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Treibjagd in Leibnitz: Verkehrsunfall und schwer verletzte Tiere

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.12.2021)

Leibnitz, 27.12.2021

Abschusszeit für verschiedene Tiere, wie Fasane und Enten, endet. Einige Jagdreviere wurden mittels Treibjagden beinahe leergeschossen

Nur noch wenige Tage sind es bis zum Jahreswechsel, mit dem auch die definierte Abschusszeit für verschiedene Tiere, wie Fasane und Enten, endet. Einige Jagdreviere wurden mittels Treibjagden beinahe leergeschossen, wie jenes des Herrn Albin Flucher, Obmann des Jagdvereines Waidwerk mit Zukunft, in Leitring/Landscha im Bezirk Leibnitz in der Steiermark.

Verkehrsunfall durch Treibjagd

Bei Treibjagden werden Tiere von einer größeren Anzahl von Personen auf Wiesen, Feldern und Wäldern aufgestöbert und so zur Flucht gezwungen. Am 26.12., einem traditionellen Jagdtag, mussten im Bezirk Leibnitz einige Rehe beobachtet werden, wie sie vor der Treibjagd und den Schüssen in Panik über Felder und Straßen flohen. Getrieben und geschossen wurde unter der Leitung des Jagdvereinsobmannes Albin Flucher im Ortsgebiet von Landscha. Es kam auch tatsächlich zu einem Verkehrsunfall: ein nachweislich ausgesetzter Fasan floh vor den Schüssen in Landscha mehrere hundert Meter weg von der Jagd, lief über die Fahrbahn und wurde dort von einem Auto überfahren. Am Fuß des toten Tieres befindet sich eine Beringung, die beweist, dass der Fasan aus einer Tierhaltung stammt und offensichtlich zur Bejagung ausgesetzt wurde. Es gibt zahlreiche Verkehrsunfälle jedes Jahr, bei denen ausgesetzte Fasane getötet werden. David Richter dazu: Fasane sind keine wirklichen Wildtiere, sie werden extra für die Jagd gezüchtet und ausgesetzt. Sie kennen keine Autos und gehen deshalb auch kaum auf die Seite, wenn eines auf sie zukommt. Gestern bin ich mitten im Ortsgebiet mit dem Auto auf einen Fasan gestoßen, der völlig verwirrt herumgegangen ist. Ich denke, dass dieses Tier als lebende Zielscheibe sehr kurzfristig ausgesetzt wurde!

Schwer verletzte Ente konnte flüchten

Anwesende Tierschützerinnen und Tierschützer konnten von einer öffentlichen Straße aus sehen, wie eine Ente mit einer Schrotladung angeschossen wurde. Sie segelte noch in deren Richtung und landete mit stark blutendem Kopf im Wald, wo sie einige Minuten lang saß. Fliegen konnte sie nicht mehr, sie rannte dann schwer verletzt durchs Unterholz zu einem Bach. Die Schützen ignorierten sie und setzten ihre Treibjagd fort. Die zahlreichen Schrotkörner eines Schusses treffen ihre Opfer nur zum Teil, weshalb es häufig zu starken Verletzungen kommt, die nicht unmittelbar zum Tod führen.

David Richter vom VGT dazu: Meine Kolleginnen und Kollegen und ich mussten diesem tierquälerischen Treiben stundenlang zusehen. Es ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, warum diese Sonntags- und Spaßjäger eine Freude daran haben, ausgesetzte Tiere in Todesangst zu versetzen und mit Schrotladungen zu beschießen. Der Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau und der Bezirksjägermeister Wolfgang Neubauer wurden von mir mehrfach informiert und ignorieren diese Tierquälerei, die nicht nur im Revier des Obmannes Albin Flucher stattfindet. Wir werden Anzeige wegen Tierquälerei und wegen Übertretung des Jagdgesetzes erstatten.

Pressefotos honorarfrei (Copyright: VGT.at)

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