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VGT antwortet auf Statement der Skandal-Schweinefabrik: alle Vorwürfe bestätigt!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.04.2020)

Wien, 11.04.2020

Österreich hat bzgl. Mastschweinehaltung die schlechtesten Vorschriften in der EU; der Skandal ist, dass diese Schweinefabrik das als „artgerechte Haltung“ bezeichnet

Der VGT hat vor wenigen Tagen eine Skandal-Schweinefabrik aufgedeckt: Brutalste Tierhaltung als artgerecht verkauft. Dieser Betrieb hat nun ein Statement veröffentlicht, das in Essenz die Darstellung des VGT bestätigt: die Filmaufnahmen im VGT-Video sind aus diesem Betrieb und aktuell. Man sieht ekelhafte Zustände, zugekotete Tränken, Vollspaltenboden, keinen Strohhalm, verletzte Tiere, abgebissene Schwänze, Aggression unter den Tieren, und Ferkel, die einfach auf den Gang gelegt werden, um zu sterben. Der VGT hat insbesondere wegen Letzterem Anzeige erstattet, aber immer betont, dass die Gesetzeslage im Wesentlichen solche Zustände zulässt. Österreich ist in der Mastschweinehaltung Schlusslicht in der EU. Dieser Betrieb mit seinen fast 4.000 Schweinen gehört zu den miesesten in der Europäischen Union.

Das Statement des betroffenen Betriebs bestätigt auch, was der VGT öffentlich gesagt hat, nämlich, dass diese grauenhafte Schweinefabrik ein AMA Gütesiegel trägt. Derartige Zustände sind also unter diesem Gütesiegel erlaubt. Solange die AMA nicht Betriebe mit Vollspaltenboden aus ihrem Gütesiegel ausschließt, wird das so bleiben.

 

Petition gegen Vollspaltenboden

 

Der Skandal ist nicht die Gesetzesübertretung dieses Betriebs, sondern die Werbung, mit der dieser Betrieb sein Schweinefleisch in einem eigenen Hofladen namens Bauernkistl in Lichtenwörth in NÖ verkauft. Auf der Webseite dieses Ladens, die bezeichnenderweise mittlerweile offline ist, steht allen ernstes, dass die Schweine aus artgerechter Haltung stammen würden. Die Tiere würden artgerecht aufwachsen, hätten einen Laufstall mit ausreichend Platz und Gelegenheit, in abwechslungsreicher Umgebung zu spielen und herumzutollen, sodass die Schweine ein natürliches und artgerechtes Verhalten entwickeln und stressfrei aufwachsen. Davon kann die Tonne mit toten Tieren vor der Tür des Betriebs ein Lied singen. In dieser Schweinefabrik leben die Schweine eng zusammengedrängt in völlig strukturlosen Buchten auf Beton-Vollspalten ohne auch nur einen einzigen Strohhalm, geschweige denn einen Auslauf ins Freie. Die genannte Abwechslung dürfte darin bestehen, dass immer wieder neue Kakerlaken und Parasiten vorbei kommen. Und die genannte Stressfreiheit zeigt sich in heftigen Aggressionen und zahlreichen Verletzungen. Laufen können die Schweine gerade einmal einen Schritt, bevor sie ins nächste Schwein oder die Wand krachen.

Der Gemeinderat von Lichtenwörth hat eine eigene Stellungnahme veröffentlicht. Darin ist die Rede von einer Kontrolle durch den Amtstierarzt nach der Aufdeckung durch den VGT, bei der es keine gröberen Beanstandungen gegeben habe. Erstens besagt das, dass es also doch Beanstandungen gab. Und zweitens entspricht das genau der Darstellung des VGT: die Zustände sind im Wesentlichen gesetzeskonform, bis auf das Ablegen von Schweinen zum Sterben im Gang und ähnlicher dokumentierter Vorfälle, was aber natürlich bei einer angekündigten Kontrolle nicht auffallen kann. Das Problem ist eben, dass das Gesetz in Österreich so schlecht ist, dass man Schweine derartig mies halten darf. Dem stimmt sogar der Lichtenwörther Gemeinderat indirekt zu, wenn er im Schlusssatz feststellt, dass die Gemeinde in Vollziehung, nicht aber als Gesetzgeber tätig ist.

VGT-Obmann Martin Balluch ist entsetzt: Es ist eine bodenlose Frechheit, dass dieser Betrieb die Schweine so furchtbar hält, und dann in seinem Hofladen damit wirbt, die Schweine würden artgerecht gehalten. Entspricht es etwa der Art der Schweine, auf steinharten Betonspalten ohne Stroh über ihrem Kot zu liegen, sich in engen, vollgestopften, strukturlosen Buchten zu drängen und sich gegenseitig zu verletzen? Ich bin juristisch nur ein Laie, aber in meinen Augen ist das Betrug. Und wenn es kein strafrechtlicher Betrug ist, dann ist es eben ein moralischer. Betrug am Konsumenten und der Konsumentin, die sich bei solchen Worten eine total andere Haltung vorstellen!


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