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Trotz Aussetzverbot: Mensdorff-Pouilly ballert in seinem Jagdrevier auf 100te Fasane

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.10.2020)

Pinkamindszent/Eisenstadt, 09.10.2020

Anrainer_innen melden das Fasanmassaker nahe von Pinkamindszent, direkt über der österreichischen Grenze im ungarischen Teil des Jagdreviers von Mensdorff-Pouilly

Das Burgenländische Jagdgesetz verbietet seit heuer das Aussetzen von Zuchtfasanen (und Enten sowie Rebhühnern) ohne Genehmigung der Landesregierung nach Vorlage von entsprechenden Gutachten für die Bestandsstützung. Es kann allerdings schwerlich eine Bestandsstützung vorliegen, wenn man dieselbe Tierart im selben Jagdrevier nach dem Aussetzen wieder abknallt, wie das landauf landab im Burgenland jahrhundertelang Praxis war. Deshalb sind solche Genehmigungen praktisch unmöglich zu bekommen und somit das Aussetzen in der Praxis verboten. Der VGT dokumentierte aber Zuchtfasane mit illegal abgeschnittenen Schnäbeln in den Fasanerien im Jagdrevier von Mensdorff-Pouilly, und zwar auch auf der österreichischen Seite. Öffentlich reagierte der ehemalige Häfenbruder (O-Ton Mensdorff-Pouilly über sich selbst) mit den Worten, er habe diese Fasane nur als Haustiere, ob er sie nach Ungarn verkaufe oder in der Fasanerie schlachten lasse, sei noch offen. Weder noch, könnte man nun vermuten. Anrainer_innen aus Moschendorf haben den VGT darüber informiert, dass Mensdorff-Pouilly am Freitag, Samstag und Sonntag den 2.-4. Oktober 2020 ein Massaker an Fasanen mit mehreren 100 Schrotschüssen veranstaltet hat. Der Tatort liegt nahe Pinkamindszent, direkt über der Grenze im ungarischen Teil des Jagdgebiets von Mensdorff-Pouilly.

Klar ist, so VGT-Obmann Martin Balluch, dass 100te Fasane dort nicht natürlich vorkommen. So viele Fasane am selben Ort abzuknallen geht nur, wenn man sie vorher dort aussetzt. Uns ist bekannt, dass Mensdorff-Pouilly in der Gegend zahlreiche Fasankäfige in den Büschen versteckt hat, von denen aus zumindest früher die zahmen Zuchtvögel auf die wartenden Schützen getrieben wurden. Den Jagdgästen muss klar sein, was sie da tun, weil es nirgends so viele Fasane in der freien Natur gibt.

Und Balluch weiter: Sollte Mensdorff-Pouilly zumindest einen Teil dieser Fasane aus einer österreichischen Voliere dorthin verfrachtet haben, muss die Behörde eruieren, ob das legal war. Gab es eine Tiertransportgenehmigung? Wurde die Grenze coronabedingt legal passiert? Können solche Fasane eigentlich auch das Coronavirus übertragen? Sollte es legal sein, in Österreich Zuchtfasane zu halten, die dann in den ungarischen Teil des Jagdreviers zum Abschuss transportiert werden, muss das Jagdgesetz entsprechend adaptiert werden: auch bei Hunden ist es verboten, sie ins Ausland zum Schwanzkupieren zu bringen. Ebenso sollte es verboten sein, in Österreich gehaltene Fasane knapp über der Grenze vor einer wartenden Meute von Schützen und ihren Jagdhunden zur fröhlichen Gesellschaftsjagd auszusetzen.

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