Teilen:

Jagdgesellschaft bei Altlichtenwarth, NÖ, ballert auf hunderte ausgesetzte Zuchtfasane

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (25.11.2024)

Altlichtenwarth, Mistelbach, 25.11.2024

Zahlreiche Fasangehege; abgeschossene Fasane regnen vom Himmel – Volksbegehren „Für ein Bundes-Jagdgesetz“ fordert bundesweites Ende dieser sinnlosen Grausamkeit

Zuerst werden die Fasane in Massentierhaltungen gezüchtet. Typischer Weise geschieht das in Brütereien und Großfasanerien in Tschechien. Von dort lässt man sich die Tiere in engen Kisten mittels Tiertransport nach Österreich bringen und setzt sie in Fasangehege. Die hunderten, ja manchmal tausenden Tiere sind völlig hilflos. Dann kommt der Tag der großen Abschießbelustigung. Eine Gruppe von Treiber:innen drängt die Zuchtfasane zusammen und scheucht sie in Gruppen zu je einem Dutzend Vögeln auf. Diese fliegen dann unbeholfen – oft zum ersten Mal im Leben – über die wartenden Schütz:innen, die, wie mit Maschinengewehrsalven, Bleischrotladungen auf die Fasane abfeuern. Die Fasane stürzen dann wie Regentropfen vom Himmel. Und schon kommt die nächste Gruppe und die nächste und nächste. Angeschossene Tiere werden von Jagdhunden gehetzt und apportiert, viele sterben erst über Tage hinweg irgendwo in einem Feld. Essen kann die toten Fasane niemand mehr. Sie sind mit giftigen Bleikugeln durchsiebt, die tonnenweise in der Landschaft liegen bleiben.

Der VGT hat eine solche Jagdgesellschaft bei Altlichtenwarth im nördlichen Weinviertel vergangenen Freitag dokumentiert. Treffpunkt war die riesige Vollspaltenboden-Schweinefabrik am Hamethof. Die gesamte Gegend zwischen Hamethof und Altlichtenwarth ist auf herbstliche Abschießbelustigungen von Zuchtfasanen ausgerichtet, überall sind Fasangehege errichtet, es gibt zahllose Tränken und Futterstellen. Neben Massenabschüssen der Fasane in oben geschilderter Weise musste der VGT auch sterbende Fasane sehen, die von der Jagdgesellschaft zurückgelassen worden waren. Und im Zaun eines der Gehege steckte das Gerippe eines Vogels, der dort offenbar stecken geblieben und verstorben war.

Das Volksbegehren „Für ein Bundesjagdgesetz“ sammelt Unterstützungserklärungen, um ein bundesweites Verbot dieser vollkommen sinnbefreiten Tierquälerei zu erreichen.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch war Augenzeuge dieser unfassbaren Barbarei: Ich habe selbst schon oft die Massentierhaltung der Zuchtfasane dokumentiert, auch in Tschechien. Den Fasanen geht es dort nicht anders als den Masthühnern in den Tierfabriken, die wir so heftig kritisieren. Nur, dass diese Fasane nicht geschlachtet und gegessen werden. Ihr Schicksal ist viel grausamer und sinnloser. Nach dem Tiertransport landen sie in Gehegen, von wo man sie dann austreibt, zum Auffliegen bringt, was sie in ihrem Leben in der Massentierhaltung nie getan haben, und beschießt. Die armen Vögel wissen nicht, wie ihnen geschieht. Das Tierleid ist unermesslich! Es ist für einen vernünftigen Menschen kaum auszuhalten, mitanzusehen, wie diese hilflosen Vögel massakriert werden. Und das Ganze dient nur der Unterhaltung von Personen, die mit ihrem Leben offenbar nichts Besseres anzufangen wissen, als sinnlos Tiere zu quälen. Was soll das für ein Spaß sein, auf lebende Zielscheiben zu ballern! An welcher Stelle in der Kindheit ist da etwas daneben gegangen, dass das Mitgefühl so vollkommen aussetzt! Vernünftige Menschen würden niemals so etwas tun, allen anderen muss es verboten werden!

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

28.10.2026, Heidenreichstein

VGT dokumentiert Tierqual von Fischen

Stress und Leid für Karpfen beim größten Waldviertler Abfischfest

27.10.2026, Bezirke Neusiedl/See und Bruck/Leitha

VGT erwischt Jagdleiter in NÖ mit 100 Fasanen in Kisten und ruft die Polizei

Trotz Verbots des Aussetzens von gezüchteten Fasanen im Burgenland seit 2022 wollte eine Jagdgesellschaft ungarische Fasane als Schießbudenfiguren im Burgenland aussetzen

22.10.2026, Wien

VGT übergibt 90.000 Stimmen für Hitzefrei für Fiakerpferde an Stadtrat Czernohorszky

Internationale Entwicklungen zeigen : Wien darf nicht zum Schlusslicht im Pferdeschutz werden

21.10.2026, Wien/OÖ

Aktuelle UNESCO-Stellungnahme: ob OÖ-Singvogelfang Kulturerbe bleibt, ist offen

Festgestellt wird, „dass es sich um eine gesellschaftlich umstrittene Praxis handelt – insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Ausmaß und Zumutbarkeit des den Vögeln zugefügten Leids“

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Salzkammergut

Vogelsang statt Vogelfang! Kundgebung bei Singvogelfangausstellung

Wir protestieren vor der jährlichen Singvogelfangausstellung am 29.11., bei der hunderte gefangene Singvögel in kleinen Käfigen zur Schau gestellt werden.

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.