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Tierfabriken in der Steiermark - Probleme für Mensch und Tier

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.06.2012)

Wien, 26.06.2012

Stall-Großbauten sollen gegen den Willen der unmittelbaren Bevölkerung errichtet werden. Und: Der Tierschutz scheint in der steirischen Schweinehaltung keine Bedeutung zu haben.

Stall-Großbauten sollen gegen den Willen der unmittelbaren Bevölkerung errichtet werden. Und: Der Tierschutz scheint in der steirischen Schweinehaltung keine Bedeutung zu haben.

Niemand will sie, und trotzdem breitet sie sich immer mehr aus: die moderne Massentierhaltung in der Steiermark. AnrainerInnen verlieren Lebensqualität, Grundstücksentwertung ist nur eine der vielen Auswirkungen neu errichteter Tierfabriken.

In Attendorf soll ein neuer Schweinemaststall errichtet werden. Ein Stall, in dem 1080 Schweine unterbracht werden sollen. Eine unglaubliche Anzahl von Tieren, die unter unerträglichen Bedingungen leben müssen: kein Stroh, kein Zugang ins Freie, harter Betonboden mit Spalten, unbequem, ständiger Gestank. Folgende Frage muss gestellt werden: ist das eine Tierhaltung, die die Bevölkerung haben möchte? Sind die KonsumentInnen genügend informiert darüber, wie es den steirischen Schweinen geht?

Ergebnisse der aktuellen Untersuchung

20 steirische Schweinemastbetriebe wurden kürzlich dokumentiert und analysiert. Die Ergebnisse sind unter anderem:

  • in 95 % der Betriebe gibt es Vollspaltenböden
  • 99,7 % der Schweine leben ohne Stroheinstreu
  • 80 % der Betriebe wurden wegen unhygienischer Böden angezeigt
  • 20 % der Betriebe wurden wegen Überschreitung der Besatzdichte angezeigt
  • 70 % der Betriebe wurden wegen fehlendem bzw. ungeeignetem Beschäftigungsmaterial angezeigt
  • 100 % der Schweine haben abgeschnittene Schwänze
  • 65 % der Betriebe hatten Schweine mit zu kurz abgeschnittenen Schwänzen (illegal)

David Richter, VGT-Kampagnenleiter Steiermark dazu: „Die Untersuchungsergebnisse zeigen ein düsteres Bild der steirischen Schweinehaltung. Die Agrar-VertreterInnen propagieren nach außen das Bild einer intakten bäuerlichen und grünen Landwirtschaft. In Wirklichkeit leben die Tiere unter fürchterlichen Bedingungen, unter denen sie ihr arteigenes Verhalten nicht ausleben können. Das zeigt auch der Umstand, dass allen Schweinen die Schwänze abgeschnitten werden, um zu verhindern, dass die gestressten Tiere sie sich die gegenseitig abbeißen!

Bürgerinitiativen gegen Tierfabriken

Es ist ein Faktum, dass die Anzahl der bäuerlichen Betriebe rapide sinkt und immer mehr Massentierhaltungen errichtet werden. Das führt unweigerlich zu Konflikten mit den AnrainerInnen, aufgrund von Gestanks-, Staub- und Lärmbelästigung.

Attendorf bei Graz

Bereits 2007 wurde bekannt, dass ein lokaler Bauer seinen Schweinebestand um 1392 Masttiere erhöhen möchte. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, das Bauvorhaben scheiterte am Widerstand der AnrainerInnen. 2012 wurde eine Neuauflage des Projektes öffentlich, das Bauvorhaben wird derzeit rechtlich geprüft.

Herbert Poppernitsch, Sprecher der Bürgerinitiative Attendorf: „Wir lehnen den Bau dieser Schweinemast entschieden ab, denn eine Verschlechterung unserer Lebensqualität durch massive Geruchs- und Lärmbelästigung wäre die Folge. Dazu kommt die Abwertung unserer Liegenschaften, das bedeutet einen enormen Schaden für die Bürgerinnen und Bürger und die ganze Gemeinde."

In Gralla hätte eine riesige Tierfabrik zur Schweinezucht errichtet werden sollen, das konnte abgewendet werden. Ähnliche Projekte gibt es in Tillmitsch, wo Landwirte ihre Tierhaltung massiv ausweiten möchten. Es gibt sicherlich viele weitere Projekte, die noch nicht öffentlich sind. Eine breit geführte Diskussion über die Zukunft der steirischen Schweinehaltung wäre dringend nötig, um gemeinsam einen vernünftigen Weg für die Zukunft der Landwirtschaft zu finden.

Gemeinsam gegen Tierfabriken: 30.6.2012 in Graz!

Am kommenden Samstag gibt es am Grazer Hauptplatz eine Versammlung, die sich gegen den Bau von Tierfabriken richtet. Zwischen 11:00 und 12:00 sollen sich 1080 Menschen in einen Bereich begeben, der für 1080 Schweine im geplanten Attendorfer Schweinemaststall vorgesehen ist. Nationalratsabgeordneter Josef Muchitsch, Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner, VGT-Obmann Martin Balluch, VertreterInnen von Bürgerinitiativen und andere werden Ansprachen halten. Denn alle sind sich einig: wir wollen keine Tierfabriken in der Steiermark!

 

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