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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.01.2015)

Wien, am 29.01.2015

Tier des Monats: Schwein Albert

Ein junges Schwein berichtet über sein Leben in der Tierfabrik...

"Mein Name ist Albert, ich bin ein Schwein und lebe in einer Tierfabrik mit etwa 800 anderen Schweinen. Mir wurde gesagt, dass diese Halle, in der wir alle leben, in Niederösterreich steht. Ich weiß überhaupt nicht, wie es draußen aussieht. Nur als ich brutal vom Transporter gestoßen wurde, der mich hierher gebracht hat, hab ich ein etwas von der Umgebung gesehen, aber genießen konnte ich sie nicht. Ich wurde sehr schnell hineingeschickt und gleich mit einigen anderen in eine Bucht getrieben.

Eigentlich nennen mich nur die neun Schweine um mich herum Albert. Zu den restlichen 791 hab ich leider kaum Kontakt, ich kann sie schreien hören und rieche sie. Der Mensch, der manchmal bei uns vorbeikommt, hat mich noch nie beim Namen genannt. Bei den Menschen bin ich nur eine Nummer.

Wie´s mir so geht?

Naja, von einem echten Schweineleben, wie ich es mir wünschen würde, kann ich nur träumen. Kein Schlamm zum Baden, keine Bäume zum Scheuern, keine Erde zum Wühlen, keine Sonne, die mir auf den Rücken scheint, kein Platz zum Herumlaufen und Spielen. Nichts davon ist hier möglich, denn ich stehe auf einem harten Spaltenboden und habe nicht einmal 1m² Platz. Das Einzige, was wir den ganzen Tag machen können, ist essen und schlafen. Das ist ziemlich langweilig, denn wir alle sind sehr neugierige Tiere. Wenn ich müde bin und schlafen möchte, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich auf den harten Boden in meine eigenen Ausscheidungen und auch in die Ausscheidungen meiner Buchtenkollegen zu legen.

Als wir hier hergekommen sind, hat es schon gestunken, aber mittlerweile bin ich seit etwa vier Monaten da, und es ist wirklich unerträglich. Unsere Nase ist ein spitzen Sinnesorgan, umso schlimmer ist der entsetzliche Gestank und das Brennen in den Augen. Das verursacht der Ammoniak und der kommt aus den Exkrementen im Güllekanal, den man sehen kann, wenn man genau durch die Spalten im Boden blickt. Auch die Spalten selbst, auf denen wir stehen und schlafen, sind mittlerweile kotverschmiert. Einem meiner Kollegen ist ein Stück Darm aus seinem Popo gerutscht und andere haben aus lauter Langeweile, und weil sie schon vor Gestank und Schmerzen am Durchdrehen waren, darauf herumgekaut. Der Bauer hat dann meinen kranken Kollegen einfach auf den Gang zwischen den Buchten gelegt, bis er gestorben ist.

So schwer verletzt bin ich zwar nicht, aber an meinen Gelenken sind Schwielen, die langsam sehr schmerzhaft werden. Wenn ich an schmerzhaft denke, fallen mir einige schreckliche Momente meines Lebens ein.

Meine Mutter war in ein Gitter gesperrt, wodurch sie sich nicht wirklich um uns Babys kümmern konnte. Dieses Gitter wird auch Abferkelgitter oder Kastenstand genannt. Ein wirkliches Kuscheln, Schmusen und Abschlecken von meiner Mutter war dadurch nicht möglich. Ein Busserl hab ich nur bekommen, wenn ich vorne bei der Nase meiner Mama vorbeimarschiert bin. Meine Mama hat sich immer entschuldigt, dass sie sich nicht um uns Babys kümmern konnte und auch kein bequemes Nest bauen konnte, aber die Menschen haben sie in diesen Kastenstand gesperrt. Sie konnte sich nicht einmal umdrehen! Mama hat gesagt, dass sie schon einen Großteil ihres Lebens so eingesperrt ist und, dass es vielen Mutterschweinen so ergeht. Die Trennung von meiner Mutter war schon sehr früh, ich war circa vier Wochen alt. Ich war sehr traurig und verstört. Auf einem LKW ging dann meine Reise weiter in diese Masthalle hier.

Der für mich sicherlich qualvollste Moment in meinem Leben war, als ich noch bei meiner Mutter lebte. Ich war noch nicht einmal eine Woche alt, als der Bauer mich von meiner Mutter wegnahm. Ich hatte große Angst, ich wusste nicht, was vor sich ging. Dann hat mich der Bauer sehr fest gehalten, richtig fixiert in seinen Händen. Ich konnte nicht aus, ich wollte weg, hatte aber keine Chance. Vor lauter Angst hab ich geschrien, doch dann spürte ich auf einmal einen furchtbaren Schmerz bei meinen Hoden. Der Bauer hat mir mit einem Skalpell zwei Schnitte zugefügt. Das hat so weh getan, es war unfassbar. Vor lauter Schmerzen hab ich geschrien so laut ich konnte und dann kam gleich die nächste furchtbare Qual. Ein starkes Ziehen war zu spüren, gefolgt von einem weiteren Schnitt. Mir wurden meine Samenstränge durchtrennt. Ich wurde kastriert. Ich hab verzweifelt geschrien, versuchte mich zu wehren. Ich war verstört, geschockt und hatte unvorstellbare Schmerzen, die ich noch Tage später spüren konnte.

Meine Mutter hat gesagt, dass alle männlichen Ferkel kastriert werden, weil sie dann besser schmecken. Ja wirklich, schmecken hat sie gesagt. Denn Schweine werden nur gezüchtet, um getötet und gegessen zu werden. Kann das jemand verstehen? - Und mit diesem Wissen muss ich jetzt leben. Ich weiß nicht, wie lange noch, eine Woche, einen Tag, ein paar Stunden? Jeden Tag lebe ich voller Angst, dass das mein letzter ist und ich weggebracht werde. Auf den Schlachthof. Ich habe kein schönes Leben – aber sterben? Das will ich auch nicht."

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