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Tierschutzaktion: 20 Norbert Hofers zeigen sich zwiegespalten, Für und Gegen Vollspalten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.07.2019)

Wien, 02.07.2019

Heute steht als letzter Tagesordnungspunkt wieder eine Abstimmung über Vollspalten bei Schweinen am Programm im Parlament – wie wird die FPÖ diesmal entscheiden?

Sie würden noch Zeit zum Nachdenken brauchen, verkündete der Tierschutzsprecher der FPÖ als Begründung, warum man am 12. Juni eine Abstimmung über ein Verbot von Vollspaltenböden in der Schweinehaltung verhindert hatte. Komisch nur, dass dieselbe FPÖ bereits 1994 genau dieses Verbot beantragt hat. Und die Wiener FPÖ hat sogar 2019 einer Resolution im Rathaus zugestimmt, die das Parlament auffordert, ein Vollspaltenbodenverbot zu erlassen. Noch widersprüchlicher aber ist FPÖ-Chef Norbert Hofer selbst. Im Jahr 2006 hat er ohne wenn und aber erklärt, dass die FPÖ ein Verbot von Vollspaltenböden für Schweine und eine verpflichtende Stroheinstreu mit um die Hälfte mehr Platz unterstützt. Aber am 12. Juni 2019 stimmte die gesamte FPÖ-Fraktion im Parlament offenbar unter Anweisung genau desselben Herrn Norbert Hofer dagegen, dass ein solches Verbot überhaupt zur Abstimmung kommt. Deshalb hielten heute 20 Tierschützer_innen mit Norbert Hofer Masken am Stephansplatz in Wien Sprechblasen mit dieser zwiespältigen Meinung in die Höhe: „Die FPÖ tritt für ein Verbot von Vollspaltenböden ein“ und „Vollspaltenböden? Mir doch egal“.

Auch die zweite Ausrede der FPÖ wurde peinlicher Weise widerlegt. Schon bei den Puten wäre man mit zu strengen Tierschutzauflagen gescheitert und der Selbstversorgungsgrad wäre eingebrochen, hatte das FPÖ-Bürgerbüro sinngemäß verbreitet. Doch weder gab es jemals seit Bestehen des Bundestierschutzgesetzes höhere Tierschutzauflagen für die Haltung von Puten, noch ist der Selbstversorgungsgrad heute niedriger als in den letzten 10 Jahren.

VGT-Obmann Martin Balluch: Wie wäre es, liebe FPÖ, einfach bei der Wahrheit zu bleiben? Ist es der FPÖ wirklich wichtiger, sich der ÖVP mit tierschutzfeindlichen Entscheidungen anzubiedern, als zu den eigenen Forderungen im Tierschutz zu stehen? Fällt es der FPÖ wirklich so leicht, die Tiere zu verraten? Es ist genau diese Rückgratlosigkeit in der Politik, die die Menschen so abstößt. Man kann nicht die tollsten Forderungen im Tierschutz stellen, und dann, wenn es ernst wird, dagegen stimmen. Wie soll man der FPÖ da noch irgendein Wort glauben?

ZUR PETITION: vgt.at/vollspalten

 

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