Teilen:

"Krebsmaus"-Patent, die Fortsetzung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.11.2001)

Laaben, 09.11.2001

Was ist der Unterschied zwischen Maus und Elefant?

Vom 6.-8. November gab es - wie berichtet - am Europäischen Patentamt (EPA) in München eine Anhörung zur Patentierung der Krebsmaus. Das 1992 erteilte Patent auf die an der Harvard-Universität entwickelte "Krebsmaus" ­ eine Maus, der zu Forschungszwecken ein Krebsgen eingepflanzt wurde (EP 0169672- Anmeldenummer: 8530-1190,7 Inhaber: The President and Fellows of Harvard College). Diesen Mäusen wurde die Thymusdrüse weggezüchtet, sie erkranken somit nach Verabreichung krebserzeugender Stoffe an Krebs, diese Maus und alle ihre Nachkommen sterben den unweigerlichen und grausamen Krebstod.

Das Patent auf die Krebsmaus hatte in Europa Signalwirkung: Bis Mitte 1995 waren bereits etwa 300 weitere Patentanträge auf Tiere am EPA eingegangen, bis 1998 hat sich die Zahl der Anmeldungen in etwa noch einmal verdoppelt. Die meisten Anträge beziehen sich auf Versuchstiere. Viele dieser Tiere sind, wie die Krebsmaus, durch die Genmanipulation so verändert, daß ihre Existenz unausweichlich mit Leiden und Schmerzen verbunden ist.

Tier- und Umweltschutzorganisationen, aber auch kirchliche Vereinigungen beeinspruchten dieses Patent auf Grund des Artikels 53 a (Tierarten und Pflanzensorten) und Artikel 53 b (öffentliche Ordnung und gute Sitten). Das Patent beinhaltete die Krebsmaus und all ihre Nachkommen, sowie die technische Anwendung auf ALLE Säugetiere.

Letzteres ist nun widerrufen worden und das Patent betrifft "nur mehr" Nagetiere. Marion Löcker, Gentechnik-Expertin vom "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) dazu: "Eine Farce, denn ist etwa die Leidensfähigkeit von Ratten, Mäuse, Kaninchen, Hamster etc. weniger als Kühe, Pferde oder Elefanten? Werden damit nicht auch die öffentliche Ordnung und die guten Sitten verletzt? Denn dieser Artikel, eben 53 b, wird nicht tangiert, man sieht hier keinerlei Verstoß gegen die Ethik."

Die Anhörung per se war eindeutig davon geprägt, daß das Procedere künstlich in die Länge gezogen wurde, um banale Formalangelegenheiten diskutiert wurde und die Tendenz eindeutig absehbar war. Gegen Magnaten wie die Harvard-University, die Patentinhaberin, aufzutreten, ist nicht einfach, dennoch brillierte die Tier- und Umweltschutzseite durch hervorragende Patentanwälte und Experten, die seinesgleichen suchen müssen.

Deswegen wird nach der schriftlichen Begründung bis in die letzte Instanz weitergegangen - sind doch mittlerweile etwa 300 Patente auf Säugetiere erteilt worden. All diese könnten mit einer positiven Entscheidung, also mit einer Widerrufung des "Krebsmaus"-Patents, ebenfalls zu Fall gebracht werden!

09.06.2026, Wien/Linz

Skandalreform zum oberösterr. Singvogelfang: VGT-Stellungnahme

Die geplante Reform ist unionrechts- und verfassungswidrig, die Vogelschutzrichtlinie wird lächerlich gemacht, Bescheide über 6 Jahre sollen Beschwerden verunmöglichen

09.06.2026, Wien

Ein veganer Start in den Sommer

Das war die Veganmania MQ 2026!

08.06.2026,

Lush Prize: Internationale Verleihung zu tierfreien Forschung 2026

08.06.2026, Wien

Kinovorführung „Future Science – Das Ende der Tierversuche?“

Danach diskutierten der Regisseur, Ärzte gegen Tierversuche aus Deutschland, eine Forscherin zu Alternativen von der Med Uni Innsbruck und der VGT über den Film

05.06.2026, Linz/OÖ Salzkammergut

Singvogelfang: OÖ Landesregierung will Urteil Landesverwaltungsgericht aushebeln

Das Recht soll der Politik folgen, nicht die Politik dem Recht: diesem Kickl-Sager folgend ändert die Regierung die Singvogelfangverordnung, sodass alles erlaubt ist, was bisher verboten war

03.06.2026, Graz

Steirischer Landtag fordert von Bundesregierung: Tierqual soll vertuscht werden!

Während Österreich bei Schweinen EU-weit am miesesten ist, der Vollspaltenboden bleibt und alle Schweinefabriken das Gesetz brechen, soll Aufdeckung von Missständen kriminalisiert werden

02.06.2026, Gerersdorf

Bürgermeister von Hafnerbach zeigt Schweinebetrieb Hubmann wegen Tierleids an

Er habe in den Schweineboxen die Ferkel auf einem Haufen liegen gesehen (was sie immer tun!) und gemeint, manche könnten vor Kälte zittern – Anzeige!

01.06.2026, Baden

Erstes Pflanzenmilchfest in Baden macht Lust auf mehr

Am Samstag, dem 30. Mai 2026, fand am Hauptplatz in Baden bei Wien das erste Pflanzenmilchfest statt.