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VGT demonstriert vor Otto Glatters "Putique" in Wien, Alt-Erlaa

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.05.1998)

Laaben, 30.05.1998

Puten aus Massentierhaltung

Der Großteil des in Österreich erhältlichen Putenfleisches stammt aus der Massentierhaltung. Die Puten werden dabei so dicht zusammengedrängt wie Menschen zur Stoßzeit in der U-Bahn und in riesigen Hallen gehalten. Diese qualvoll überzüchteten Tiere kommen nie auf eine Weide, sondern müssen statt dessen auf ihrem eigenen Kot ihr ganzes, kurzes Leben lang dahinvegetieren!

Otto Glatter, der größte österreichische Putenfleischvermarkter, verwendet für die Bewerbung seiner "edlen" Puten nur allzu gerne Ausdrücke, die mehr Dichtung als Wahrheit entsprechen. In seinen bunten Prospekten liest man regelmäßig von "natürlicher Aufzucht in Bauernhöfen", "artgerechter Haltung", "individueller Betreuung" oder "natürlichem Futter ohne Antibiotika und Tiermehl". Die Tatsachen sehen allerdings etwas anders aus:

  • In den letzten 20 Jahren stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Putenfleisch von 17 dkg auf 4 kg an. Die Tiere wurden also, um diesem enormen Bedarf nachzukommen und die Produktionskosten gering zu halten, auf möglichst raschen Fleischzuwachs gezüchtet.
  • Darm, Knorpel und Knochen können mit dem raschen Muskelwachstum nicht mehr mithalten. Bis zu 80% der Tiere leiden deshalb unter schmerzhaften Knochen- und Gelenksschäden!
  • Durch das hohe Gewicht können sich viele Tiere nicht mehr auf den Beinen halten. So liegen sie bis zum Tag der Schlachtung im eigenen Kot und sind den Attacken ihrer Artgenossen hilflos ausgesetzt.
  • Die hohe Besatzdichte erzeugt permanenten Streß und Aggression. Den Küken wird deshalb in den ersten Lebenstagen der Oberschnabel mit glühenden Drähten oder einer Zange gekürzt. Dadurch werden die Gefiederpflege, das natürliche Picken am Boden und die normale Futteraufnahme verhindert.
  • Putenküken aus der Spezialzucht werden oft um die halbe Welt zu den Masthallen verschickt. Erst am 26.5.98 wurde ein solcher Kükentransport von VGT-Aktivisten am Flughafen Linz nach 48-stündiger Reise gestoppt. Etwa 20.000 Küken waren von Toronto (Kanada!) über Amsterdam nach Belgrad unterwegs. Die Küken wurden in engen Kartonschachteln transportiert, ohne gefüttert oder getränkt zu werden. Wir entdeckten dabei kistenweise tote oder sterbende Tiere, der Linzer Amtstierarzt befand, die Tiere seien "pumperlgsund" und transporttauglich...

Bei einer vom Bundesamt für Landwirtschaft durchgeführten Analyse des Futters, welches in einem Pöttelsdorfer Betrieb eingesetzt worden war, wurde Tierkörpermehl festgestellt. Außerdem wurden mehrfach Flaschen von Chemotherapeutika in den Masthallen entdeckt und dokumentiert. Die Ernährung der Puten ist also alles andere als "natürlich".

Um diese Ungereimtheiten öffentlich aufzudecken, veranstaltet der VGT am
Samstag, dem 30.5.1998 ab 10.30 Uhr
vor der "Glatter Putique" im
Kaufpark Alt Erlaa, 1230 Wien, Anton-Baumgartner-Str. 44

eine Kundgebung. Wir verteilen dabei Flugblätter über Werbung und Wahrheit eines Putenlebens, zeigen Videos über die Qualen der Putenzucht und stellen verendete Kadaver aus einer Putenmastfabrik aus.

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