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Warum mussten Kimbo und Lya sterben?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21.03.2017)

Inzersdorf, 21.03.2017

Laut Schätzungen werden pro Jahr 30.000 Hunde und Katzen von JägerInnen erschossen - Kimbo und Lya sind zwei davon!

Der Abschuss von Hunden und Katzen ist in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen nach wie vor erlaubt. Geregelt ist dies auf Landesebene, sprich jedes Bundesland hat eine eigene Regelung. In der Regel wird jedoch darauf abgestellt, dass ein Abschuss von Hunden dann erlaubt ist, wenn sie wildernd aufgefunden werden oder sich der Einwirkung ihrer Tierhalterin/ihres Tierhalters entzogen haben. Gemeint ist damit, dass sie sich nicht mehr in deren Rufweite befinden. Unter gewissen Voraussetzungen und in gewissen Bundesländern ist ein Abschuss sogar dann erlaubt, wenn sich die Tiere auf dem eigenen Grundstück befinden. Katzen dürfen üblicherweise dann erschossen werden, wenn sie innerhalb einer gewissen Entfernung zum nächsten Wohnhaus aufgefunden werden. Ganz besonders schlimm ist die Regelung in Niederösterreich: dort sind die Jäger nicht nur zum Abschuss ermächtigt, sondern sogar verpflichtet! Streng genommen gilt dies derzeit auch noch fürs Burgenland, dort wird die Verpflichtung mit den kommenden Änderungen des Jagdgesetzes jedoch ebenfalls in eine Ermächtigung umgewandelt.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition: Schluss mit der Jagd auf Haustiere

Geschätzt wird, dass jährlich um die 30.000 Hunde und Katzen von JägerInnen erschossen werden. Berechnet wurde dies über offizielle Angaben der Jägerschaft aus Deutschland, die auf die österreichische Einwohnerzahl heruntergerechnet wurden. Gerade bei Katzen, die ja leider auch sehr oft dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, ist es auch für die TierhalterInnen schwierig, überhaupt davon zu erfahren, dass ihre geliebten tierlichen MitbewohnerInnen feige von JägerInnen erschossen wurden. Bei jedem dieser 30.000 Einzelschicksale handelt es sich um ein geliebtes Familienmitglied, dessen Fehlen Wut und Trauer hinterlässt. Zu Gerichtsverfahren kommt es selbst in den Fällen, in denen der Abschuss der Tiere illegal ist, so gut wie nie. Eine der wenigen Ausnahmen davon bilden die Hunde Jamie und Senta, über die der VGT bereits mehrmals berichtete - hier sitzt ein Jäger aktuell vor Gericht. Viele andere warten nach wie vor auf zumindest ein kleines Stück Gerechtigkeit, so auch die HundehalterInnen von Kimbo und Lya.

In Memoriam Lya

Kimbo & Lya

Anfang Dezember des Vorjahres erreichte uns ein trauriges Mail einer Hundehalterin. Kimbo, ein siebenjähriger Schäfer-/Wolfshundmischling wurde in Inzersdorf erschossen, als er bei einem verlassenen Feldweg nur kurz einen kleinen Hügel hinauf rannte. Sofort fiel ein Schuss, gefolgt von einem schmerzverzerrrten Heulen. Kurz darauf starb Kimbo in den Armen seiner menschlichen Freundin. Der Jäger versuchte diese abscheuliche Tat damit zu rechtfertigen, dass er Kimbo mit einem Fuchs verwechselt hatte. Kimbo war groß gewachsen, wog um die 38 kg und hatte eher eine Wolfsform - so ist es kaum vorstellbar, dass man ihn mit einem Fuchs verwechseln kann, diese erreichen gerade mal fünf bis sieben Kilogramm. Zwar wurde auch hier eine Anzeige bei der Polizei eingebracht, bisher allerdings ohne Ergebnis.

Ein ähnlich tragisches Schicksal musste Lya Mitte Jänner diesen Jahres erleiden. Die eineinhalb jährige Husky-Hündin konnte aus dem Garten der Familie ausbüchsen und auf ein Feld neben dem Haus gelangen. Ein Jäger gab sofort zwei Schüsse mit einem Schrotgewehr auf die junge Hündin ab und verletzte sie lebensgefährlich. Zwar konnte sie sich mit letzter Kraft noch bis zu ihrer Familie zurückschleppen, trotz mehrerer Operationen jedoch nicht mehr gerettet werden. Vor allem ihr Darm und Gallenblasengang war zu sehr beschädigt, weshalb sie einige Tage nach dem Angriff verstarb.

Jamie, Senta, Kimbo und Lya sind nur vier der unzähligen Tiere, die jeden Tag von JägerInnen getötet werden. Ihre Geschichten sollen auch symbolisch für all die anderen tragischen Einzelschicksale stehen. Deshalb fordert der VGT bereits seit Jahren unter anderem ein Verbot des Abschusses von Haustieren.

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