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FPÖ lehnt Verbot Vollspalten Schweine ab: VGT demonstriert vor Bundesgeschäftsstelle

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.06.2019)

Wien, 17.06.2019

Während die Wiener FPÖ der Resolution für ein Verbot von Vollspalten in der Schweinehaltung zugestimmt hat, hat die Bundes-FPÖ im Parlament den entsprechenden Antrag abgeschossen

Da weiß die eine Hand nicht, was die andere tut. Während die FPÖ im Wiener Rathaus der Resolution an das Parlament, für ein Verbot der Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden zu sorgen, zugestimmt hat, verhinderte die FPÖ im Parlament genau diesen Schritt, indem sie den Fristsetzungsantrag dazu abgelehnt hat. Da fordert also der eine Teil der FPÖ zu etwas auf, was dann der andere Teil der FPÖ prompt ablehnt. Und noch dazu mit äußerst fadenscheinigen Gründen. Da ist die Rede davon, dass die Schweine begeistert wären, auf steinharten, scharfkantigen, mit Kot verdreckten Spalten zu liegen, was an Zynismus kaum zu überbieten ist. Dann wird natürlich über die armen riesigen Schweinefabriken in Österreich lamentiert, die leider die miesesten der miesen Bedingungen bieten müssen, um preislich mit der (im übrigen deutlich besseren) Haltung von Schweinen in Dänemark mithalten zu können. Dass Österreich damit den Tierschutz in anderen Ländern unterläuft und Tierleid exportiert, geht im patriotischen Überschwang unter. Ja, und die kühnste aller Ausreden ist die, dass – nach 20 Jahren Diskussion über Vollspaltenböden – noch weitere Jahre Diskussion nötig seien, bevor man den Schweinen Stroh zubilligt. Vermutlich müsste man noch 3.000 Studien durchführen, in denen Schweine auf Stroh und auf Vollspaltenboden gehalten werden, und zum x-ten Mal die geschwollenen Gelenke zählen, bis wir – Überraschung! – darauf kommen, dass steinharte Betonböden ohne Einstreu äußerst unangenehm sind.

Um gegen dieses Kasperltheater zum Schaden der Tiere zu protestieren, haben sich Tierschützer_innen des VGT heute vor der Bundesgeschäftsstelle der FPÖ versammelt. Mit Transparenten „Ihre Stimme für ein Verbot von Vollspaltenböden“ und „Die FPÖ hat den Tierschutz verraten“ soll die FPÖ aufgefordert werden, umzudenken. FPÖ-Funktionär_innen boten den Aktivist_innen ein Gespräch mit dem Clubchef der FPÖ im Wiener Landtag an. Die Wiener FPÖ hat allerdings sowieso für die Schweine gestimmt. Das Problem ist die Bundes-FPÖ mit ihrem Clubobmann Norbert Hofer, der sich zwar immer grüner als die Grünen geben will, aber im entscheidenden Moment doch lieber der Agrarindustrie ein paar Cent spart, als den Schweinen wenigstens Stroh zum Liegen zu bieten.

VGT-Obmann Martin Balluch: Ich schlage dem Tierschutzsprecher der FPÖ, Josef Riemer, vor, sich einmal eine Nacht auf einen Vollspaltenboden zu legen. Danach kann er uns erzählen, wie angenehm das ist und ob er nicht in Zukunft sein Bett dagegen eintauschen will. Es ist lächerlich und absurd zu behaupten, dass Vollspaltenböden angenehmer als Stroh wären. Warum haben dann sämtliche Qualitätsprogramme sowie die Biobetriebe bei Schweinen keine Vollspaltenböden sondern Stroh? Warum haben 5 Länder in Europa die ach so angenehmen Vollspaltenböden verboten? Dieses Gerede erinnert an die Ausreden der Betreiber_innen von Legebatterien im Jahr 2004. Da waren auch plötzlich die Käfige 3-Sterne-Hotels, in Anlehnung an die 3 Sterne, die auf Käfigeier gedruckt werden mussten. Lassen wir den Unsinn beiseite und sagen wir, wie es ist: Stroh statt Beton ist ein bisschen arbeitsaufwendiger und kostet etwas mehr Geld. Doch dafür haben wir ein Tierschutzgesetz und Tierschutz als Staatsziel in der Verfassung, dass wir die Tiere vor einer solchen Profitgier schützen. Nein, es ist nicht legitim, um jeden Cent zu sparen den Schweinen nicht einmal Stroh zum Liegen zu gönnen. Das muss jetzt ein für alle Mal enden!

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