Teilen:

Notschlachtung während Verhandlung am Schlachthof

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.02.2018)

Wien, 02.02.2018

Verletzter Stier wurde nach Eingreifen einer Amtstierärztin direkt am Transporter getötet.

Am 30. Jänner 2018 wurde über die Nutzungsbewilligung des Zubaus eines Schlachthofs südlich von Graz verhandelt. Geladen waren die direkten AnrainerInnen und zahlreiche GutachterInnen – auch zwei VGT-TierschützerInnen nahmen teil. Die NachbarInnen hatten die Möglichkeit ihre Beschwerden vorzubringen: Viele berichteten von Geruchsbelastungen durch die Blut- und Fleischabfallbehälter. Andere erzählten von Schweinen, die auf Transportern verladen die ganze Nacht schreiend auf ihre Schlachtung am nächsten Tag warten mussten.

Am Ende der Begehung des Schlachthofzubaus wurde bei der Entladung eines gerade angekommenen Tiertransporters des Schlachthofs eine traurige Entdeckung gemacht. Nicht nur waren die geladenen Stiere illegaler Weise während der Fahrt mit Stricken an der Seitenwand des Wagens angebunden, ein Tier lag am Boden und schien nicht aufstehen zu können. Nachdem die ersten Stiere entladen und in den Schlachthof gebracht worden waren, erkannte die für die Verhandlung anwesende Amtstierärztin das offensichtlich verletzte Bein des Stieres. Sofort stoppte sie das Treiben und Entladen des Stieres – laut Gesetz müssen verletzte Tiere unverzüglich vor Ort getötet werden. Der beamtete Schlachthoftierarzt war zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort an der Anlieferungsrampe.

Der Stier blieb auf drei Beinen stehend im Transporter angebunden. Nach rund einer dreiviertel Stunde kamen mehrere SchlachthofmitarbeiterInnen zurück zum Transporter. Mit einem Bolzenschuss wurde das verletzte Tier betäubt und danach sein Hals aufgeschnitten. Sein lebloser Körper wurde darauf hin mit einer Seilwinde vom Transporter gezogen. Während dieser ganzen Zeit waren vier weitere Stiere immer noch am Transporter eingesperrt. Während sich die anderen VerhandlungsteilnehmerInnen in die Mittagspause verabschiedet hatten, blieben die beiden TierschützerInnen bis zuletzt vor Ort.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Stier verletzt auf den Transporter aufgeladen wurde. Jedenfalls wäre er ohne das Einschreiten der der für die Verhandlung anwesende Amtstierärztin, der TierschützerInnen und der anderen Menschen, vermutlich humpelnd und unter Schmerzen in den Schlachtbereich getrieben worden, statt vor Ort erlöst zu werden, so David Richter. Es zeigt mal wieder, dass die Kontrollsysteme auf den Schlachthöfen einfach unzureichend sind um die Tiere vor zusätzlichen Qualen zu schützen. Auch die TransportfahrerInnen stehen in der Verantwortung, verletzte Tiere gar nicht erst aufzuladen. Leider gibt es viel zu wenige Kontrollen und viel zu niedrige Strafen. Die Missachtung des Gesetzes bleibt weitestgehend ohne Konsequenzen!

Unzählige Tiere werden tagtäglich in Österreich hinter verschlossenen Schlachthoftüren qualvoll getrieben, betäubt und dann getötet. Wer das Leid in den Schlachthöfen und auf den Tiertransportern nicht länger ignorieren will, muss den eigenen Konsum von Tierprodukten überdenken!

05.05.2026, Südoststeiermark

Lauter VGT-Protest nach Aufdeckung vor neuem Vollspaltenboden-Schweinebetrieb

„Strukturierter“ Vollspaltenboden Neu, wie ab 2034/2038 neuer Mindeststandard; Demo betont: der Vollspaltenboden muss weg, es gibt weiterhin keine Rechtssicherheit in der Schweinebranche

04.05.2026, Südoststeiermark

Einladung: VGT-Demo vor aufgedeckter Schweinefabrik mit „Gruppenhaltung Neu“

Tierschützer:innen kritisieren anhand von Bildmaterial aus der Tierfabrik, dass sich am Schweineleid durch die Gesetzesnovelle nichts geändert hat

04.05.2026, Wien

Welt-Thunfischtag 2026

Neuer Bericht bestätigt: Massive Tierschutzprobleme beim Thunfischfang

02.05.2026, Wien

Der Tierschutzprozess

Einer der größten Justizskandale der 2. Republik.

01.05.2026, Wien

Veganes Sommer-Gewinnspiel 2026

Gewinne eine Hotelübernachtung, Geschenkboxen, vegane Kleidung uvm.

29.04.2026, Wien

Das Geschäft mit Kampffischen

VGT-Recherchen deuten darauf hin, dass in Österreich ein lukrativer Handel mit Zierfischen stattfindet.

29.04.2026, Südoststeiermark

VGT zeigt Schweinebetrieb in Südoststeiermark an: kein physisch angenehmer Liegebereich

Seit 2022 fordert die Verordnung zur Schweinehaltung, dass jedem Schwein ein physisch angenehmer Liegebereich geboten werden muss – auch Vollspaltenboden Neu bietet das nicht

28.04.2026, Südoststeiermark

VGT zeigt erste Schweinefabrik Österreichs mit Vollspaltenboden Neu: kein Unterschied!

Der von der Regierung als Ende des Vollspaltenbodens angekündigte neue Mindeststandard, der ab 2034/2038 gelten soll und „Gruppenhaltung Neu“ heißt, ist ununterscheidbar vom Bisherigen