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Vortrag: Die Fuchs-Jagd im Visier

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (07.06.2022)

Wien/Graz, 07.06.2022

Neue VGT-Kampagne und Petition gegen den Abschuss von Füchsen wurde durch zwei spannende Vortragabende eingeleitet

Österreichweit wurden im letzten Jagdjahr mehr als 68.000 Füchse1 von Jäger:innen getötet. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, denn selbst säugende Muttertiere dürfen erschossen werden – zurückbleibende Welpen sterben qualvoll und oft unentdeckt. Für Füchse gibt es in den meisten Bundesländern keine Schonzeit – das heißt sie können das ganze Jahr über zu jeder Zeit bejagt und getötet werden.

Ob diese Art des Umgangs mit Wildtieren Sinn macht, wurde im Vortragsabend „Die Jagd im Visier – Naturschutz oder sinnlose Tierquälerei?“ von zwei Experten beleuchtet. Naturfotograf Leopold Kanzler startete im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Petition an die Wiener Stadtregierung, nachdem er quasi im eigenen Garten die Erbarmungslosigkeit der Fuchsjagd erleben musste. Eine Füchsin samt Welpen besuchte ihn immer wieder – bis sie eines Tages verschwand. Einige Nachforschung brachte hervor, dass die Füchsin und ein Jungtier erschossen worden waren. Ihren Partner und den Vater der Welpen hatten Jäger:innen nur wenige Tage zuvor getötet. Die verwaisten Fuchs-Jungen wurden von Leopold Kanzler liebevoll versorgt. Aufgrund der Petition wird in Wien nun eine lange Schonzeit für Füchse etabliert, die zumindest das Töten während der Fortpflanzungszeit verhindern soll.

Aufzeichnung des Vortrags am 25.5. in Graz:

Der zweite Vortragende, Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, pensionierter Amtstierarzt, jagte bis vor 15 Jahren selbst. Heute sieht er die allermeisten Jagdpraktiken und jagdlichen Ansätze zum Umgang mit Wildtieren skeptisch. Die Bejagung von beutegreifenden Tieren wie Füchsen, Mardern oder auch Wölfen und Luchsen hält er für absolut sinnlos – insbesondere, wenn es um „Balance“ im Ökosystem ginge. Dieses Konzept der „Balance“ sei völlig überholt und wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Populationen würden natürlichen Schwankungen unterliegen. Das massive Eingreifen durch die menschliche Jagd richtet dabei mehr Schaden an als Nutzen. Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer stützt sich ethisch dabei auf das Lebensrecht aller Tiere: Ein Fuchs hat genauso das Recht, vom Menschen nicht getötet zu werden, wie Fasane, Hasen und Co. Die massive Bejagung von Beutegreifer:innen ließe sich eher durch ein „Konkurrenz-Denken“ bei den Jäger:innen erklären. Immerhin wollen viele immer noch besonders hohe „Jagdstrecken“ (sprich möglichst viele Tiere erschießen können).

Statt der derzeit vorherrschenden Jagd sprechen sich die Vortragenden für ein modernes Wildtiermanagement aus, das in allen Fällen die gelindesten Mittel verwendet. Der Tod durch Falle oder Schuss ist das genaue Gegenteil.

Der Vortragsabend fand gut besucht am 11.5. in Wien und am 25.5. in Graz statt. Beide Abende wurden von rund 80 Interessierten, teils auch Jäger:innen, besucht. Die anschließenden Diskussionsrunden brachten spannende Differenzen im „Weltbild“ und der Grundeinstellung zu anderen Tieren ans Licht. Insgesamt waren die beiden Veranstaltungen ein äußerst gelungener

Der VEREIN GEGEN TIERFABIRKEN hat dazu nun auch in der Steiermark eine Petition an den Landtag gestartet, die ab sofort jeden Freitag bei den Grazer Infostand-Demos unterzeichnet werden kann. In ihr wird ein Ende der Fuchsjagd in der Steiermark gefordert und eine Ausweitung der derzeit nicht-existenten Schonzeiten.


(1) Statistik Austria


Interview mit Leopold Kanzler im Tierrechtsradio:

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