Teilen:

VGT: AMA Vorstoß Schweine Vollspaltenboden richtige Richtung aber nicht ausreichend

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (22.07.2021)

Wien, 22.07.2021

Teilspaltenboden nur mit tiefer Stroheinstreu und doppeltem Platz sinnvoll – es führt kein Weg an gesetzlichem Verbot des Vollspaltenbodens vorbei.

Der öffentliche Druck durch die Kampagne des VGT gegen den Schweine-Vollspaltenboden hat nach der Besetzung einer Schweinefabrik letzten Dienstag nun zu einem weiteren Nachgeben der Schweineindustrie geführt. Das AMA Gütesiegel soll ab 2032 an keine Schweinebetriebe mit Vollspaltenboden vergeben werden. VGT-Obmann Martin Balluch kommentiert: Das reicht nicht, ein planbefestigter Boden ohne tiefer Stroheinstreu ist keine Verbesserung. Wir haben sehr viele solcher Betriebe gesehen und oft ertrinken die Schweine in ihrem Kot, weil nicht einmal mehr Spalten zum Abfließen zur Verfügung stehen. Was wir brauchen ist eine tiefe Stroheinstreu in einem planbefestigten Liegebereich und ausreichend Platz, dass alle Schweine dort gleichzeitig liegen können, also etwa doppelt so viel wie bisher. Nur dann ist den Tieren wirklich geholfen.

Zusätzlich soll ab 2030 etwa 1 von 5 Millionen Schweinen pro Jahr aus einem AMA-Tierwohlmodul mit Stroheinstreu stammen. VGT-Obmann Balluch dazu: Sehr schön, nur sind das um 4 Millionen zu wenig. Freiwillige Module reichen nicht aus, wir brauchen einen gesetzlichen Schritt. Bei der Besetzung der Schweinefabrik letzten Dienstag wurde klar, dass es immer Landwirt:innen geben wird, denen die Schweine egal sind. Die sind stolz auf ihren Vollspaltenbetrieb mit verletzten und verkoteten Tieren. Und dafür bekam dieser Betrieb noch dazu € 60.000 Subvention letztes Jahr! Eine unfassbare Frechheit. Die einzige Antwort, die diese Leute verstehen, ist ein gesetzliches Verbot mit strengen Kontrollen!

Dass die AMA bis 2026 die Aufzuchtbetriebe voll einbeziehen will, ist löblich und ein längst notwendiger Fortschritt. Die Reduktion der Übersee-Importe von gentechnisch verändertem Soja für AMA-Schweine bis 2030 um 50 % eher lachhaft. Das zeigt, so VGT-Obmann Balluch, in welch großem Ausmaß die Schweinefleischproduktion in Österreich von solchen Importen abhängig ist, um billig produzieren zu können. Und das, obwohl der Großteil des Maisanbaus und 15 % des Sojaanbaus in Österreich bereits an die Schweine verfüttert werden.

Und weiter: Etwa 35 % der Schweine Österreichs aus 1.800 Betrieben sind AMA zertifiziert. Die AMA ist zwar auch relevant, um den Schweinen hierzulande Stroheinstreu zu bringen, doch bei weitem nicht ausreichend. Wir wollen echte Bemühungen der Schweineindustrie nicht kleinreden, aber was hier geboten wird, ist eindeutig zu wenig, um den VGT auch nur ein bisschen von seinem Kurs abzubringen. Wir werden weiter die Öffentlichkeit mobilisieren, bis auch der letzte Schweine-Vollspaltenboden in Österreich ein Ablaufdatum hat und durch eine tiefe Stroheinstreu ersetzt wird!

10.06.2026, Wien

VGT erinnert täglich Regierung an ihre Verantwortung: Verbot Vollspaltenboden

Mehr als 2500 Proteste gegen den Schweine-Vollspaltenboden seit 2019: VGT ist vor jeder Sitzung des Ministerrats und des Parlaments für die Schweine vor der Tür, so auch heute

09.06.2026, Wien/Linz

Skandalreform zum oberösterr. Singvogelfang: VGT-Stellungnahme

Die geplante Reform ist unionrechts- und verfassungswidrig, die Vogelschutzrichtlinie wird lächerlich gemacht, Bescheide über 6 Jahre sollen Beschwerden verunmöglichen

09.06.2026, Wien

Ein veganer Start in den Sommer

Das war die Veganmania MQ 2026!

08.06.2026,

Lush Prize: Internationale Verleihung zu tierfreien Forschung 2026

08.06.2026, Wien

Kinovorführung „Future Science – Das Ende der Tierversuche?“

Danach diskutierten der Regisseur, Ärzte gegen Tierversuche aus Deutschland, eine Forscherin zu Alternativen von der Med Uni Innsbruck und der VGT über den Film

05.06.2026, Linz/OÖ Salzkammergut

Singvogelfang: OÖ Landesregierung will Urteil Landesverwaltungsgericht aushebeln

Das Recht soll der Politik folgen, nicht die Politik dem Recht: diesem Kickl-Sager folgend ändert die Regierung die Singvogelfangverordnung, sodass alles erlaubt ist, was bisher verboten war

03.06.2026, Graz

Steirischer Landtag fordert von Bundesregierung: Tierqual soll vertuscht werden!

Während Österreich bei Schweinen EU-weit am miesesten ist, der Vollspaltenboden bleibt und alle Schweinefabriken das Gesetz brechen, soll Aufdeckung von Missständen kriminalisiert werden

02.06.2026, Gerersdorf

Bürgermeister von Hafnerbach zeigt Schweinebetrieb Hubmann wegen Tierleids an

Er habe in den Schweineboxen die Ferkel auf einem Haufen liegen gesehen (was sie immer tun!) und gemeint, manche könnten vor Kälte zittern – Anzeige!