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Kranke Ferkel kaltblütig erschlagen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.01.2018)

St. Pölten, 18.01.2018

Die Liste der Vorwürfe gegen einen NÖ Schweinestall ist lang und vielfältig: Dunkelhaft, Qualen durch barbarische Kastration, Vernachlässigung der Tiere. Der VGT veröffentlicht den nächsten Vorwurf, der ebenfalls bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten angezeigt wurde.

Video zeigt kaltblütiges Töten
Viele dramatische Sequenzen hat der VGT bereits der Öffentlichkeit präsentiert, dieses Video ist jedoch nichts für sensible Menschen: Videoaufnahmen zeigen ein Ferkel nach der Geburt, das offensichtlich Probleme mit den Vorderbeinen hat. Das Tier kann nicht aufstehen, kommt nicht vom Fleck. Hilflos liegt es da und wartet auf Hilfe.

 


Als ein Arbeiter sich zu dem Ferkel beugt, passiert das Unfassbare: er nimmt das kleine Schweinchen an einem Ohr und schleudert es auf die andere Seite der Bucht, wo es vor Schmerzen schreit. Einige Zeit bleibt es dort hilflos liegen, bevor die letzten Momente des Ferkels beginnen: an den Hinterbeinen wird das Tier gepackt und direkt neben der Mutter erschlagen. Der Arbeiter wirft es achtlos in einen Kübel, wo andere bereits tote Tiere übereinandergetürmt liegen.

David Richter vom VGT dazu: "Der Normalfall in diesem Betrieb ist, dass man schwache Ferkel illegal verhungern lässt. Das einfache Erschlagen ist ebenfalls illegal. Wenn schon, dann muss mit einem stumpfen Gegenstand auf das gut fixierte Tier geschlagen werden - nicht das Tier wild gegen Boden oder Gegenstände schlagen."

In der Wiener Tierärztlichen Monatsschrift heißt es dazu: " Nicht zulässig ist es, das Ferkel über eine Kante, gegen eine Wand oder auf den Boden zu schlagen, da es hierbei zu einem Genickbruch kommen kann und das Ferkel dann lediglich gelähmt, jedoch bei vollem Bewusstsein wäre (TVT, 2014; KREMLING, 2015, in: Wiener Tierärztliche Monatsschrift, 2015 Ausgabe 9-10 Themenheft Artikel 6: Hinweise zu Zeitpunkt und Durchführung der tierschutzkonformen Nottötung beim Schwein [The time and methods for emergency killing of pigs])

Der VGT fordert die niederösterreichische Landesregierung sowie landwirtschaftliche Verbände dazu auf, sicherzustellen, dass zumindest die ohnehin minimalen Tierschutz-Standards eingehalten werden. Dazu muss es eine ernst zu nehmende Kontrolle geben sowie regelmäßige Schulungen, damit die LandwirtInnen zumindest über die Gesetzeslage Bescheid wissen.

Der Bezirkshauptmann konnte oder wollte die Frage noch nicht beantworten, wann dieser Betrieb mit mehreren tausend Schweinen zuletzt kontrolliert wurde. Somit ist zu prüfen, ob hier ein Behördenversagen vorliegt.

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