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Aktion für "Oster-Hasen"

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (23.03.2002)

Laaben, 23.03.2002

Mast- und Versuchskaninchen - Ein kurzes Leben hinter Gittern und voller Leiden VGT demonstriert morgen am Stock-im-Eisenplatz

Seit Jahrhunderten ist der "Osterhase" als Eierbringer für die Kinder gleichsam ein Symbol für das höchste christliche Fest. Und sein engster Verwandter, das Kaninchen, landet entweder als Festtagsbraten auf dem Tisch oder wird in Tierversuchslabors langsam zu Tode gequält. Allein in Österreich vegetieren Zehntausende Kaninchen in dubiosen Mastanlagen. Häsinnen werden durch die so genannte "Wurfsynchronisation" zu Gebärmaschinen. Durch Hormonbehandlung (sog. "Wurfsynchronisation") und künstliche Besamung wirft ein Tier bis zu elfmal jährlich je acht bis zehn Junge. Die Säugezeit wird auf ganze drei bis vier Wochen verkürzt. Heuer werden drei Millionen Häschen verspeist, rund 20.000 enden als Versuchskaninchen.

In nur 12 Wochen zum Schlachtgewicht:
In den Hallen, wo die Mastkaninchen oft eingepfercht sind, brennt meist rund um die Uhr kaltes Neonlicht, damit die internierten Kaninchen noch weniger dösen und mehr fressen. "In maximal 10 bis 12 Wochen haben sie ihr Schlachtgewicht", sagte uns ein Züchter, "von 20 Gramm auf zwei bis drei Kilo. Man muß nur füttern, was das Zeug hält."

Im Unterschied zu anderen "Nutztieren" finden Kaninchen in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Unter welchen Bedingungen diese Geschöpfe gehalten werden, wissen allerdings nur wenige: Die Intensivtierhaltung hat auch vor den Kaninchen nicht Halt gemacht: Sie müssen ihr Dasein - ähnlich wie die Legehühner - in unstrukturierten, engen und reizarmen Käfigen meist ohne Einstreu auf Metall- oder Kunststoffrosten ohne Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten fristen. Mastkaninchen bis 3,3 kg Lebendgewicht stehen in der Regel ganze 20 x 40 cm bei einer Käfighöhe von 30-40 cm zur Verfügung. Oft sind es nur 500 qcm, also genauso wenig wie den berühmt-berüchtigten Batterie-Hühnern. So hocken die Tiere lebenslänglich in den Käfigen, die ihnen nicht einmal artgemäßes Sitzen erlauben, und das "Männchen machen" und Hoppeln schon gar nicht.

Die Folgen: Entzündungen und Verletzungen an den Hinterpfoten, schmerzhafte Skelettveränderungen, die u.a. zu Knochenbrüchen führen, Krallenverletzungen, Ballengeschwüre, schwere Verdauungsstörungen, hervorgerufen durch nicht artgerechte Fütterung, mangelnder Abrieb der Nagezähne durch pelletiertes Futter, Verhaltensstörungen wie Gitternagen, endloses Kreisen um die eigene Achse, Kannibalismus und Selbstverstümmelungen durch Langeweile. Bis zu 30 % sterben aufgrund der schlechten Haltung und an Infektionskrankheiten!

Kaninchen leiden stumm und können sich ihrer Lage nicht entziehen, sind ihr hilflos ausgeliefert. In freier Wildbahn leben Kaninchen in Gruppen mit enger sozialer Bindung. Das Revier eines Familienverbandes beträgt einige Hundert Quadratmeter. Die Tiere graben ausgedehnte unterirdische Bauten mit weit verzweigten Röhrensystemen. Die geselligen Wesen hoppeln und springen vorwiegend in der Dämmerung und wollen sich verstecken können. All diese Verhaltensweisen sind ihnen in der Mast lebenslang verwehrt. Auch die "Hauskaninchen" haben sich nahezu das gesamte Verhaltensrepertoire ihrer wilden Vorfahren erhalten.

Österreich und die EU haben es bislang nicht für nötig gehalten, bindende gesetzliche Vorschriften zur Kaninchenhaltung zu erlassen. Man darf gespannt sein, wann endlich die verantwortlichen Politiker ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz erlassen, das den millionenfachen Qualen dieser und anderer Mitgeschöpfe ein Ende bereitet. Bis dahin bleibt nur der Appell an die Bevölkerung, sich über die Kaninchenmast und Tierversuche zu informieren, kein Kaninchenfleisch, keine Kaninchenfelle oder konventionelle Kosmetika zu kaufen.

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) wir daher morgen Samstag, den 23. 3. 2002 ab 11 Uhr am Wiener Stock-im-Eisenplatz eine Aktion für die "Osterhasen" abhalten. 

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