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Zirkus Alberti wirbt trotz Verbots mit Wildtieren!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.10.2017)

Österreich, 02.10.2017

Zirkus mit brutaler Vorgeschichte unterwegs in Österreich – der VGT dokumentiert die Ereignisse

Tiere im Zirkus – man würde meinen, dass diese „Kunst“ bereits der Geschichte angehört. Dennoch touren jeden Sommer einige Zirkusse mit Tieren durch Österreich. Auf eine ganz besonders dreiste und berüchtigte Zirkusgesellschaft wurden wir in den vergangenen Wochen gleich zweimal von AnrainerInnen aufmerksam gemacht.

Ponys, Kamele und Zebu-Rinder auf hartem Kiesboden – teilweise keine Unterstände vor der brennenden Sonne dieses heißen Sommers. So müssen die Tiere tagelang in den Spielstätten ausharren. Die einzige Unterbrechung bieten die für die Tiere meist wenig freudigen Vorführungen. Dazwischen liegen stundenlange Fahrten in LKWs und Anhängern. Ein tiergerechtes Leben sieht anders aus.

Berüchtigte Zirkusgesellschaft

Der Zirkus Alberti ist tierschutz-interessierten Menschen und Tierschutzorganisationen in Deutschland und Österreich bereits seit Jahren bekannt. Im Jahr 2000 schlugen Mitarbeiter des Zirkus eine deutsche Amtstierärztin nieder, nachdem sie ein Tierhaltungsbuch, in dem Missstände dokumentiert waren, mitnehmen und kopieren wollte. Mehrere Angriffe auf TierschützerInnen, die Mahnwachen und Proteste abhielten, folgten in den nächsten Jahren. Immer wieder wurden die TäterInnen verurteilt, oft jedoch entzogen sie sich den Ermittlungen durch Weiterziehen. Link zur PeTA-Chronik.

„Zirkus-Bär“ Ben und sein trauriges Schicksal

Schon 2006 wurde dem Zirkus Alberti das erste Mal eine Beschlagnahmung des Bären Ben angedroht, wenn die Haltungsbedingungen nicht umgehend verbessert werden würden. Doch auch 2011, fünf Jahre später, mussten TierschützerInnen erneut feststellen, dass Ben an drei aufeinander folgenden Tagen weder ein Außengehege betreten konnte, noch eine Schwimmmöglichkeit zur Verfügung hatte. Eine weitere Anzeige folgte. Doch der Zirkus konnte sich den Urteilen immer entziehen. Im März 2016 meldeten TierschützerInnen der Organisation PeTA erneut die widrigen Haltungsbedingungen der Tiere im Zirkus. Die Behörden fanden den Bären Ben daraufhin in einem fensterlosen Anhänger eingesperrt auf. Nur wenige Wochen später wurde das Tier ein weiteres Mal in einem kleinen Käfig aufgefunden, ohne Futter oder Wasser, und daraufhin beschlagnahmt und in einer Auffangstation für Bären untergebracht. Auch bei dieser Amtshandlung wurden die ZirkusmitarbeiterInnen wieder handgreiflich und versuchten sogar mit dem Bären zu fliehen. Dennoch – Happy End: Bis heute darf Ben auf einem Lebenshof ein echtes Bären-Leben erfahren! Video der Beschlagnahmung und vom Fluchtversuch

Andere Tiere leiden immer noch

Während immer noch ein Bär und andere Wildtiere so manche Plakate des Zirkus „schmücken“, sind es nun andere Tiere, die in Bens alten Käfiganhänger eingesperrt werden. Wir sahen drei große und verspielte Schäferhunde, die in dem Gitter-Transporter ihre Tage verbringen mussten. Gerade einmal 10 m² Schotterfläche stehen ihnen als Auslauf zur Verfügung – ein Stock und ein paar Seilstücke sind die einzige Beschäftigung. Die beiden Zebu-Rinder fanden wir an zwei unterschiedlichen Spielstätten ohne Unterstand auf. Wie alle anderen Tiere mussten auch sie auf hartem Kiesboden leben. Kein Gras zum Kauen, keine weiche Liegefläche zum Ruhen. Während die großen Pferde die meiste Zeit in Boxen unter einem kleineren Zirkuszelt gemeinsam mit den Kamelen untergebracht sind, müssen die Miniaturpferde und Ponys gemeinsam mit dem einzigen Lama mit ihrem Metallcontainer-Transporter als Unterkunft auskommen. Wir vermuten stark, dass es darin an den heißesten Sommertagen unerträglich wird.

Falsche Werbung und Tierleid zur Belustigung der Menschen

Plakate, die in Kapfenberg in der Steiermark und auch anderen Orten hingen, zeigten diverse Tiere – drei von vier davon sind als Wildtiere in Österreich allerdings in Zirkussen verboten! Dennoch wirbt der Zirkus mit „exotischen Tieren“, wobei keines dieser Tiere in Österreich „mittourt“ oder auftritt. Wegen dieser irreführenden Plakate hatte jemand sogar Beschwerde beim Werberat eingelegt, doch dieser fühlte sich nicht zuständig. Währenddessen tourt der Zirkus trotz aller Skandale und Urteile weiterhin durch Österreich und Deutschland. Wir hoffen, dass sich auch die letzten Menschen bald darauf besinnen, dass ein Zirkusleben nichts für Tiere ist und dass ein kurzes Lachen in der Manege das Leiden der Tiere tagein und tagaus nicht aufwiegen kann.

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