Teilen:

Anbindehaltung von Rindern

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (24.06.2015)

Wien, 24.06.2015

Die ständige Anbindehaltung bei Rindern ist in Österreich verboten, jedoch bietet das Gesetz so viele Ausnahmen, dass das Verbot kaum zum Tragen kommt.

Man würde glauben, dass angebundene Rinder bei uns der Vergangenheit angehören, denn seit dem Jahr 2005 ist die ständige Anbindehaltung in Österreich eigentlich gesetzlich verboten. Auch die Werbeindustrie vermittelt uns stets Bilder einer artgerechten Tierhaltung, bei der glückliche Kühe auf einer Alm grasen können.

Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Laut Gesetz stehen Rindern nur 90 Tage im Jahr zur Verfügung, an denen sie sich frei bewegen dürfen. Selbst diese kurze Zeit des Auslaufes wird von vielen Betrieben nicht eingehalten. Es gibt nämlich einige Ausnahmeregelungen, unter welchen der Freigang ausbleiben darf. Diese Ausnahmen können praktisch auf jeden Betrieb zutreffen. Darunter fallen etwa das Nicht-Vorhandensein von geeigneten Weideflächen oder bauliche Gegebenheiten am Betrieb.1

Eine Vielzahl der Milchbetriebe in Österreich praktizieren die ständige Anbindehaltung. Das bedeutet, die Kuh ist am Hals mit einer Kette oder zwischen zwei Metallstäben fixiert. So bleibt das Aufstehen und Niederlegen die einzige Bewegung, die noch möglich ist. Durch die kurzen Anbindevorrichtung treten häufig Verrenkungen, Liegeschwielen oder auch entzündete Gelenke auf. Nicht einmal Einstreu ist vom Gesetz verpflichtend vorgeschrieben und so liegen die Tiere dann auf dem harten Betonboden. Kühe bevorzugen eigentlich einen weichen und verformbaren Untergrund zum Liegen (z.B. Stroh). Konventionelle Ställe werden diesem Anspruch jedoch meistens nicht gerecht. Gerade in der Anbindehaltung kommt es zu einem immer wiederkehrenden Problem: Im hinteren Teil der Liegefläche ist ein Gitter angebracht, durch welches die Exkremente in den Güllekanal fallen. In der Liegeposition berühren die Rinder diese Stelle direkt mit ihren Hinterschenkeln und Eutern. Dies führt regelmäßig zu Erkrankungen, Zitzenverletzungen, Druckstellen und Geschwüren an den Klauen.

Zu den Grundbedürfnissen von Kühen gehören eigentlich die Nahrungssuche und das Grasen, Körperpflege, gegenseitiges Belecken, Gehen, Galoppieren und vieles mehr. Das Ausleben dieser Bedürfnisse wird in der Intensivtierhaltung unmöglich gemacht.

Quelle

  1. vgl. §16 (4) des Österr. Tierschutzgesetzes

11.09.2026, Klagenfurt

Einladung Klagenfurt: 2 Personen 11 Std auf Schweine-Vollspaltenboden

Einer der Tierschützer:innen wird auf einem klassischen Vollspaltenboden sitzen, der 2034/2038 verboten wird, die andere auf der Neuversion des Vollspaltenbodens, die kein Ablaufdatum hat

10.09.2026, Färöer

Waljagd auf den Färöer-Inseln: VGT spricht mit Walfänger

Heuer wurden schon über 800 Grindwale auf den Färöer-Inseln massakriert – die zu Dänemark gehörende Inselgruppe beruft sich auf Tradition

09.09.2026, Wien

Noch immer kein Schweine-Vollspaltenbodenverbot: VGT-Protest beim Ministerrat

Der VGT erinnert die Regierung daran, dass im Tierschutzgesetz festgelegt ist, dass es ab Ende 2026 einen neuen Mindeststandard für die Haltung von Schweinen geben muss

08.09.2026, Wien

Pferde leiden weiter in der Hitze. Über 100.000 Menschen kämpfen gegen Fiaker in der Innenstadt

Tierschutzorganisationen fordern runden Tisch: Damit im kommenden Jahr keine Pferde mehr unter Hitze, Verkehr und Stress in der Wiener Innenstadt leiden müssen

01.09.2026, Wien

VGT trauert um Legehennen-Pionier Toni Hubmann

Toni Hubmann war Vorreiter in der Legehennenhaltung, auf ihn gehen die strukturierte Weide, das Ende des Schnabelkupierens, das Sandbad, der Wintergarten und die Einstreu-Nester zurück

31.08.2026, Dalsbu, Island

VGT präsentiert aktuelle Fotos von letzter Pelzfarm in Island – fordert Ende

12.000 amerikanische weiße und schwarze Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen – in Österreich kam bereits 1998 das weltweit erste Pelzfarmverbot und löste europaweit Verbote aus

28.08.2026, St. Pölten-Land

400 Menschen versammeln sich gegen Tierquälerei in Traismauer

Überwältigendes Signal in Traismauer, NÖ, aus der Bevölkerung: Tierleid darf nicht länger toleriert werden

28.08.2026, Wien

Einladung zu Demozug gegen qualvolle Tiertransporte am 29. August 2026

VGT demonstiert für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See