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Das Schweigen der Lämmer

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.04.2017)

Wien, 14.04.2017

Ein Film zeigt eine "ganz normale" Schlachtung in einem österreichischen Schlachthof

Eine Schlachtung ist halt nicht schön anzusehen, sagen die einen. Die anderen machen sich keine großartigen Gedanken, wie Schlachtungen vor sich gehen. Sie kaufen ihr Fleisch schön abgepackt im Supermarkt oder direkt beim Bauern.

Niemand möchte, dass die Tiere bei der Schlachtung gequält werden, aber wie es genau abläuft wollen diejenigen, die das Fleisch essen, meist auch nicht wissen. Man kennt Aussagen wie: "Das kann ich mir nicht ansehen, da vergeht mir ja die Lust auf Fleisch und ich möchte es dann nicht mehr essen." Aber: man sollte ja doch wissen, woher es kommt, wenn man dafür bezahlt und es isst, oder?

Es gibt Tiere, die in Angstsituationen laut sind. Schweine zum Beispiel. Sie schreien und hoffen so, ihr gegenüber beeindrucken zu können. Doch Schafe und Rinder leiden leise. Schafe versuchen zu flüchten, zu entkommen. Schlachthöfe sind natürlich so gestaltet, dass die Tiere nirgends hin können.

Schafe sind Gruppentiere. Sie bleiben beieinander, so fühlen sie sich sicherer. Das machen sich die Schlachter zunutze: sie ziehen ein einzelnes Tier an den Ohren aus der Gruppe in Richtung Schlachtbereich.Sie halten das angsterfüllte und panische Tier dann am Schwanz fest,damit die anderen folgen. Das zeigen die Aufnahmen in einem steirischen Schlachthof.

Massenhaft Tiere werden geschlachtet, es muss schnell gehen, die Tiere sind gestresst, die Arbeiter auch. So kommt es immer wieder zu Fehlgriffen, zu Fehlbetäubungen und offensichtlich ist niemand da, der eingreift. Ganz normaler Alltag in einem österreichischen Schlachthof.Versteckter Alltag, normalerweise sieht niemand, wie es abläuft. Es gibt keine Werbevideos, die zeigen, wie mit den Tieren umgegangen wird, keine Videos auf den Websiten der Schlachthöfe, der SchafhalterInnen, der Supermärkte. Nur Tierschutzvereine wollen, dass die Menschen, die potentiellen KonsumentInnen von (Schaf-)fleisch wissen, wie es abläuft.Man soll sich nicht selbst belügen und glauben, dass eh alles passt und gut ist, sobald der rot-weiß-rote Stempel drauf ist.

Die Information diverser Behörden und politisch Verantwortlicher ist immer die gleiche: vom Videomaterial aus kann man nicht beurteilen, ob die Tiere wirklich betäubt sind oder nicht, das müsste man direkt am Tier prüfen. Das Videomaterial zeigt keine solchen Prüfungen.

Es stimmt also: Schlachtungen sind nicht schön anzusehen. Aber mehr noch: sie sind für manche Menschen so grausam, dass sie beschließen, sie nicht mehr zu finanzieren, indem sie kein Fleisch mehr essen.

 

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