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Tier des Monats: Rebhuhn Mathilda

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.10.2015)

Wien, 30.10.2015

Rebhuhn Mathilda erzählt uns ihre berührende Geschichte vom Leben als Zuchttier für die Jagd.

Mathilda ist mein Name, ich bin ein Rebhuhn. Obwohl ich ein Wildtier bin, bin ich nicht in der freien Natur zur Welt gekommen, sondern in einer Brüterei. Neben mir sind viele andere Rebhuhnküken geschlüpft, beinahe alle gleichzeitig. Wir haben die ganze Zeit nach unseren Müttern gefiepst, doch die waren nirgends zu sehen. Der Brutschrank wurde geöffnet und wir wurden in einen Behälter geschubst. Dann passierte etwas Grausames. Ein Küken nach dem anderen wurde mit dem Kopf voran in eine kleine Maschine gehalten. Umso näher ich dieser Maschine kam, desto lauter und tragischer wurde das Fiepen. Lauter Angst- und Verzweiflungsschreie waren zu hören. Und dann kam ich an die Reihe. Ich spürte einen furchtbaren Schmerz an meinem Schnabel und schrie auf. Mein Schnabel wurde gekürzt, einfach abgeschnitten. Wie soll ich jetzt essen, wie soll ich meine Nahrung aufnehmen,wie soll ich mich verteidigen?

Danach wurden wir alle, und ich muss sagen, dass es sich wirklich um viele Babys handelte, in Transportboxen gepfercht. Diese Boxen voll mit kleinen Rebhuhnbabys kamen auf einen Transporter und es stand uns eine lange Reise bevor. Auf der Autobahn konnte ich erkennen, dass wir von Ungarn nach Österreich fuhren. In Österreich stoppte der Transporter in einem kleinen Waldstück und ich dachte mir, dass nun endlich mein Leben als richtiges Wildtier beginnen darf. Endlich würde ich über Wiesen laufen können, auf Bäume und Sträucher flattern, in der Sonne baden und durchs Dickicht streunen. Doch nichts dergleichen folgte. Massenhaft wurden wir in eine Voliere gesteckt. Ich konnte zwar ein bisschen herumlaufen, doch überall waren andere Tiere und rundherum war ein Maschendrahtzaun und über uns wurde ein Netz gespannt, damit wir nicht wegflattern können. Ein Ausbüchsen, um in Freiheit zu leben, war nicht möglich. In dieser Voliere verbrachte ich einige Monate. Ich stritt mich immer wieder mit anderen Rebhühnern und wollte mich wehren, doch mit einem abgeschnittenen Schnabel ist dies nicht möglich. So wurde ich als rangniederes Tier immer wieder vertrieben, aber ich fand auch ein paar Freunde. Mit dem Essen ging es nur schwierig, Würmer aus dem Boden ziehen war unmöglich.

Ich muss gestehen, dass ich jede Nacht davon träumte, endlich ein freies Rebhuhn zu sein. Doch ein Tag glich dem anderen. Ich wurde eingesperrt gehalten wie eine Legehuhn in einer Bodenhaltung. Was wollten die Menschen von mir? Meine Eier – nein. Also wollen sie mein Fleisch - nein. Ich erfuhr, dass mich die Menschen nur halten, um mich zu erschießen – für den Jagdspaß. Wie gibt es so etwas, dass Menschen so große Lust am Töten verspüren, dass sie Rebhühner extra züchten, einsperren, um sie dann abzuknallen? Seitdem ich das weiß, fürchte ich mich vor diesem Tag – es wird ein Tag voller Angst und Schrecken. Es wird ein Tag, der mit meinem Tod endet.

Und dann war es soweit. Menschen kamen und fingen uns ein – auf brutalste Art. Die Menschen achteten nicht darauf wie sie uns packten. Ich sah, wie ein Rebhuhn am Kopf gepackt wurde, ein anderes am Hals und wieder ein anderes am Bein. Mich erwischten sie am Flügel und warfen mich in eine Box. Mein Flügel schmerzte furchtbar. Es wurden immer zirka 5 Rebhühner in eine Kiste geschleudert. Nach einer kurzen Fahrt wurde eine Kiste nach der anderen an kleinen Lichtungen im Wald abgestellt. Und dann hieß es warten, warten auf den Tod.

Am nächsten Tag hörte man schon von der Ferne lautes Gegröhle von den JägerInnen und das Kläffen ihrer Jagdhunde. Ein paar Menschen mit Warnwesten näherten sich unserer Kiste, öffneten sie, trieben uns hinaus und schrien. Dann fiel schon der erste Schuss, gefolgt von einem weiteren und noch einem und noch einem und vielen mehr. In Todesangst rannte ich quer durch das Gestrüpp. Mein Flügel schmerzte so sehr, dass ich nicht fliegen konnte. Neben mir fielen meine toten Artgenossen wie Regentropfen vom Himmel. Ein Rebhuhnfreund landete direkt neben mir, er lebte noch, Blut drang aus einer Wunde am Rücken. Ich wollte helfen, wusste aber nicht wie. Da hörte ich einen Hund näher kommen, der meinen Freund zum Jäger oder zur Jägerin bringen soll. Ich lief um mein Leben. Nach einigen Minuten brach ich erschöpft zusammen. Als ich wieder aufwachte, war die Jagd vorbei, es war still.

Doch wie lange, wann werde ich die nächsten Schüsse hören und um mein Leben bangen?

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