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FPÖ und ÖVP verweigern Exkursion zu Stroh-Schweine-Haltung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (03.09.2019)

Wien, 03.09.2019

Umstellung von Vollspaltenboden zu Stroh hat großartige Vorteile: vor Ort keine gebissenen Ohren oder Schwänze, keine geschwollenen Gelenke, keine entzündeten Augen, aktive Tiere.

Einige Betriebe in Österreich haben kürzlich aus eigenem Antrieb von Vollspaltenboden zu Strohhaltung ihrer Schweine umgestellt. Der VGT wollte für alle Tierschutzsprecher_innen der Parteien eine Exkursion zu einem dieser Betriebe organisieren. Doch weder von der ÖVP noch der FPÖ wollte irgendjemand teilnehmen. Gestern fand die Exkursion statt und das Ergebnis ist beeindruckend: sämtlichen Schweinen waren die Schwänze nicht abgeschnitten worden, und dennoch gab es keine einzige Bisswunde, weder an einem Ohr noch einem Schwanz, wie das in der konventionellen Haltung auf Vollspaltenboden trotz abgeschnittener Schwänze praktisch immer der Fall ist. Die Tiere liefen fröhlich umher und waren offensichtlich viel aktiver und sozial verträglicher, als auf Vollspaltenboden. Zusätzlich gab es kein Tier mit entzündeten Augen und kein Tier, das gehustet hat. Der Bauer gab an, jetzt mit der Strohhaltung viel lieber seiner Arbeit nachzugehen, als noch bei den Vollspaltenböden. Der Erfolg der Umstellung ist völlig offensichtlich. Allerdings muss er natürlich durch den Handel, die Konsument_innen und die öffentliche Hand abgegolten werden.

VGT-Obmann Martin Balluch war dabei: Es ist eine Schande für die beiden Parteien ÖVP und FPÖ, die ja als einzige den Schweinen das Stroh verweigern, dass sie sich nicht einmal anschauen wollen, was so ein Umstieg bedeutet und wie es den Schweinen dann geht. Wir haben das gestern getan und das Ergebnis ist überzeugend. Niemand kann bestreiten, dass sich die Schweine im Stroh viel wohler fühlen. Und selbst wenn man argumentiert, dass sie bei großer Hitze auch gerne auf Betonspalten liegen, so bietet ihnen das der Teilspaltenboden auf diesem Betrieb auch. Die Tiere haben also in jedem Fall das viel bessere Leben. Die Umfrage des Gallup Instituts hat ergeben, dass sich 96 % der Menschen in Österreich Stroh für alle Schweine wünschen und dass sie auch bereit sind, für das Schweinefleisch deutlich mehr zu bezahlen, wenn sowohl das Verbot von Vollspaltenböden als auch die gesetzlich verpflichtende Stroheinstreu eingeführt werden. Wenn man allerdings weder die Konsument_innen fragt noch mit den Schweinebetrieben selbst spricht, dann wundert es mich natürlich gar nicht, dass man, wie die FPÖ, einfach blind jede Verbesserung verweigert. Von Vollspaltenböden profitiert nur die Agrarindustrie – zum Nachteil der Tiere, der Konsument_innen und der Produzent_innen, die früher oder später von der ausländischen Konkurrenz erdrückt werden, wenn sie nicht auf Qualität sondern auf Quantität setzen!

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