Teilen:

Tierquälerprozess in Linz: 25 Jahre Tierquälerei – ein Kavaliersdelikt?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.06.2015)

Wien, 10.06.2015

25 Jahre lang hatte Josef S. selbst gebastelte Trittfallen im Wald versteckt und damit unzählige Tiere gefangen, verstümmelt und getötet. Gestern saß er 40 Minuten auf der Anklagebank. Das rechtskräftige Urteil: 6 Monate bedingt und 180 Tagessätze plus Verfahrenskosten, insgesamt 1.770 Euro.

Zu seiner Verteidigung las der Angeklagte seine vorbereitete Verteidigungsrede: Er habe die Fallen bloß zum Waldschutz verwendet. Was er getan habe, täte ihm leid. Um es wieder gut zu machen, habe er 2.000 Euro an Amnesty, Caritas und Notfallhilfe für in Not geratene Bauern gespendet. Dass er reumütig sei, wäre durch Spendenbelege beweisbar. Warum er aber, nachdem er das Geld gespendet hatte, noch bis 2.4.2015 weitergemacht hat, Fallen aufzustellen, wenn es ihn doch gereut hätte, was er getan hatte, konnte er nicht beantworten. Warum er kein Geld an Tierschutzorganisationen gespendet hat, wenn es ihn doch gereut hätte, Tiere gequält zu haben, wurde er nicht einmal gefragt. Die Bäume, meinte er, täten ihm jedenfalls mehr leid als die Rehe und vielen anderen Tiere, die er in den Fallen gefangen hatte und denen er die Beine mit einer Baumschere abschneiden musste, um sie aus den Fallen zu kriegen und im Wald zu vergraben.

„Jemand quält und tötet ein viertel Jahrhundert lang unzählige Tiere, tut dann - weil es ein Strafmilderungsgrund ist - vor Gericht so, als wäre er einsichtig und reumütig, und obwohl sehr leicht zu erkennen wäre, dass er gar nicht zu Einsicht und Reue fähig ist, geht er 40 Minuten später als freier Mann wieder nach Hause, als wäre die letzten 25 Jahre nichts vorgefallen,“ kommentiert Roland Hoog das Urteil.

„Der wahre Skandal ist aber, dass es in unserer Rechtsordnung das geringere Vergehen für diesen Mann war, unzähligen Lebewesen unvorstellbares psychisches und physisches Leid sowie einen qualvollen Tod bereitet zuhaben – darauf stehen nur bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätze Geldstrafe. Mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe hätte er hingegen dafür büßen können, dass er in fremdes Jagdrecht schwer eingegriffen hatte. Dass der Eingriff in fremdes Jagdrecht dreimal schwerer wiegt als die Tierquälerei, und dass es den Straftatbestand der schweren Tierquälerei gar nicht gibt, zeigt einmal mehr, von wem in diesem Land die Gesetze gemacht werden: 26% der ÖVP-Abgeordneten in Nationalrat und Bundestag sind entweder Jäger oder Tierfabriksbesitzer, und für sie ist das Recht, das sie sich und uns setzen, ihr Herrschaftsinstrument.“

26.02.2026, Wien

VGT-Erfolg: Hernals bekommt wichtige neue Amphibien-Tunnel

Seit 7 Jahren betreut der VGT eine Amphibien-Wanderroute am Hanslteich. Ein fixes Tunnelleitsystem wird die Tiere in Zukunft nachhaltig schützen

26.02.2026, Wien

VGT-Proteste gegen SPAR Vollspaltenboden-Schweinefleisch: Montag Verhandlungstag

Da SPAR den VGT per SLAPP-Klage mundtot machen will, wurden Demos „SPARt Euch diese Tierquälerei“ wieder aufgenommen – Protest heute 11 Uhr Wien Schottengasse 6

24.02.2026, Wien

Handelsgericht Wien: Einstweilige Verfügung gegen Skandal-Schweinefabrik Hardegg

Besitzer Maximilian Hardegg darf den VGT bis zum Urteil über die Unterlassungsklage nicht mehr als „terroristische Vereinigung“ bezeichnen – noch nicht rechtskräftig

23.02.2026, Wien

Einladung zur Demonstration für Amphibientunnel in Hernals

Geplanter Tunnelbau für den Hanslteich auf wackeligen Beinen, Amphibienschützer:innen demonstrieren vor Bezirksvertretungssitzung und fordern rasche Umsetzung

20.02.2026, Salzburg

Jagdmesse Salzburg: illegale Tellereisenfallen und Abschüsse von Bären verkauft

Für Außenstehende wirkt die Mentalität der Menschen, die da als Kund:innen angesprochen werden sollen, schwerst pathologisch – Tierschutz-Demo vor dem Messegelände

19.02.2026, Wien

42* Klimaaktivist:innen angeklagt: VGT solidarisch, Klimawandel größte Bedrohung

Bei einer derart drastischen Bedrohung für uns alle sind auch drastische Aktionen gerechtfertigt – es wäre ein Verbrechen, sehenden Auges die eigenen Kinder in den Untergang zu schicken!

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung