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Politisch pikantes Picknick

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.05.2010)

Wien, 17.05.2010

Am Samstag, den 15. Mai fand in der Innsbrucker Maria-Theresiensstraße ein Soli-Straßenfest rund um die §§ 278 ff und den Tierschutzprozess statt

Am Samstag, den 15. Mai fand in der Innsbrucker Maria-Theresiensstraße ein Soli-Straßenfest rund um die §§ 278 ff und den Tierschutzprozess statt

Deftige Redner_Innen-Beiträge - Frisches zum Thema Tierrechte - köstlich Satirisches aus dem Gerichtssaal - delikates Theater von der Straßentheatergruppe Ein/Aus - leckeres Veganes aus der VolxXxKüche - exquisiter Ohrenschmaus, Live-Musikbeiträge - schmackhaftes Kasperltheater für Erwachsene - appetitliches Kinderprogramm mit Riesenseifenblasen und Kinderschminken.

Das alles gab es trotz kaltem Wind und Regen beim POLITISCH PIKANTEN PICKNICK in Innsbruck, organisiert von der Straßentheatergruppe Ein/Aus mit Unterstützung vom VGT Tirol, MegA (Menschen Gegen Ausbeutung) und TAT (Tierschutz Aktiv Tirol)

Am gut besuchten Straßenfest sprach zuerst Dr. Bernd Haberditzl, einer der Verteidiger im derzeitigen Prozess gegen die Tierrechtsbewegung über die juristische Seite dieses Prozesse sowie der Ermittlungen, der Hausdurchsuchungen und der Untersuchungshaft von 10 Tierrechtler_Innen. Diese Untersuchungshaft bezeichnete er juristisch fundiert als Beugehaft und folglich als Folter.

Danach sprach Michael Böhm von TAT (TierschutzAktivTirol) über die grausame Unterdrückung der nichtmenschlichen Tiere und nannte als einzig logische ethische Konsequenz tierrechtsaktiv zu werden, wie eben die 13 Aktivist_Innen, die derzeit vor Gericht stehen und denen außer alltäglicher, nicht krimineller NGO-Arbeit nichts vorgeworfen wird.

Nach einigen musikalischen Beiträgen von gecoverten bekannten Rocksongs mit neuen Textversionen zur Tierrechtsthematik und Repression, sowie einer aufsehenerregenden Jonglage-, Pantomine und Clownerieperformance mit dem Titel "Sprachlos aber nicht einfallslos GEGEN REPRESSION!" welche den ganzen Nachmittag über zwischen den einzelnen Redebeiträgen stattfanden, hielt Roland Steixner von der KPÖ Tirol eine lange Rede in welcher nochmal die politische Dimension dieses Prozesses gegen die Tierrechtsbewegung herausgearbeitet wurde.

Besondere Beachtung fanden in seinem Redebeitrag auch die bisherigen Erfolge und gesetzlichen Änderungen, welche Österreich zu einem der fortschrittlichsten Länder in Sachen Tierschutz machen und die im großen und ganzen genau von jenen Leuten getragen wurden, die jetzt seit 2. März 2010 genau deshalb vor Gericht stehen.

Der nächste Redebeitrag kam von einem Aktivisten des politischen Kulturvereins Grauzone und beleuchtete die sog. Tierschutzcausa im Kontext zur Kriminalisierung von politischem Engagement im allgemeinen.

Nach einem Nachmittag mit veganem Gratisessen für alle, Seifenblasen für Kinder und Erwachsene und einem Kinderschminken - natürlich mit rein pflanzlichen Schminkfarben, sprach abschließend noch einer der derzeit Angeklagten, der Viertbeschuldigte im Tierschutzprozess, der Tiroler Künstler und Aktivist Chris Moser über den bisherigen Prozessverlauf aus seiner persönlichen, emotionalen Sicht, sowie finanziellen Problemen, welche mit dem Prozess bereits jetzt einhergehen und die laut Prognosen existenzbedrohende Ausmaße erreichen werden.
Er schilderte die grotesken Erlebnisse im Gerichtssaal, die wie er sagt derart unglaublich klingen, dass die Zuhörer_Innen sich selbst ein Bild vom Rechtsstaat Österreich machen sollen und lud ein, dem Prozess als Beobachter_Innen beizuwohnen.
Kurz ging Chris Moser auch auf seine Erfahrungen als politischer Gefangener in österreichischer Beugehaft - wie das Dr. Haberditzl so treffend titulierte - ein, und wie er als Familienvater die Hausdurchsuchung am 21. Mai 2008 in Erinnerung hat.

Trotz teilweise sehr starkem Regen und tiefen Temperaturen waren den ganzen Nachmittag über viele interessierte Besucher_Innen am Solidaritätsfest, es wurden unzählige informative Gespräche und Diskussionen zur Repression, dem Tierschutzprozess und Tierrechtsthemen geführt, veganes Essen genossen, Livemusik mit politischen Texten gelauscht.

 

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