Teilen:

Offener Brief an Minister Anschober und Ministerin Köstinger

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.04.2020)

Wien, 15.04.2020

Die industrielle Massentierhaltung ist eine ernsthafte Gefahr für die menschliche Gesundheit. § 177 StGB verpflichtet die Ministerien, zu handeln

14. April 2020

An die
Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger
Stubenring 1
1010 Wien

und den
Tierschutzminister Rudolf Anschober
Radetzkystraße 2
1030 Wien

 

Betrifft: Ankündigung einer Anzeige wegen fahrlässiger Gemeingefährdung § 177 StGB

 

Sehr geehrte Frau Ministerin sehr geehrter Herr Minister,

ich wende mich an Sie als Repräsentatin bzw. Repräsentant der Republik Österreich an der entsprechend verantwortlichen Stelle, um eine Gemeingefährdung zu unterbinden, die uns alle bedroht. Gerade jetzt in der gegenwärtigen Coronakrise sollten wir alle diesbezüglich sensibilisiert sein. Ich spreche von der massiven Gesundheitsgefährdung durch zoonotische Pandemien und Antibiotikaresistenzen aufgrund der industriellen Massentierhaltung.

Es ist bereits seit langem bekannt und wurde auch von höchster Stelle in der WHO und der UNO bestätigt, dass die industrielle Massentierhaltung, wie sie auch in Österreich praktiziert wird, eine ergiebige Quelle für gefährliche Krankheitserreger für den Menschen ist. Das deshalb, weil sich in der industriellen Massentierhaltung viele Tiere der gleichen Tierart und Rasse und des gleichen Alters auf engem Raum unter sehr unhygienischen Bedingungen befinden und mit Menschen ununterbrochen Kontakt haben. Nach Angaben von WHO und UNO ist es sehr wahrscheinlich, dass unter solchen Umständen neue Krankheitserreger entstehen, die entweder auf den Menschen überspringen oder von den Nutztieren, z.B. durch Ausbringen der Gülle, auf Wildtiere und von dort auf den Menschen übergehen. Dasselbe war bereits mehrmals z.B. bei der Vogelgrippe und der Schweinegrippe der Fall, und auch beim derzeitigen Coronavirus, der bei der Massentierhaltung eines Tiermarktes auf den Menschen übergesprungen sein dürfte.

Zusätzlich werden in der industriellen Massentierhaltung etwa 70-80 % der Antibiotika weltweit eingesetzt, so auch massiv in Österreich in der Geflügel- und Schweineindustrie. Dieser Einsatz bedingt, wie die WHO eindringlich warnt, dass sich antibiotikaresistente Keime bilden, die nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden können. Auch das führt zu einer großen Gefährdung der menschlichen Gesundheit.

Die Republik Österreich erlaubt sehenden Auges seit Jahrzehnten diese gemeingefährdenden Zustände. Sie sind als Ministerin und Minister der entsprechenden Ressorts momentan in der Position, diese Gefahr abzuwenden. Das Tierschutzgesetz gibt Ihnen beiden im Einvernehmen die Befugnis, Verordnungen zur Haltung von Tieren zu erlassen, die die industrielle Nutztierhaltung verbieten könnten. Angesichts der laufenden Coronakrise und der großen Gefahr durch zukünftige Pandemien und Antibiotikaresistenzen aufgrund der Tierindustrie, müssen wir Sie dringend bitten, zu handeln. Nach § 177 StGB sind Sie auch dazu verpflichtet. Sollten Sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen, sehen wir uns gezwungen, eine entsprechende Anzeige einzubringen, um die Menschen in Österreich und weltweit vor dieser Gefährdung zu schützen.

Hochachtungsvoll,

DDr. Martin Balluch
Obmann des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN

11.09.2026, Klagenfurt

Einladung Klagenfurt: 2 Personen 11 Std auf Schweine-Vollspaltenboden

Einer der Tierschützer:innen wird auf einem klassischen Vollspaltenboden sitzen, der 2034/2038 verboten wird, die andere auf der Neuversion des Vollspaltenbodens, die kein Ablaufdatum hat

10.09.2026, Färöer

Waljagd auf den Färöer-Inseln: VGT spricht mit Walfänger

Heuer wurden schon über 800 Grindwale auf den Färöer-Inseln massakriert – die zu Dänemark gehörende Inselgruppe beruft sich auf Tradition

09.09.2026, Wien

Noch immer kein Schweine-Vollspaltenbodenverbot: VGT-Protest beim Ministerrat

Der VGT erinnert die Regierung daran, dass im Tierschutzgesetz festgelegt ist, dass es ab Ende 2026 einen neuen Mindeststandard für die Haltung von Schweinen geben muss

08.09.2026, Wien

Pferde leiden weiter in der Hitze. Über 100.000 Menschen kämpfen gegen Fiaker in der Innenstadt

Tierschutzorganisationen fordern runden Tisch: Damit im kommenden Jahr keine Pferde mehr unter Hitze, Verkehr und Stress in der Wiener Innenstadt leiden müssen

01.09.2026, Wien

VGT trauert um Legehennen-Pionier Toni Hubmann

Toni Hubmann war Vorreiter in der Legehennenhaltung, auf ihn gehen die strukturierte Weide, das Ende des Schnabelkupierens, das Sandbad, der Wintergarten und die Einstreu-Nester zurück

31.08.2026, Dalsbu, Island

VGT präsentiert aktuelle Fotos von letzter Pelzfarm in Island – fordert Ende

12.000 amerikanische weiße und schwarze Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen – in Österreich kam bereits 1998 das weltweit erste Pelzfarmverbot und löste europaweit Verbote aus

28.08.2026, St. Pölten-Land

400 Menschen versammeln sich gegen Tierquälerei in Traismauer

Überwältigendes Signal in Traismauer, NÖ, aus der Bevölkerung: Tierleid darf nicht länger toleriert werden

28.08.2026, Wien

Einladung zu Demozug gegen qualvolle Tiertransporte am 29. August 2026

VGT demonstiert für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See