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Entgegen ewiger Beteuerung: Vollspalten-Schweinefabriken verdienen sehr viel Geld

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.03.2025)

Wien, 18.03.2025

Grüner Bericht des Landwirtschaftsministeriums zeigt einen netto Gewinnzuwachs von 500 % (!) in den Jahren 2003 bis 2023 – Umstieg auf Stroheinstreu leistbar!

Hört man nicht täglich die Schweinebetriebe jammern, wie wenig sie verdienen würden? Die Einführung wenigstens eines Minimums an Tierwohl, nämlich die Abschaffung des Vollspaltenbodens, sei unmöglich finanziell zu leisten. Dabei, so hat eine wissenschaftliche Studie ergeben,1 würde eine tiefe Stroheinstreu (plus Kastration unter Betäubung, kein Schwanzkupieren und Auslauf ins Freie!) die Kosten inklusive momentaner Förderungen nur um 35,07 Cent pro kg Schlachtgewicht erhöhen. Der Grüne Bericht des Landwirtschaftsministeriums 2023 gibt dazu im Vergleich einen Nettogewinn bei Schweinebetrieben mit durchschnittlich 600 Tieren von € 109.514 pro Jahr an, bei Einbeziehung größerer Betriebe mit durchschnittlich 730 Tieren sogar € 138.552. Diese Werte sind jeweils das 5fache der Nettogewinne im Jahr 2003. Während also der Gewinn der Schweinebetriebe rapide ansteigt und große Summen erreicht, feilscht man um 35 Cent pro kg der Tiere, um von der größten Quälerei zu einem Haltungssystem zu wechseln, das doch eine gewisse Lebensqualität verspricht. Der VGT erinnerte deshalb heute wieder vor dem Bundeskanzleramt an die Verantwortung der Regierung, auch den österreichischen Schweinen eine Lebensqualität zu bieten.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: Es gibt wohl kaum eine Sparte der Wirtschaft, insbesondere in der Landwirtschaft nicht, die so große Gewinnzuwächse aufweist, wie die Schweineindustrie. Aber das nur auf dem Rücken der Tiere. Den Schweinen wird gar nichts an Lebensqualität geboten, ihr Leiden und Sterben während der lediglich 4-monatigen Mast haben unsere zahlreichen Aufdeckungen gut dokumentiert. Jetzt muss die Politik reagieren, sie trägt die Verantwortung dafür, diesen Zustand zu ändern. Und die wirtschaftlichen Daten zeigen: die Schweineindustrie kann so eine Umstellung verkraften, insbesondere mit den staatlichen Förderungen. Dazu würde eine Haltungskennzeichnung, wie sie Deutschland für Schweinefleisch bereits verpflichtend eingeführt hat, die Konsument:innen objektiver informieren, als die ständige Fleischwerbung, die der Realität nicht gerecht wird. Dann würde auch der Handel mitziehen und es käme kein Schweinefleisch aus dem Ausland herein.

Um auf diesen Misstand hinzweisen, hat der VGT heute am Ballhausplatz mit Schildern und Transparent einmal mehr gegen das Leid der Schweine auf Vollspaltenboden protestiert.

Quelle

  1. Kirner, Leopold und B. Stürmer: Mehrkosten von und Erfahrungen mit höheren Tierwohlstandards in der österreichischen Schweinemast, in: Berichte über Landwirtschaft, Bd 99/1

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