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Und woher kommt Ihr Osterschinken?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.04.2017)

Wien, 14.04.2017

Der Osterschinken ist eine traditionelle Osterspeise. Doch wie viel Leid müssen die Schweine für die Produktion eines solchen Stücks Fleisch erleiden?

Das Osterfest findet nach der Fastenzeit statt und ist daher für viele Menschen die erste Gelegenheit seit langem, es sich mal wieder richtig schmecken zu lassen. Traditionelle Gerichte, wie der Osterschinken, führen zu einem besonders hohen Verkauf von Schweinefleisch zu dieser Jahreszeit. Der VGT hat sich die gängigsten Marken und Gütesiegel in diesem Bereich genauer angesehen und eine Matrix nach verschiedenen Kriterien erstellt (siehe Bild rechts).

Im oberen Bereich sieht man die konventionellen Marken und Siegel, diese haben einen Marktanteil von ca. 98 %, fast das gesamte verkaufte Schweinefleisch stammt also aus konventioneller Haltung. Man sieht, dass hier fast kein grünes Häkchen gesetzt wurde. Im unteren Bereich sieht man die Marken und Siegel der biologischen Haltung.

Was bedeuten diese Kriterien?
Der Kastenstand ist dazu da, die Muttersau zu fixieren, damit sie sich nicht versehentlich auf die neugeborenen Ferkel legt und diese dabei erdrückt. Außerdem wird dadurch Platz gespart. Gerade um die Zeit der Geburt herum sind die Mutterschweine allerdings besonders aktiv, sie festzuhalten bedeutet eine schlimme Tierquälerei.

Beim Schwanzkupieren wird den Schweinen vorsorglich der Schwanz gekürzt, damit es nicht zu Verhaltensstörungen wie dem Schwanzbeißen kommen kann. Das Schwanzbeißen ist allerdings ein Hinweis auf schlechte Haltungsbedingungen, das Kupieren löst also nicht die Ursache des Problems.

Bei der Kastration ist es in Österreich üblich, diese betäubungslos durchzuführen. Lediglich schmerzstillende Mittel sind vorgeschrieben, die Tiere müssen diesen grausamen Eingriff bei vollem Bewusstsein erleben.

Vollspaltenböden sind perforierte Böden, durch deren Spalten der Kot der Tiere fallen kann, was das Ausmisten des Stalls ersetzt. Angenehmes Liegen ist hier für die Tiere unmöglich, außerdem sind sie ständig den Dämpfen ihrer Fäkalien ausgesetzt.

Eine Einstreu mit Stroh ist notwendig, damit die Tiere ihrem natürlichen Verhalten, dem Wühlen und Erkunden, nachkommen können. Auf Vollspaltenböden ist die Verwendung von Stroh nicht möglich, da dieses einfach durch die Spalten fallen und das automatische Entmistungssystem verstopfen würde.

Ein Außenbereich oder Zugang zu einer Weide erlauben den Tieren, an der frischen Luft zu sein und verschiedene Wetterbedingungen zu erleben. Bei der Weide gibt es zusätzlich einen natürlichen Boden, in welchem die Tiere wühlen können.

Mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben gibt es vor allem im Biobereich, da man sich hier darauf geeinigt hat, den Tieren generell mehr Platz zu bieten.

Die CO2-Betäubung wird eingesetzt, damit die Tiere bei der Schlachtung keine Schmerzen empfinden. Leider handelt es sich dabei selbst um eine schmerzhafte Handlung, da die Tiere einen stechenden Schmerz durch das Kohlendioxid empfinden und eine Atemnot und Panik erleben.

Eine vegane Ernährungsweise ist natürlich das Optimum im Tierschutz. Wenn es aber doch einmal Fleisch sein soll, kann man beim Einkauf darauf achten, dass das Tier zumindest kein Leben voller Leid führen musste. Wer Ostern doch lieber ohne Tierprodukte verbringen möchte, kann sich zum Beispiel am Blog von Totally Veg! Inspiration holen.

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