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Wolf – Vernunft statt Schießgewehr!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.07.2022)

Innsbruck, 06.07.2022

Termin-Ankündigung: Der VGT Tirol fordert am Do. 7. Juli 2022 zwischen 14 und 16 Uhr auf einer Medienaktion am Innsbrucker Marktplatz einen effektiven Herdenschutz und ein Ende der Hetze gegen den Wolf.

Der Interessenkonflikt zwischen landwirtschaftlicher Tierhaltung und Artenschutz muss friedlich gelöst werden. Geltende EU-Vorgaben wie die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie dürfen nicht aufgeweicht werden. Deshalb fordert der VGT Tirol die rasche Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen.

Mit einer spektakulären Protestaktion setzt der VGT Tirol am Donnerstag, 7. 7. 2022 zwischen 14 und 16 Uhr ein Zeichen für den Artenschutz. Am Innsbrucker Marktplatz werden die Aktivist:innen ein 400 Quadratmeter großes Transparent ausrollen, und zwar mit einer klaren Message: PRO WOLF!

Eine friedliche Koexistenz mit dem Wolf ist nämlich auch im alpinen Terrain möglich, wie u.a. die Erfahrungen aus unseren Nachbarländern zeigen. Im Umgang mit Beutegreifern sind die 3H die wirkungsvollste und nachhaltigste Lösung: Herde, Hund und Hirt:in. Auf diese Weise sind die Almtiere nicht nur vor Beutegreifern besser geschützt, sondern vor allem auch vor Absturz, Unwetter oder Krankheit. Diese Gefahren wiegen zahlenmäßig nämlich um einiges schwerer als das Risiko, einem Beutegreifer zum Opfer zu fallen. Allein auf den Tiroler Almen sterben Schätzungen zufolge jedes Jahr einfach so mehrere tausend Schafe, etwa weil sie erkranken, in die Tiefe stürzen oder von einem Gewitter überrascht werden. Die Anzahl der Wolfsrisse ist im Vergleich dazu sehr gering (290 waren es im vergangenen Jahr in Tirol) und kann durch geeigneten Herdenschutz auf ein Minimum reduziert werden. Dies zeigt auch ein erfolgreiches Pilotprojekt, das 2021 im Tiroler Oberland durchgeführt wurde.

Vernunft statt Hetze: In Zeiten des massiven Artensterbens muss ein intaktes Ökosystem einen mindestens so großen Wert haben wie die wirtschaftlichen Interessen der Menschen. Gerade die Anwesenheit der Wölfe sorgt für mehr Balance in den Wäldern. Sie gelten als Gesundheitspolizei des Waldes.

Deshalb ist ein friedlicher Interessenausgleich zwischen Landwirtschaft und Artenschutz kein Luxus, sondern Gebot der Stunde.

VGT Tirol Kampagnenleiterin Nicole Staudenherz meint dazu:

Was in anderen Bergregionen Europas bestens gelingt, muss Tirol noch lernen: Wenn der Wolf durch die Berge streift, ist das Gewehr keine Lösung. Im Gegenteil: Die so genannte Entnahme (aka Abschuss) führt nur dazu, dass wenig später der nächste Wolf einwandert. Fließband-Tötung geschützter Wildtiere? Eine nachhaltige Lösung sieht anders aus! Hier ist Herdenschutz gefragt, nach dem Vorbild der Schweiz oder anderer europäischer Länder, in denen die Almwirtschaft trotz der Anwesenheit von Beutegreifern floriert. Weil man besonnen und mit dem nötigen Know-How – und angemessenen Fördermitteln! – die entscheidenden Schritte zum Schutz der Schafherden gesetzt hat.

Quellen

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