Teilen:

Müssen Kälber ihre (Heu)milch kaufen?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (22.03.2011)

Wien, 22.03.2011

Diese Werbekampagne zeigt die Absurdität unseres Umganges mit Tieren ganz deutlich und löste Empörung unter TierschützerInnen aus

Diese Werbekampagne zeigt die Absurdität unseres Umganges mit Tieren ganz deutlich und löste Empörung unter TierschützerInnen aus

Kennen Sie die Werbung?

" Kälber würden Heumilch kaufen"

Ja, stimmt. Würden sie. Können sie aber nicht, weil sie nicht bezahlen können. Aber - da stellt sich die Frage: warum sollten Kälber eigentlich Kuhmilch kaufen? Warum bekommen Kälber nicht einfach die Milch ihrer Mütter, den Kühen? Die Antwort ist einfach: damit in Supermärkten Milch verkauft werden kann, muss sie vorher irgendwem genommen werden. Den Kühen. Und diese Kühe haben dann keine Milch mehr für ihre Kälber. Damit diese jedoch nicht hungern müssen bekommen sie Ersatz: "Milchaustauscher" wird das genannt. Vielen mag das absurd vorkommen. Ist es vielleicht auch, aber trotzdem völlig normal.

Kühe würden keine Milch verschenken ...

Viele Menschen denken, dass Kühe ohnehin Milch geben. Jeden Tag, jahrelang. Das ist aber falsch. Kühe geben, so wie jedes Säugetier, nur Milch, wenn sie ein Baby gebären. Diese Milch ist eigentlich dazu bestimmt, das Kalb zu ernähren. Das passiert aber nur die ersten Tage, da ist die Milch nämlich nicht geeignet für die Molkerei, aufgrund der besonderen Zusammensetzung. Sie ist ja auch auf ein frisch geborenes Baby-Rind abgestimmt. (Kolostralmilch).
Danach steht dem Abtransport in die Molkerei nichts mehr im Wege. Die Kuh wird nach der Geburt für ca. 7 Monate gemolken. Danach lässt der Milchfluss nach und ist für die Milchwirtschaft nicht mehr rentabel. Um diesen wieder anzuregen wurde die Kuh bereits drei Monate nach der Geburt erneut künstlich befruchtet und bringt so jedes Jahr ein Kalb zur Welt, die Kuhmilch stammt so also größtenteils von schwangeren Tieren. Sehr lange hält eine Milchkuh diese enorme Belastung der Besamung-Schwangerschaft-Milchgabe und der jährlichen Geburten nicht aus. Der Körper der Tiere ist durch den Kreislauf meist völlig erschöpft und ausgelaugt, nach vier bis sechs Schwangerschaften ist ihr letzter Weg der zum Schlachthaus.

Was passiert mit den Kälbern?

Die männlichen Kälber werden meist 12-18 Monate gemästet und dann geschlachtet. Die weiblichen Kälber werden wieder zu Muttertieren - besser gesagt zu Gebär-Tieren, denn in den allermeisten Fällen gibt es gar keinen Kontakt zwischen der Mutter und ihren Kindern. Denn meist werden die Kälber sofort nach der Geburt mit Gewalt von den Müttern getrennt und in eigenen Kälberbuchten aufgezogen. Mit dem Flascherl sozusagen, genauer gesagt mit einem Saug-Kübel. Jedenfalls ohne mütterliche Fürsorge. Der Grund: würden Mutter und Kind einander kennenlernen, entstünde eine so enge Bindung, so dass durch den Trennungsschmerz der Milchfluss versiegen könnte. Kälber und Mütter sind durch die Trennung in jedem Fall schwer traumatisiert. Nach 18 Monaten wird das Jungtier das erste Mal künstlich befruchtet.

Und was sagt der Hausverstand?

Der hat sich kaufen lassen. Denn wäre er aktiv, würde er sich genieren für diesen Werbeslogan: "Kälber würden Heumilch kaufen!" Auf den BILLA-Werbeplakten sieht man den Mister Hausverstand, wie er seine Finger dem Kalb zum Saugen hinhält. Diese Jungtiere haben einen sehr stark ausgeprägten Saugreflex. Aber sie wollen weder die Hausverstand-Finger schmecken, noch aus einem Tetra-Pack vom Billa trinken. Sie hätten das Bedürfnis, am Euter der Mutter zu saugen. Da hängt aber schon die Melkmaschine ...

Bessere Haltungsform bei Heumilch-Lieferantinnen?

Die Fütterung mit Heu ist natürlich besser und gesünder für die Tiere, als das sonst übliche Silage-Futter, dem auch Nitrit als Konservierungsmittel beigegeben werden darf. Der Werbeprospekt der Fa. BILLA verspricht, dass die unfreiwilligen Lieferantinnen der Heumilch den Sommer über auf einer Alm sein dürfen. Wie die Kühe die lange restliche Zeit verbringen, wird verschwiegen. Es ist zu befüchten, dass sie dann das Schicksal vieler ihrer Artgenossinnen teilen müssen und an einer kurzen Kette angebunden gehalten werden.

Anlass zum Nachdenken und informieren

Die Bedingungen der Kühe, die für uns die Milch geben (müssen), sind oftmals schlecht. Und generell wäre es sinnvoll, den Milch/Käse/Joghurt-Konsum zu reduzieren. Weitere Informationen zum Thema gibt es hier.

http://www.vgt.at/projekte/rinder/fakten.php
http://www.vgt.at/publikationen/infomaterial/milchUndKalzium.pdf

10.07.2026, Tirol

Tiroler Tierschutzlehrkräfte - Team gibt praxisnahe Einblicke in Tierrechte und Aktivismus

Oberstufen-Workshop als Ausklang eines erfolgreichen Schuljahrs

10.07.2026, Wien

1. Durchbruch: Bauarbeiten für Amphibientunnel in vollem Gange

VGT freut sich über Baustart am Schottenhof, Hanslteich folgt

09.07.2026, Wien

VGT warnt: Deutsche Brieftaubenverbände wollen tausende Tiere in Wien aussetzen

Am 25. Juli sollen Brieftauben von Wien 500 km bis nach Bayern fliegen – 50-75 % davon werden sterben oder die Stadttaubenpopulationen am Weg dorthin vergrößern!

08.07.2026, Wien/EU

VGT begrüßt neue EU-Strategie zu „Nutztieren“, mahnt aber Umsetzung ein

EU will die Tötung von Kücken und die Käfighaltung von Hühnern verbieten, sowie Tierwohl-indikatoren für Masthühner und ein Verbot von Kastenständen für Mutterschweine einführen

08.07.2026, Wien

Demozug gegen Tiertransporte am 29. August 2026

Gemeinsam für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See!

07.07.2026, Wien

„End the Cage Age“ – Ende des Käfigzeitalters gefordert

Heuer nähert sich bereits der 5. Jahrestag des Versprechens der EU-Kommission, die Käfighaltung zu beenden. Der VGT und VIER PFOTEN fordern keine weiteren Verzögerungen.

07.07.2026, Wien

Wolfstötungen in Österreich: offizielle Beschwerde bei EU-Kommission aus Italien

Tötungen zweier nachweislich harmloser Wölfe mit GPS-Halsband aus Italien in Kärnten (Feb 2026) und jetzt in Tirol – Beschwerde 25 internationaler Natur- und Tierschutzorganisationen.

26.06.2026, Wien

VGT fordert anlässlich Hitzewelle: Keine Fiakerfahrten in Wien

Die momenanten Regelungen reichen nicht aus, um Pferde vor der Hitze zu schützen.