Teilen:

Tierquälerei in Fallen: Totales Politikversagen in Niederösterreich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.08.2023)

NÖ, 11.08.2023

Die NÖ Bezirksverwaltungsbehörden erließen Verordnungen, mit denen sie die Verwendung von „Krähenfängen“ für die Jagd zulassen. Diese Verordnungen sind mehrfach rechtswidrig

Die niederösterreichischen Bezirksverwaltungsbehörden erließen Verordnungen, mit denen sie die Verwendung von Krähenfängen für die Jagd auf Eichelhäher, Elstern (jeweils ab 1.8.) und Krähen zulassen. Diese Verordnungen sind mehrfach rechtswidrig: Die genannten Arten sind nicht jagdbar, Krähenfänge sind nicht-selektive Fallen und die Verwendung von Lockvögeln verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Die Proponent:innen des Volksbegehrens Für ein Bundesjagdgesetz fordern die NÖ Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass diese Verordnungen umgehend zurückgezogen werden.

Krähenfänge (nordische Krähenfallen) sind Fallen, die zur Jagd auf Rabenvögel (Corvidae) eingesetzt werden. So wie die anderen Singvogelfamilien sind aber auch die Rabenvögel nicht jagdbar. Ausnahmen zur Bejagung dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden, die in keiner Weise gegeben sind. Gegen die Jagd auf Eichelhäher & Co wurde daher Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht erstattet.

Außerdem sind die Fallen nicht selektiv und widersprechen daher der EU-Vogelschutzrichtlinie. Das räumt sogar der NÖ Landesjagdverband ein, indem er in seinem Krähenfallen-Merkblatt schreibt, dass die geschützten Arten eben wieder freigelassen werden sollen, wenn der Fallensteller das nächste Mal vorbeikommt. Wenn diese Verordnungen nicht rasch zurückgezogen werden, bringen wir die Sache vor die EU-Kommission, sagt Rudolf Winkelmayer, Bevollmächtigter des Volksbegehrens Für ein Bundesjagdgesetz, ehem. Amtstierarzt in Niederösterreich und langjähriges Mitglied des NÖ Landesjagdverbands.

Krähenfänge können mit oder ohne Lockvögel betrieben werden. Im März 2023 hat allerdings das oö. Landesverwaltungsgericht festgestellt, dass die Verwendung von Lockvögeln in Krähenfängen Tierquälerei und daher durch § 5 Bundes-Tierschutzgesetz verboten ist. Dessen ungeachtet enthalten die Verordnungen der Bezirke Amstetten, Gänserndorf, Mistelbach und Waidhofen/Ybbs einen Anhang, in dem es unter der Zwischenüberschrift Wichtig heißt: Ein oder zwei Tiere bleiben als Lockvögel im Nordischen Krähenfang.

Jäger:innen, die dieser Vorgangsweise folgen, müssen mit einer Verurteilung wegen Tierquälerei rechnen (Strafrahmen bis zu 7.500 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 15.000 Euro). Die BHs erlassen hier mehr als fragwürdige Verordnungen und putzen sich dann an den Jäger:innen als Normunterworfenen ab. Es ist völlig absurd, dass einige BHs Anleitungen zum Rechtsverstoß in ihre Verordnungen aufnehmen und dann von den Normunterworfenen erwarten, dass sie diesen Verordnungen NICHT folgen, sagt Madeleine Petrovic, Juristin und Präsidentin von Tierschutz Austria.

Wir werden selbstverständlich alle Rechtsverstöße, die uns berichtet werden, zur Anzeige bringen, bekräftigt Martin Balluch, Obmann des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT). Der Landesjagdverband ist jetzt gefordert, das Politikversagen zu kompensieren und seine Mitglieder aktiv über die Rechtslage aufzuklären.

Das Volksbegehren Für ein Bundesjagdgesetz hat 14 Grundsätze formuliert, die in einem Bundesjagdgesetz verwirklicht werden sollen. Die Initiative aus AG Wildtiere, Ökologischer Jagdverband, Tierschutz Austria und VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN wirbt derzeit um Unterstützungserklärungen für das Volksbegehren, die alle in Österreich wahlberechtigten Personen auf einem beliebigen Bezirks- oder Gemeindeamt sowie rund um die Uhr online mittels Handysignatur leisten können.

11.09.2026, Klagenfurt

Einladung Klagenfurt: 2 Personen 11 Std auf Schweine-Vollspaltenboden

Einer der Tierschützer:innen wird auf einem klassischen Vollspaltenboden sitzen, der 2034/2038 verboten wird, die andere auf der Neuversion des Vollspaltenbodens, die kein Ablaufdatum hat

10.09.2026, Färöer

Waljagd auf den Färöer-Inseln: VGT spricht mit Walfänger

Heuer wurden schon über 800 Grindwale auf den Färöer-Inseln massakriert – die zu Dänemark gehörende Inselgruppe beruft sich auf Tradition

09.09.2026, Wien

Noch immer kein Schweine-Vollspaltenbodenverbot: VGT-Protest beim Ministerrat

Der VGT erinnert die Regierung daran, dass im Tierschutzgesetz festgelegt ist, dass es ab Ende 2026 einen neuen Mindeststandard für die Haltung von Schweinen geben muss

08.09.2026, Wien

Pferde leiden weiter in der Hitze. Über 100.000 Menschen kämpfen gegen Fiaker in der Innenstadt

Tierschutzorganisationen fordern runden Tisch: Damit im kommenden Jahr keine Pferde mehr unter Hitze, Verkehr und Stress in der Wiener Innenstadt leiden müssen

01.09.2026, Wien

VGT trauert um Legehennen-Pionier Toni Hubmann

Toni Hubmann war Vorreiter in der Legehennenhaltung, auf ihn gehen die strukturierte Weide, das Ende des Schnabelkupierens, das Sandbad, der Wintergarten und die Einstreu-Nester zurück

31.08.2026, Dalsbu, Island

VGT präsentiert aktuelle Fotos von letzter Pelzfarm in Island – fordert Ende

12.000 amerikanische weiße und schwarze Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen – in Österreich kam bereits 1998 das weltweit erste Pelzfarmverbot und löste europaweit Verbote aus

28.08.2026, St. Pölten-Land

400 Menschen versammeln sich gegen Tierquälerei in Traismauer

Überwältigendes Signal in Traismauer, NÖ, aus der Bevölkerung: Tierleid darf nicht länger toleriert werden

28.08.2026, Wien

Einladung zu Demozug gegen qualvolle Tiertransporte am 29. August 2026

VGT demonstiert für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See