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Mahnwache gegen Pelztierleid

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (07.12.2001)

Laaben, 07.12.2001

Tägliche Pelzdemonstrationen gehen weiter
VGT fordert mit Mahnwache weiterhin einen Importstop von Pelzen

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) spricht sich seit Jahren gegen die "Produktion" und den Handel von Tierpelzen aus. In Österreich wurde ja bereits 1998 die Pelzproduktion - nicht zuletzt wegen der intensiven Aktivitäten des VGT - aus Tierschutzgründen verboten, als letztes Bundesland in NÖ. Österreich war damit das erste Land der EU, das diesen Schritt gegen den Widerstand der Pelzlobby durchgesetzt hat und nimmt damit eine Vorreiterrolle innerhalb der EU in diesem Bereich ein.

Aus gutem Grund: Denn 40-50% der Pelze in Österreich stammen vom Fallenfang aus Alaska, Kanada und Rußland. Dafür werden die Pelztiere in mittelalterlich anmutenden Fangeisen aus Metall gefangen. Den gefangenen Tieren werden durch die Fallen die Extremitäten gebrochen, oder sie werden um den Hals oder Bauch in furchtbarer Lage festgehalten, bis die Fallensteller nach einigen Tagen wieder einmal vorbeikommen. 90% der in Fallen gefangenen Tiere gehören nicht zu der Tierart, für welche die Fallen aufgestellt waren. Sie sind dann "Abfall" für die Pelzindustrie.

Die restlichen 50-60% der Pelze in Österreich stammen aus "Pelzfarmen". Nerze, die häufigste Pelztierart in Farmen, etwa 27 Millionen jährlich weltweit, müssen in 30 x 90 cm großen Käfigen auf Drahtgitterböden, oft 3 bis 5 Individuen pro Käfig, von ihrer Geburt im Mai bis zum November auf ihren Tod warten. Als Wassertiere, mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, sehen sie niemals in ihrem Leben Schwimmwasser. Die Käfige sind völlig strukturlos, es gibt kein Stroh oder Kletteräste. Als Einzelgänger leiden Nerze ganz besonders unter den Bedingungen in der Massentierhaltung. Etwa 5 Millionen Füchse werden als zweithäufigstes Pelztier weltweit auf Farmen gezüchtet. Dort müssen sie üblicherweise in Käfigen der Größe 50 x 120 cm leben, oft mehrere Individuen zusammen. Käfigwände und Böden bestehen ohne Stroh. Den normalerweise in Erdhöhlen lebenden Füchsen wird keine Möglichkeit zum Graben geboten, der Draht der Gitterböden zerschneidet ihnen die Pfoten.

Etwa 20-30% der Jungtiere verenden vor Beginn der Pelzsaison in ihren Käfigen. Selbstverstümmelungen und das Töten der Jungen durch die Mütter gehören zum Alltag auf Pelzfarmen. Die Befruchtung - besser "Vergewaltigung" - erfolgt künstlich durch die Pelzfarmer. Alle Pelztiere sind praktisch ausnahmslos schwer neurotisch: Sie zeigen stereotype Bewegungen, schlagen die Köpfe gegen die Käfigwand oder springen monoton auf und nieder bzw. überschlagen sich ständig im engen Käfig. Die Tötung der Nerze erfolgt durch Vergasen (oft indem die Nerze in eine Kiste gestopft werden, in welche die Auspuffgase strömen) oder durch Genickbruch. Die Füchse werden mittels Stromschlag exekutiert.

Der VGT fordert daher ein generelles Importverbot für Pelze nach Österreich, und zwar sowohl als Rohmaterial für Kürschnerbetriebe, als auch als fertige Pelzmäntel oder Verbrämungen an Jacken und dgl. für den Handel. Pelz ist ein reines Luxusprodukt und nicht notwendig. Es gibt sehr viele modische, warme und tierfreundliche Alternativen. Abgesehen davon gibt es einen immer beliebter werdenden Markt an Webpelzen, die auch viel umweltfreundlicher als Tierpelze sind. Für sie muß nämlich weder tonnenweise Gülle entsorgt noch Nahrungsmittel produziert werden, und sie benötigen auch keine hochgiftigen Chemikalien zur Gerbung und zur Verhinderung des Verrottens der Pelzhaare.

Zur Zeit gibt es jeden Tag VGT-Pelzdemos an verschiedenen Plätzen: Am kommenden Samstag werden wir ab 12 Uhr in Wien, am Stock-im-Eisenplatz, eine besondere Mahnwache abhalten: Ein Kreuz mit Kerzen, welche die Passanten entzünden können, wird auf das ungeheure Tierleid aufmerksam machen, das immer noch in unzähligen Pelztierfarmen weltweit herrscht.

Für weitere Informationen hier.

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