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Tierdrama im Mittelmeer: Schicksal der Kälber besiegelt?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.03.2021)

Wien/Cartagena/EU, 19.03.2021

VGT appelliert an die spanischen Behörden, eine ethische Lösung für die überlebenden Rinder der ElBeik zu finden und kritisiert auch die österreichischen Behörden scharf. VGT kündigt bundesweite Demonstrationen an.

Das Tiertransportschiff ElBeik liegt seit gestern Abend vor dem Hafen von Cartagena vor Anker, nachdem es vor mehr als drei Monaten Spanien mit 1800 Kälbern verlassen hatte. Einen Tag zuvor hatte die Karim Allah mit 900 Rindern abgelegt. Obwohl die Tiere über Veterinärbescheinigungen verfügten, lehnten die türkischen und lybischen Behörden beide Schiffe ab, nachdem in Spanien ein Ausbruch der Blauzungenkrankheit festgestellt wurde. Es folgte eine fast 3-monatige Irrfahrt der beiden Schiffe quer durch das Mittelmeer.

Als die Karim Allah vergangene Woche unverrichteter Dinge in den Hafen von Cartagena zurückkehrte, mussten alle überlebenden Rinder notgeschlachtet werden, da ihr gesundheitlicher Zustand zu schlecht war, um sie weiter transportieren zu können. Dieses Schicksal blüht nun auch den verbliebenen 1600 Tieren der ElBeik. Fast 200 Rinder wurden bereits an Bord als tot gemeldet. Unzählige weitere sind krank. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Tiere als "fit for travel" eingestuft und noch einmal auf die Reise geschickt werden.

 

Petition: transportestoppen.at

 

Tiertransportschiffe älteste Flotte der Welt!

Die ElBeik ist ein 54 Jahre altes, ausgemustertes Autofrachtschiff, das mittlerweile unter der Flagge von Togo fährt. Zwischen 2003 und 2020 wurde der ElBeik in 9 Häfen das Ablegen untersagt. Im März 2015 wurde es sogar für einen Zeitraum von 3 Monaten aus allen europäischen Häfen verbannt.

VGT-Campaignerin Ann-Kathrin Freude: Allein diese Fakten beweisen, dass Tiertransporte per Schiff nicht tiergerecht durchgeführt werden können. Die Tiertransportflotte ist die älteste Flotte der Welt! Die Schiffe wechseln immer wieder Flagge, da sie keine Zulassung mehr bekommen. Die Deckenhöhe unter Deck beträgt zum Teil nur 160 cm, wie soll man da Tiere regelmäßig versorgen? Und auf solche Fahrten schicken wir österreichische Tiere? Das ist in Kauf genommene Tierquälerei!

VGT wendet sich mit Appellen direkt an die Behörden

An das österreichische Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium: Wir bitten Sie dringend, die Kälbertransporte sofort einzustellen. Österreich schickt seine Kälber direkt an einen Händler, der nach der Mast Tiere in Drittländer liefert. Daher ist die Regierung tatsächlich für das Schicksal dieser Tiere verantwortlich!

An das Spanische Landwirtschaftsministerium: Wir bitten Sie, bezüglich der Tiere auf der ElBeik tätig zu werden und die Massentötungen der Karim Allah nicht zu wiederholen! Es ist notwendig, den Gesundheitszustand aller Tiere zu überprüfen und sie dringend zu versorgen. Der Schiffstransport für diese Tiere muss hier stoppen!

Wir fordern die EU-Kommission dringend auf, dem immensen Leid bei Tiertransporten in Drittländer ein Ende zu setzen. Der Fall von ElBeik und Karim Allah zeigt, dass diese Transporte nicht auf humane Weise oder gemäß EU-Gesetzgebung durchgeführt werden können und sofort gestoppt werden müssen!

An die Bürgermeisterin von Cartagena, Ana Belén Castejón, die das Landwirtschaftsministerium zuletzt aufforderte, den Hafen rasch wieder für Tierexporte per Schiff zu öffnen: Es kann nicht im Interesse von Cartagena liegen, diese brutalen Transporte fortzusetzen. Wir fordern Sie auf, Ihre Stimme zugunsten der Tiere und nicht ihrer Ausbeuter:innen zu erheben!

VGT-Campaignerin Ann-Kathrin Freude: Diese Tiere sind seit über 3 Monaten an Bord und leiden nicht nur unter dieser zu langen Reise, sondern auch unter unzureichender Nahrung, Wasser und Pflege. Mindestens 179 Rinder wurden als tot gemeldet, viele weitere sind krank. Dies ist empörend und keine Ausnahme im grausamen Geschäft der Tiertransporte!

Mit einer Videobotschaft und bundesweiten Demonstrationen will der VGT die Behörden zum sofortigen Handeln bewegen:

Demonstrationen:

  • Freitag, 12-17 Uhr in Innsbruck bei der Annasäule
  • Freitag, 13:30-18 Uhr in Graz am Hauptplatz
  • Samstag, 10-14 Uhr in Feldkirch am Sparkassenplatz
  • Samstag, 9-15 Uhr in Klagenfurt am Alten Platz
  • Samstag, 12:30-14 Uhr in Wien vor der Spanischen Botschaft
  • Sonntag, 14-15 Uhr in Salzburg im Bereich Platzl/Staatsbrücke

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