulen? Die meisten Passanten können sich nicht vorstellen, dass wir den Hund dabei nicht irgendwie verletzen - was wir denn natürlich um jeden Preis vermeiden möchten. Die Antwort liegt in dem grundlegenden Unterschied zwischen Mensch und Tier - der Fähigkeit zu logischem Denken (Seite 143).

Das ,,richtige" Spazierengehen bespricht Millan in seinem Buch auf Seiten 349ff. Es beginnt damit, dass der Mensch immer vor dem Hund gehen muss: Er sollte nicht vor Ihnen zur Tür hinausflitzen. [...] Beim Spaziergang sollte Ihr Hund neben oder hinter Ihnen, aber niemals vor Ihnen herlaufen. [...] Sofern sich Ihr Hund in dieser Zeit seine wunderbare Geisteshaltung bewahrt hat, können Sie ihn belohnen, indem Sie ihn sein Geschäft verrichten lassen. [...] Der nächste Schritt betrifft das, wonach ich am häufigsten befragt werden: Wann lasse ich meinen Hund schnuppern? Ich empfehle, dem Hund während seiner Pipipause nicht mehr als 5 Minuten zuzugestehen, die er für sich selbst hat. Nun ist es Zeit für das Migrationsritual - das gemeinsame Vorwärtsbewegen. Diese Aufgabe sollte es dem Hund nicht erlauben, den Boden zu beschnuppern, sich umzusehen oder sich von bellenden Hunden hinter Zäunen ablenken zu lassen. Hier strahlen Sie folgendes aus: Ich bin der Rudelführer. Übe dich darin, mir zu folgen. Nachdem Sie ungefähr eine Viertelstunde erfolgreich miteinander gegangen sind, können Sie ihn noch einmal belohnen, indem er zwischen 2 bis maximal 5 Minuten lang vorneweg laufen und am Boden schnuppern darf. Die Belohnungsphase sollte immer sehr viel kürzer sein als die der Leistung, denn schließlich soll er Sie mehr als Rudelführer und weniger als einen Freund betrachten.

Ein mitfühlender Mensch wird wohl einen derartigen Umgang mit Hunden nicht übers Herz bringen.

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