Teilen:

SPAR SLAPP-Klage: VGT ruft EGMR an, fordert € 50.000 Schadenersatz von Österreich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.03.2024)

Salzburg, 14.03.2024

Nach fast 1,5 Jahren Schweine-Vollspaltenboden Demoverbot für den VGT gegen SPAR, gab es gestern und gibt es heute Demos vor SPAR Zentralen in Dornbirn und Salzburg

Der VGT machte vor fast 2 Jahren neben anderen Supermarktketten auch SPAR für das Leid der Schweine auf Vollspaltenboden verantwortlich, weil SPAR das Fleisch dieser Tiere, oft auch noch mit Aktionspreis, den Konsument:innen anbot. Doch im Gegensatz zu den anderen Supermarktketten brachte SPAR eine Klage auf Unterlassung mit sehr hohem Streitwert gegen den VGT ein. Derartige Klagen nennt man SLAPP, strategic law suit against public participation. Sie dienen dazu, Kritiker:innen mundtot zu machen. Die ersten zwei Instanzen verpflichteten den VGT gemäß der Klage auf Einstweilige Verfügung (EV) tatsächlich, SPAR in keinerlei Zusammenhang zu Schweineleid zu bringen und kamen damit einem Demoverbot gleich. Erst der OGH hob die wesentlichen Auflagen der EV auf, kompensierte den VGT aber nur um € 4.000 statt der bis dahin aufgewendeten € 25.000, und ließ einige der Auflagen bestehen.

Dagegen brachte der VGT nun eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ein. Der VGT fordert darin eine komplette Aufhebung der EV-Auflagen und beantragt die Feststellung, dass alle drei Instanzen den VGT in seinem Recht auf Meinungsfreiheit verletzt haben. Zusätzlich fordert der VGT, der EGMR möge der Republik Österreich auftragen, den VGT als Schadenersatz mit € 50.000 entschädigen. Dieser Betrag setzt sich sowohl aus den tatsächlich entstandenen Verteidigungskosten und dem Aufwand, der EV zu entsprechen, zusammen, als auch aus dem durch das Demoverbot entstandenen immateriellen Schaden.

Anlässlich der Aufhebung des Demoverbots protestierte der VGT gestern in Dornbirn und heute in Salzburg vor den SPAR-Zentralen. Mit dabei jene Transparente, deren Zerstörung SPAR in der Klage beantragt (SPAR verkauft Vollspaltenboden-Tierquälerei und SPART euch die Vollspaltenboden-Tierquälerei). Der Prozess zur Klage beginnt am 29. April 2024 am Handelsgericht Wien.

SLAPP-Klagen sind international und speziell in der EU ein sehr aktuelles Thema. Das EU-Parlament hat am 27. Februar 2024 einen Richtlinienvorschlag zu SLAPP-Klagen, wie jene von SPAR, mehrheitlich angenommen, der Schutzmechanismen gegen derartige Klagen, aber auch vollumfänglichen materiellen und immateriellen Schadenersatz vorsieht.

Zur Petition

Der VGT sammelt weiterhin Unterschriften für ein Ende des Vollspaltenbodens und für verpflichtende Einstreu in der Schweinehaltung: vgt.at/vollspaltenboden

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

Die jüngste Aufdeckung des VGT: VGT legt nach: Nun auch Zucht von Schweinemäster aufgedeckt

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung

12.02.2026, Graz

Einladung: morgen Freitag Tierschutzdemo vor Bauernbundball in Grazer Stadthalle

Der ÖVP-Bauernbund blockiert massiv jede vernünftige Weiterentwicklung im Nutztierschutz – Protest vor allem gegen die Beibehaltung des Schweine-Vollspaltenbodens

10.02.2026, Klagenfurt

Einladung zur Pressekonferenz: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

Expert:innen und Tierschutzvertreter:innen beziehen Stellung zur aktuellen Wolfsthematik in Kärnten

09.02.2026, Steinbrunn

14 Füchse und 2 Marder getötet: Jagdverband Burgenland brüstet sich sinnloser Tötungen

Die Jagd auf Füchse ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und bedeutet sinnloses Tierleid: Füchsinnen sind Anfang Februar bereits schwanger, Abschüsse kurbeln Reproduktion an

06.02.2026, Wien

Vorträge zu Theorien zur Tierbefreiung

Vorträge, Podiumsdiskussion und Q&A

04.02.2026, St. Pölten

NÖ Jagdgesetz-Novellierung untergräbt Tierschutz

Das neue NÖ-Landesjagdgesetz wird von der Landesregierung als „modernstes Jagdgesetz“ gefeiert. Viele Änderungen sprechen aber eher dafür, dass nun noch brutaler mit den Tieren umgegangen werden darf.

28.01.2026, Wien

Tierleid im Lachsfleisch

Der VGT Lachs-Tierschutzbericht