Ferkelspenden! vgt.at Verein gegen Tierfabriken Menü

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.10.2007)

Eurobarometer: Einstellung der EU-BürgerInnen zum Schutz der Nutztiere

Im März 2007 veröffentlichte die EU-Kommission eine europaweite Umfrage zum Thema "Einstellung der EU-BürgerInnen zu Tierschutz" (siehe http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/survey/sp_barometer_aw_en.pdf) . Die Befragung wurde in 29 europäischen Ländern von 6. September bis 10. Oktober 2006 durchgeführt. Insgesamt wurden 28.652 Personen befragt.

 

Selbsteinschätzung: Wissen über die Haltungsbedingungen von Nutztieren

Wieviel, würden Sie sagen, wissen Sie über die Bedingungen unter denen Tiere in Österreich für die Herstellung von Nahrungsmitteln gehalten werden? Würden Sie sagen, dass Sie viel, wenig oder gar nichts darüber wissen?

86% der ÖsterreicherInnen sagen von sich, dass sie wenig bis gar nichts über die Haltungsbedingungen der Nutztiere in Österreich wissen. Nur 11% meinen von sich, dass sie gut über dieses Thema orientiert sind.

Im Vergleich die Antworten aus den anderen europäischen Ländern. Gefragt wurde jeweils zu den Haltungsbedingungen im eigenen Land.

Österreich liegt mit seiner Selbsteinschätzung im europäischen Mittelfeld.

Von den EU25 meinen am besten die Dänen, die Finnen und die Iren über die Haltungsbedingungen von Nutztieren Bescheid zu wissen. Am unteren Ende der Skala liegen Spanien, die Slowakei und Tschechien.


 

Bedürfnis nach mehr Information über Haltungsbedingungen von Nutztieren

Würden Sie gerne stärker über die Haltungsbedingungen von Nutztieren in Österreich informiert werden?

68% der ÖsterreicherInnen haben das Bedürfnis nach mehr Information über die Haltungsbedingungen der Nutztiere in Österreich. 27% sind nicht an mehr Information interessiert.

Im Vergleich die Antworten aus den anderen europäischen Ländern. Gefragt wurde jeweils zu Informationen über die Haltungsbedingungen im eigenen Land.

Quer durch Europa ergibt sich ein sehr heterogenes Bild. Während sich in Griechenland 85% mehr Information wünschen, sind es in den Niederlanden nur 30%. Die ÖsterreicherInnen liegen mit ihrem Bedürfnis nach mehr Information deutlich über dem europäischen Durchschnitt.


 

Welche Informationsquellen werden bevorzugt?

Wenn Sie nach Informationen über die Haltungsbedingungen unter denen Nutztiere in Österreich gehalten werden suchen, welche der folgenden Informationsquellen bevorzugen Sie? (Maximal 3 Antworten)

Es zeigt sich, dass sowohl in Österreich als auch im europäischen Schnitt Fernsehen die wichtigste Informationsquelle darstellt. In Österreich werden auch deutlich öfter als in europäischen Durchschnitt Tageszeitungen als wichtige Informationsquelle genannt. Überspitzt ausgedrückt verlassen sich die ÖsterreicherInnen auf die Informationen von ORF und "Kronen Zeitung".

Überraschend ist jedenfalls, dass das Internet in Österreich als Informationsquelle eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung hat. In Österreich wird das Internet erst an sechstwichtigster Position gereiht. Im europäischen Durchschnitt stellt das Internet die zweitwichtigste Informationsquelle dar - sogar wichtiger als Tageszeitungen.

Die in Österreich bevorzugten Informationsquellen sind durchwegs kommerzieller oder öffentlich rechtlicher Natur: Fernsehen, Radio, Zeitungen und Magazine. Die Information selbst, vor allem aber die Auswahl der Informationen, kann bei derartigen Medien nicht als unabhängig bezeichnet werden. Öffentlich rechtliche Medien unterliegen einem politischen Einfluss, kommerzielle Medien leben von ihren Werbekunden und können daher genausowenig als unabhängig bezeichnet werden. Gerade Lebensmittelkonzerne, aber auch die AMA (Agrarmarkt Austria GmbH), verfügen über sehr große Werbemittel. Kaum ein Medium kann es sich leisten, seine größten Werbekunden zu vergrämen.

Wie auch immer: Das Ergebnis dieser Umfrage kann als Bildungsauftrag an den öffentlich rechtlichen ORF gewertet werden. 68% der ÖsterreicherInnen erwarten sich jedenfalls mehr Informationen über die Haltungsbedingungen von Nutztieren in den Medien, wobei das Fernsehgerät für diese Menschen das wichtigste Informationsmittel darstellt.


 

Wichtigkeit des Schutzes von Nutztieren

Bitte bewerten Sie auf einer Skala von 1 bis 10 wie wichtig es Ihnen ist, dass das Wohlergehen von Nutztieren geschützt wird? "1" steht für "vollkommen unwichtig" und "10" für "sehr wichtig".

Mit einem Durchschnittswert von 7,7 auf einer Skala von 1 bis 10, machen die EU-BürgerInnen deutlich, dass ihnen der Schutz von Nutztieren ein wichtiges Anliegen ist das einen hohen Stellenwert genießt. Österreich liegt hier genau im europäischen Schnitt.


 

Mehr Schutz für Nutztiere

Glauben Sie, dass ganz allgemein der Schutz von Nutztieren in Österreich verbessert werden sollte?

Antworten aus Österreich:

71% der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass der Schutz von Nutztieren verbessert werden sollte und nur 19% meinen, dass das nicht notwendig wäre. Diese Antworten machen deutlich, dass auch nach Einführung des Bundestierschutzgesetzes der großen Mehrheit der ÖsterreicherInnen die Standards im Nutztierschutz viel zu niedrig sind.

Der europäische Vergleich zeigt, dass in der gesamten EU deutliche Mehrheiten für eine Verbesserung des Nutztierschutzes eintreten. Die größte Zustimmung findet sich in Griechenland (96%), Zypern (91%), Portugal (90%) und Frankreich (86%). Die niedrigste in Großbritannien (68%), Finnland (67%), Luxemburg (63%) und Irland (58%).

Wenn man weiß welche entscheidende Rolle Frankreich bei der Niederschlagung der EU-Mindestrichtlinie bezüglich Masthühnern gespielt hat, muss einem die hohe Zustimmung der französischen Bevölkerung für höhere Tierschutzstandards zu denken geben.

Generell zeigt sich immer wieder, dass in repräsentativen Demokratien gegen den Willen der BürgerInnen regiert wird.


 

Bereitschaft Geschäfte zu wechseln

Wären Sie bereit ihre Einkäufe in anderen als den bisher von Ihnen bevorzugten Geschäften zu tätigen, um tierfreundlichere Nahrungsmittel einkaufen zu können?

Antworten aus Österreich:

Eine überwiegende Mehrheit der ÖsterreicherInnen (71%) wäre bereit ihre Einkaufsgewohnheiten zu ändern und Geschäft zu wechseln, um an Lebensmittel mit höheren Tierschutzstandards zu gelangen. 16% schließen das eher aus und nur 3% können sich das gar nicht vorstellen.

Österreich liegt damit ganz deutlich über dem europäischen Durchschnitt.


 

Nahrungsmittelkennzeichnung

Welche der folgenden Informationswege würden Sie bevorzugen, um erkennen zu können, mit welchen Tierschutzstandards Nahrungsmittel produziert worden sind?

Am beliebtesten zur Kennzeichnung von Tierschutzstandards sind Logos (Tierschutzgütesiegel) und textliche Kennzeichnungen - jeweils auf der Verpackung. Während in Östereich Logos bevorzugt werden, sind es im europäischen Durchschnitt Texte.

Auch graduelle Bewertungssysteme, etwa mit 1 bis 5 Sternen würden bei den KonsumentInnen in Österreich eine beträchtliche Zustimmung finden.


 

Importierte Nahrungsmittel

Sind Sie der Meinung, dass von außerhalb der Europäischen Union importierte Nahrungsmittel dieselben Tierschutzstandards erfüllen sollten, wie jene aus der Europäischen Union?

Wie zu erwarten, ist eine große Mehrheit der EU-BürgerInnen der Ansicht, dass auch in die EU importierte tierliche Nahrungsmittel aus Haltungssystemen stammen sollten, die die EU-Mindeststandards erfüllen. In Zypern und Malta etwa, fand sich überhaupt niemand der gegenteiliger Ansicht gewesen wäre. Überraschender Weise ist gerade Österreich jenes Land der EU, in dem bei weitem die meisten Menschen zu finden sind, die Nahrungsmittel in den Supermärkten haben wollen, die nicht den EU-Tierschutz-Mindeststandards entsprechen: Immerhin 18% der ÖsterreicherInnen sind dieser Meinung.

Akzeptieren

Wir nutzen Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Nutzung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren